Mülligen
Die Steinzeit hält Einzug ins Gemeindehaus Mülligen

Im Jahr 2011 wurde beim Kiesabbau der Firma Holcim AG in Mülligen eine Speiche eines Mammuts in 30 Meter Tiefe gefunden. Nun wird das Knochenfragment in einer Vitrine ausgestellt. Damit das geht, müssen einige Bedingungen stimmen.

Nik Dömer
Merken
Drucken
Teilen
Von der Kiesgrube ab ins Gemeindehaus: Die 50cm lange Speiche des Mammuts liegt in einer Vitrine.

Von der Kiesgrube ab ins Gemeindehaus: Die 50cm lange Speiche des Mammuts liegt in einer Vitrine.

ZVG

Wer sich einen uralten Knochenfund eines Mammuts ansehen möchte, der muss nicht mehr zwingend in ein Museum. Es reicht ein Besuch im Gemeindehaus in Mülligen. Zugegeben, der Fund gibt vielleicht nicht ganz so viel her, denn es ist nur die Speiche, die sich im rechten Vorderbein des Mammuts befand. Trotzdem lässt sich das 50 cm lange Knochenfragment sehen, denn das Mammut soll laut Messungen im Jahre 27 700 v. Chr. gelebt haben. Ursprünglich wurde die Speiche im Jahr 2011 beim Kiesabbau in Mülligen in der Flur Zihlhag gefunden. Das Knochenfragment befand sich in etwa 30 Meter Tiefe. Anschliessend wurde die Speiche durch Fachleute der Kantonsarchäologie präpariert.

Holcim spendet Vitrine

Nun hat die Firma Holcim AG, der die Kiesgrube gehört, eine extra angefertigte Vitrine gespendet und bei der Gemeinde Mülligen angefragt, ob man diese zur Besichtigung im Gemeindehaus unterbringen könnte. Gemeindeschreiber Hans Peter Meier erklärt: «Wir wurden von den Leuten der Kantonsarchäologie instruiert, auf was wir achten müssen, damit die Bedingungen für den ausgestellten Knochen stimmen. Unter anderem müssen die Einstellungen für Licht, Feuchtigkeit und Wärme stets überprüft werden. Es freut uns, dass wir den Fund hier in der Gemeinde präsentieren können.» Die ausgestellte Speiche habe bereits Neugierige angezogen, vor allem Mütter mit ihren Kinder wollen den Fund genauer betrachten, ergänzt Gemeindeschreiber Meier.

Auch die Kantonsarchäologie ist damit einverstanden. «Solche Funde gibt es nicht oft. Der Kanton ist zwar Eigentümer des Fundes, wir begrüssen aber die Idee der Holcim, die Speiche in der Gemeinde auszustellen. So haben alle etwas davon», betont der stellvertretende Kantonsarchäologe Chrisoph Reding.