Brugg

Die Stadtbibliothek schreibt seit 2015 rote Zahlen – jetzt soll mehr Geld fliessen

Die Brugger Stadtbibliothek braucht mehr Geld und Platz. (Archiv)

Die Brugger Stadtbibliothek braucht mehr Geld und Platz. (Archiv)

Der Brugger Einwohnerrat soll den jährlichen Beitrag an die Stadtbibliothek von 130'000 auf 180'000 Franken erhöhen, beantragt der Stadtrat.

Es dürfte kein Zufall gewesen sein, dass die Brugger Einwohnerräte anlässlich der Schlusssitzung vom 8. Dezember zu einer Führung durch die Stadtbibliothek im Zimmermannhaus eingeladen wurden. Denn den Verein Stadtbibliothek Brugg als Betreiberin plagen einerseits Geldsorgen. Andererseits wirkt die bei der Bevölkerung beliebte Institution nicht mehr zeitgemäss und hat sich zumindest in baulicher Hinsicht in den letzten 30 Jahren kaum weiterentwickelt. Dass hier also dringender Handlungsbedarf besteht, ist ein altbekanntes Thema.

Doch bis die Bildungsstadt Brugg über eine moderne Stadtbibliothek an einem zentraleren und grösseren Standort verfügen wird, braucht es weiterhin Zeit und Geduld. In diesem Kontext ist auch die Erhöhung des Jahresbeitrags von 130'000 auf 180'000 Franken zu verstehen, die der Stadtrat beim Einwohnerrat an der nächsten Sitzung Ende Januar beantragen wird: als Übergangslösung.

Verein finanziell überfordert

Die bisher umgesetzte und mit dem Stadtrat abgesprochene Bibliotheksentwicklung mit der Anstellung von fachlich geschultem Personal und einer professionellen Bibliotheksleistung hat den Verein Stadtbibliothek Brugg finanziell überfordert. «Seit dem Jahr 2015 schreibt der Verein rote Zahlen», so der Stadtrat in seiner Botschaft. Von 2015 bis 2017 kumulierte sich der Verlust trotz höheren Beiträgen und Einsparungen auf 75 000 Franken. Auch 2018 wird ein negatives Rechnungsergebnis erwartet. Das hat zur Folge, dass die Eigenkapital-Reserven inzwischen stark geschrumpft sind.

Am aktuellen Standort im Zimmermannhaus steht der Stadtbibliothek Brugg lediglich eine Fläche von rund 150 Quadratmetern zur Verfügung. Dieser Platz reiche knapp für die Medienpräsentation und die Ausleihe, heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat. Um Platz für Veranstaltungen zu schaffen, müssen jeweils Büchergestelle verschoben werden.

600 Quadratmeter wären nötig

Im neu erarbeiteten Bibliothekskonzept sind deshalb auch räumliche Ziele und Massnahmen aufgeführt: «Damit die Bibliothek auch künftig für die unterschiedlichen Zielgruppen attraktiv bleibt, braucht sie sowohl grosszügige, ansprechend gestaltete Räume mit hoher Aufenthaltsqualität als auch eine zeitgemässe technische Ausstattung. Ein Bibliothekscafé, eine farbige und freundliche Möblierung für den Kinderbereich, ein gemütlich eingerichteter Jugendbereich, Sitzplätze und Sitzgruppen sowie Arbeitsplätze mit und ohne Computer für Besucher und genügend Platz für Veranstaltungen sind heute für eine moderne Bibliothek selbstverständlich.» Kurz: Die Bibliothek soll sich von einer reinen Ausleihstation zu einem Treffpunkt wandeln. Entsprechend den Richtlinien der Gemeindebibliotheken wurde für die neue Stadtbibliothek Brugg ein Platzbedarf von 600 Quadratmetern errechnet. Am neuen Standort wird mit jährlichen Nettokosten (inklusive Mietkosten) von zirka 350 000 Franken gerechnet.

Der Stadtrat hat laut der Botschaft beschlossen, die Planung der neuen Bibliothek ins Projekt «Zentralisierte Verwaltung» an der Schulthess-Allee zu integrieren. Mit dem Effingerhof hatte der Stadtrat im Frühling dieses Jahres eine weitere Variante ins Spiel gebracht. Zur künftigen Nutzung der von Privaten erworbenen Effingerhof-Liegenschaft läuft aktuell ein offener Partizipationsprozess, bei dem jedermann Wünsche einbringen kann.

Einwohnerratssitzung am Freitag, 25. Januar, 19.30 Uhr, Rathaussaal.

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