Brugg
Die Stadtbibliothek braucht mehr Platz und soll modernisiert werden

Die Stadtbibliothek Brugg im Zimmermannhaus platzt seit Jahren aus allen Nähten. Der Verein Stadtbibliothek übergab dem Stadtrat nun den Antrag, die Bibliothek fit zu machen für die Zukunft.

Elisabeth Feller
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Die Stadtbibliothek im Zimmermannhaus wird im Sommer gründlich überholt.

Die Stadtbibliothek im Zimmermannhaus wird im Sommer gründlich überholt.

Michael Hunziker

Besässen Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs, Hörbücher und Kassetten eine Stimme, würden sie wohl «Hilfe» rufen. Zumindest in der Stadtbibliothek Brugg im Zimmermannhaus. Dort müssen sich 28 200 Medien eine Fläche von 132 Quadratmetern teilen.

Das ist im Vergleich zu anderen Bibliotheken im Kanton Aargau nicht üppig. Das einwohnermässig kleinere Bremgarten verfügt beispielsweise über eine Bibliothek mit 383 Quadratmetern (2012); das grössere Aarau trumpft sogar mit 1122 Quadratmetern auf.

«Die Platznot zieht sich wie ein roter Faden durch die jüngere Geschichte der Stadtbibliothek Brugg», sagt die neue Präsidentin des Vereins Stadtbibliothek, Käthi Süess. Sie weiss: Eine Bibliothek ist – durch den Zukauf aktueller Medien – immerzu in Bewegung; braucht also Platz.

Wird sie mit 93 605 Ausleihen (2012) derart gut genutzt wie die Brugger Bibliothek, muss diese für die Zukunft fit gemacht werden. Deshalb, so der Stadtbibliothek-Vorstand, sei es höchste Zeit, darüber intensiv zu diskutieren, zumal der Bibliothek und der ebenfalls im Zimmermannhaus situierten, städtischen Galerie ein Umbau und damit eine lange Schliessungsphase im Sommer bevorsteht.

An der Generalversammlung hat der Vorstand dem Brugger Stadtrat folgenden Antrag überreicht: «Die 150-jährige Stadtbibliothek ist der heutigen Zeit entsprechend zu modernisieren.»

Bibliotheken sind beliebt

Weshalb sind Bibliotheken überhaupt so wichtig? Vorstandsmitglied Ruth Fassbind (Bibliomedia Schweiz), erwähnt zunächst das statistisch belegte Interesse der Schweizerinnen und Schweizer: «36 Prozent von ihnen besuchen in ihrer Freizeit Bibliotheken; 21 Prozent nutzen Bibliotheken im Rahmen der Aus- und Weiterbildung oder der Arbeit.» Bibliotheken zählen somit zu den meistgenutzten kulturellen, überdies für die Bildung unverzichtbaren Institutionen der Schweiz.

Bibliotheken, erfährt Ruth Fassbind immer wieder, seien für ihr Umfeld wichtige Schauplätze der Orientierung in einer sich rasant verändernden Medienlandschaft. «Bibliotheken sind Spezialisten in der Vermittlung von Lese-, Medien- und Informationskompetenz. Und diese gehören, wie wir alle wissen, zum Rüstzeug, das für die Bewältigung des immer komplexer werdenden Alltags nötig ist.» Kein Wunder, müssen Bibliotheken attraktiv gestaltet werden. Will heissen: Sie sollen zum Verweilen einladen.

Unwillkürlich kommt einem da die neue, lichtdurchflutete Bibliothek im Campus Brugg-Windisch in den Sinn. Sie ist doch auch für eine interessierte Öffentlichkeit frei zugänglich? «Ja», betonen Marianne Fassbind und Käthi Süess, «aber sie ist keinesfalls ein Ersatz für eine lebendige Stadtbibliothek, die Raum für Kindergruppen, erzählende Mütter und Grosseltern oder anregende Gespräche über Gelesenes und Gehörtes bietet.»

Zwar werde die bisherige Stadtbibliothek Brugg vom 30. Juni bis
22. August renoviert, doch danach werde es wie bisher in den engen, von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten weitergehen. Konkret: «Wir werden weniger Medien anschaffen können.» Das aber, sind sich Käthi Süess und Ruth Fassbind einig, laufe den Zielen der von der Stadt Brugg mit 84 981 Franken (Bremgarten: 148 238 Franken) unterstützten Stadtbibliothek entgegen.