Die Bevölkerung ist gefragt und gefordert bei der Ortsplanungsrevision in Brugg und Windisch: Die Nutzungsplanung, der Kommunale Gesamtplan Verkehr sowie das Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept werden zur öffentlichen Mitwirkung vorgelegt. Für die Interessierten besteht also die Gelegenheit, sich einzubringen. Am Montag sind die drei Planungsinstrumente an einer Informationsveranstaltung im Campussaal präsentiert worden.

Ziel des Kommunalen Gesamtplans Verkehr ist es, die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung für die nächsten rund 15 Jahre festzulegen – samt sachlichen und zeitlichen Prioritäten. Die geplanten Massnahmen sind eingeteilt in fünf Gruppen: Betrieb und Gestaltung von Strassen; Parkierung; Mobilitätsmanagement; öffentlicher Verkehr; Fuss- und Veloverkehr.

Weniger Gefahrenstellen

Auf den meisten Gemeindestrassen in Brugg ist die Einführung von Tempo 30 vorgesehen. Denn abgesehen von wenigen Ausnahmen bestehen in der Stadt – im Gegensatz zur Gemeinde Windisch – keine Tempo-30-Zonen. Mit diesem Schritt kann gemäss dem jetzt vorliegenden Grobkonzept ein grosser Teil der bestehenden Gefahrenstellen entschärft oder behoben werden.

Anders ausgedrückt: Die Verkehrssicherheit wird verbessert und es wird ein «grosser und wertvoller» Beitrag geleistet zur Attraktivität der Wohnquartiere. Genannt werden die Stichworte: erhöhte Lebensraum- und Wohnqualität; kürzere Anhaltswege; verringerte Verletzungsgefahr; reduzierte Lärmbelastung; Reduktion von Schleichverkehr.

Die Umsetzung von Tempo 30 werde aber nicht von heute auf morgen passieren, sagte Denise Belloli vom zuständigen Brugger Büro Metron an der Informationsveranstaltung.

Verfolgt wird das sogenannte Achsen-Kammern-Prinzip. Will heissen: Der motorisierte Verkehr wird auf den Achsen bei Tempo 50 flüssig abgewickelt. In den verkehrsberuhigten Siedlungskammern dagegen gilt Tempo 30. Sie sollen vom Schleichverkehr verschont bleiben.

Laut Konzept gibt es einige Gemeindestrassen, auf denen die Umsetzung von Tempo 30 – wegen ihrer Funktion und ihres Ausbaustandards – genauer zu prüfen ist: Badstrasse; Schöneggstrasse; Reinerstrasse; Ländistrasse/ Aufeldstrasse; Fröhlichstrasse von der Kreuzung Aarauerstrasse bis Alterszentrum.

«Verkehrsberuhigende Massnahmen auf diesen Strassen werden im Einzelfall und im Zusammenhang mit der Behebung von Sicherheitsdefiziten geprüft», heisst es in den Unterlagen. Da bei der Badstrasse und der Schöneggstrasse der Ausbaustandard grundsätzlich Tempo 50 zulasse, wären grössere bauliche Massnahmen zu treffen.

Parkierung wird neu organisiert

Behandelt werden im Kommunalen Gesamtplan Verkehr weitere Themen, die direkte Auswirkungen auf die Festlegungen in der Bau- und Nutzungsordnung sowie im Zonenplan haben. Vorgesehen ist ein Verkehrsmanagement Brugg Regio. Mit diesem soll der Verkehr im Siedlungsgebiet verflüssigt werden.

Einen Einfluss auf die Verkehrssituation haben die übergeordneten Strassenprojekte: Ostaargauer Strassenentwicklung (Oase), Südwestumfahrung Brugg sowie Nordumfahrung Windisch. Sie sollen aktiv begleitet werden. Die Gemeindestrassen werden auf ihre Dimensionierung und Gestaltung überprüft sowie – bei Sanierungen – aufgewertet.

Auch die Planungsprozesse bei der Umgestaltung der kantonalen Hauptachsen werden aktiv begleitet: Aarauerstrasse, Baslerstrasse, Zurzacherstrasse, Mülligerstrasse, Zürcherstrasse, Hauserstrasse. Für die Zurzacherstrasse arbeitet die Stadt eine Entwicklungsstudie aus.

Im Rahmen des Parkierungskonzepts wird die Parkierung im öffentlichen Raum überprüft und punktuell neu organisiert. Definiert werden auch die Vorgaben zur Parkplatzerstellungspflicht bei Um- und Neubauten. Die Vorgaben zu den Ersatzabgaben sind in einem Reglement festgehalten. Mit einem Mobilitätsmanagement gefördert werden Fussgänger und Velofahrer, animiert wird dazu, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen und das Auto effizient einzusetzen.

Bestandteile des KGV sind überdies Vorgaben für die Erschliessung der Gebiete Im Winkel/Chapf, Aegerte sowie Klosterzelg mit den Kabelwerken. Windisch setzt Massnahmen zur Vermeidung von Schleichverkehr um.

Überprüft wird auch das Busnetz. Das Fuss- und Velowegnetz wird instand gehalten, bestehende Netzlücken werden geschlossen, die Veloparkierungen ausgebaut. Ebenfalls Themen sind die Umgestaltung der Süssbachunterführung, die Ausgestaltung der Bahnhofunterführung Ost, der sogenannten Campus-Passage, oder die Realisierung des Fuss- und Velostegs Umiker Schachen. Denise Belloli sprach von gewichtigen Vorhaben, die forciert werden sollen.

Die umfangreichen Unterlagen zur Ortsplanungsrevision unter dem Titel «Raum Brugg Windisch» sind voraussichtlich bis Anfang 2017 einsehbar auf den beiden Abteilungen Planung und Bau in Brugg und Windisch sowie auf www.raumbruggwindisch.ch.