«Das Rechnungsergebnis ist – wenig überraschend – positiv ausgefallen», sagte SVP-Gemeindepräsidentin Heidi Ammon am Montagvormittag vor den Medien. Für die Gemeinde Windisch sei 2018 in allen Belangen ein gutes Jahr gewesen. Die Strategie, die der Gemeinderat vor rund 14 Jahren gewählt habe, bewähre sich nun.

Damit sprach Ammon die bauliche Innenverdichtung an und das Ziel, ein anderes Wohnungssegment anbieten zu können. Dafür habe es sich gelohnt, rechtzeitig mit den Grossinvestoren das Gespräch zu suchen. Bis sich diese Strategie schliesslich in einer steigenden Steuerkraft widerspiegelte, dauerte es zirka 8 Jahre.


Mit der Entwicklung während den letzten paar Jahren ist die Gemeindepräsidentin sehr zufrieden. Damit sich die Bewohner langfristig in der Gemeinde mit ihren 7650 Einwohnern wohlfühlen, müsse aber auch die Infrastruktur sowie das Betreuungs- und Kulturangebot stimmen, hielt Ammon mit Blick auf bevorstehende Investitionen wie die Schulraumplanung fest. Sie ergänzte: «Solange wir noch Schulden haben, müssen wir auch nicht über eine Steuerfussreduktion sprechen.»

Weniger materielle Hilfe

Doch genau dieser Schuldenberg ist es, der im vergangenen Jahr erheblich kleiner geworden ist. Ammon und Michael Schleuniger, Leiter Finanzen, erwähnen die gute Ausgabendisziplin, die zum guten Rechnungsabschluss beigetragen habe. Zum ersten Mal beträgt die Nettoschuld mit 986 Franken weniger als 1000 Franken pro Einwohner.

Aus der betrieblichen Tätigkeit resultierte ein Plus von knapp 2 Millionen Franken. Budgetiert war ein Minus von 132'590 Franken. Nimmt man das Ergebnis von 904'000 Franken aus der Finanzierung dazu, beträgt das operative Ergebnis knapp 2,9 Millionen Franken. Beim Gesamtsteuerertrag gabs ein Plus von 1,2 Millionen Franken. Das liegt primär an den deutlich höheren Aktiensteuereinnahmen von 930'574 Franken (Budget 540'000 Franken) sowie an den Sondersteuern wie Grundstück- und Erbsteuern von 487'878 Franken (Budget 367'000 Franken).

«Die Steuerkraft pro Einwohner betrug in Windisch letztes Jahr 2270 Franken. Das sind 30 Franken mehr als 2017 und sie dürfte auf diesem Niveau bleiben», so Schleuniger. Bei der materiellen Hilfe (netto) resultierten gegenüber dem Budget Minderausgaben von 0,9 Millionen Franken und dies, obwohl die Fallzahl minim zugenommen hat. «Das hat damit zu tun, dass vermehrt Einzelpersonen und weniger Familien auf Unterstützung angewiesen sind», erklärte der Leiter Finanzen.

Erfolg bei Selbstfinanzierung

Gegenüber dem Budget (2,05 Millionen Franken) resultierte mit 4,85 Millionen Franken eine mehr als doppelt so hohe Selbstfinanzierung. «Das ist sehr erfreulich. Wir haben lange auf dieses Ziel hingearbeitet», sagte Gemeindepräsidentin Ammon.

Einen positiven Einfluss auf die Jahresrechnung hatte auch der neue Finanzausgleich. Dank dem Gesetz, das seit 2018 inkraft ist, profitierte Windisch nun mit 1,18 Millionen Franken von einem deutlich höheren Beitrag. 2017 gabs mit 645'150 Franken markant weniger aus dem Finanzausgleich.

Während die Investitionsausgaben der Einwohnergemeinde letztes Jahr eher unterdurchschnittlich tief ausfielen, wurde bei den Werken (Wasserwerk, Abwasserbeseitigung, Abfallwirtschaft und Elektrizitätswerk) im gewohnten Rahmen investiert. Zu den grössten Investitionen zählen Werkleitungen im Gebiet Klosterzelg/Reutenen, Sanierung Ahornweg, diverse Unterhaltsarbeiten bei Wasser- und Abwasserleitungen sowie der Ersatz des Leitsystems Wasser.