Die eingeschränkten Platzverhältnisse im Zimmermannhaus für die Stadtbibliothek Brugg sind schon lange ein Thema. Dieses beschäftigt nicht nur viele Kunden, Mitarbeitende und den Trägerverein, sondern auch die Behörde. «Die Bemühungen des Vereins Stadtbibliothek Brugg um die Bibliotheksentwicklung werden vom Stadtrat ernst genommen und unterstützt», sagt der zuständige Stadtrat Leo Geissmann.

Er erwähnt, dass 2016 der Jahresbeitrag der Stadt für diese Bibliothek um 50 000 Franken auf 130 000 Franken aufgestockt wurde, was dem Verein einen Ausleihbetrieb mit längeren Öffnungszeiten und eine Ausweitung des Angebots mit stärkerer öffentlicher Präsenz ermögliche. Doch neue, grössere Räume allein nützen laut Geissmann nicht so viel, wenn man nicht weiss, wie die Ansprüche an eine zeitgemässe Bibliothek in Brugg umgesetzt werden sollen. Um dies aufzuzeigen, hat der Vereinsvorstand beschlossen, ein Bibliothekskonzept zu erarbeiten. «Zur Unterstützung dieser Konzeptentwicklung hat der Stadtrat einen Beitrag von 5000 Franken ins Budget 2017 eingestellt», fährt Geissmann fort.

Amtshaus oder «Alte Post»?

Als neuer Bibliotheksstandort wurden in der Stadt bereits verschiedene Möglichkeiten geprüft. «Leider hat sich noch keine Lösung aufgedrängt oder umsetzen lassen – beispielsweise im ehemaligen Warenhaus Rössli», so der zuständige Stadtrat. Grundsätzlich wird für die Bibliothek von einem Raumbedarf von 350 bis 450 Quadratmetern ausgegangen. Wichtig ist eine Raumstruktur, die einen effizienten Ausleihbetrieb und eine grosszügigere Medienpräsentation ermöglicht. Benötigt werden ausserdem Lese-Ecken sowie Arbeitsplätze für die Recherche und für Büroarbeiten. «Wünschbar ist auch ein einfaches Konsumationsangebot mit Kaffee-Ecke», sagt Geissmann.

Wäre allenfalls das Amtshaus, das Ende Jahr mit dem Auszug des Gemeindeverbands Soziale Dienstleistungen Region Brugg frei wird, ein geeigneter neuer Standort? Geissmann winkt ab und sagt: «Nein, da ist die verfügbare Fläche eher zu klein.» Zudem ermögliche die bestehende Raumstruktur keinen effizienten Ausleihbetrieb. Wie das Amtshaus künftig genutzt werden soll, steht noch nicht fest.

Die Stadtbibliothek im Umfeld des neuen Verwaltungsgebäudes bei der «Alten Post» anzusiedeln, könnte das Zentrum aufwerten. Geissmann stimmt zu: «Ja, hier könnte sie als Frequenzbringer für umliegende Angebote und Betriebe dienen.» Er räumt aber ein: «Die hohen Finanzierungskosten an dieser Lage müssten jedoch mit einem entsprechenden Nutzen für die Stadt und für die Investoren gerechtfertigt werden können.» Dieser Nutzen werde im Bibliothekskonzept aufzuzeigen sein. Es seien weitere Ideen für andere Standorte vorhanden, spruchreif sei aber noch nichts, so Geissmann.