«Die Stadtbibliothek Brugg hat dank dem Engagement des Vereins und der professionellen Leitung einen beachtlichen Entwicklungsprozess hinter sich», betonte Vizeammann Leo Geissmann (CVP) am Freitagabend, als er den 47 (von 50) anwesenden Einwohnerräten den Antrag des Stadtrats vorstellte. Konkret ging es darum, dass für den Betrieb der Stadtbibliothek im Zimmermannhaus mehr Geld gesprochen wird. Einerseits sollte der für das Jahr 2019 budgetierte Beitrag von 130 000 Franken an den Verein Stadtbibliothek Brugg um 50 000 Franken erhöht werden. Andererseits sollte ab dem Jahr 2020 ein jährlich wiederkehrender Beitrag von 180 000 Franken zur Verfügung stehen.

Für Geissmann ist die Stadtbibliothek nicht nur wichtig in Sachen Kultur und Bildung, sondern auch für das soziale Leben als Treffpunkt. Als die Institution 2014 ihr 150-jähriges Bestehen feiern konnte, sei klar geworden, dass eine zeitgemässe Bibliothek mehr Platz und mehr Geld brauche. In Rücksprache mit dem Stadtrat wurde daraufhin ein Entwicklungsprozess eingeleitet und der Betrieb professionalisiert.

Yoga gehört nicht in Bibliothek

Die SVP-Fraktion stand dem Antrag ablehnend gegenüber. «Wir sind nicht dafür, dass es Yoga-Kurse in der Bibliothek gibt», sagte Patrick von Niederhäusern. Auch habe man es verpasst, Synergien mit der Campus-Bibliothek zu nutzen. Pascal Ammann lobte im Namen der SP-Fraktion das motivierte Bibliotheksteam, das die Institution mit einer tollen Vision weiterentwickelt. SP, CVP, EVP und Grüne sprachen sich dafür aus, der Bibliothek nicht nur mehr Mittel zu geben, sondern auch schon bald mehr Platz – beispielsweise im Effingerhof. «Wir zweifeln nämlich daran, dass sich die neue Bibliothek in fünf bis zehn Jahren mit dem Projekt ‹Alte Post› realisieren lässt», gab Livia Gärtner von den Grünen zu bedenken.

Die Vorlage des Stadtrats sei «sehr blumig» verfasst, sagte Nathalie Zulauf im Namen der FDP-Fraktion. Da für die Partei nicht ersichtlich war, wofür die Mehrkosten von 50 000 Franken genau eingesetzt werden, verlangte sie Einsicht in Bilanz und Budget, was ihr gewährt wurde. Damit der Stadtrat genügend Zeit hat, um eine detailliertere Vorlage auszuarbeiten, beantragte die FDP, die 50 000 Franken Mehrkosten nur für drei Jahre zu sprechen. Das wurde unter anderem von den Grünliberalen abgelehnt.

Bei der Gegenüberstellung entfielen 26 Stimmen auf den stadträtlichen Antrag und 19 auf denjenigen der FDP. In der Schlussabstimmung hiessen die Brugger Einwohnerräte die Mehrkosten mit 33 Ja- zu 9 Nein-Stimmen gut. «Wir hätten den einfachen Weg über das Budget gehen können, aber wir wollten wissen, ob der Einwohnerrat den mit der Stadtbibliothek eingeschlagenen Weg unterstützt», bilanzierte Geissmann.