Brugg

Die Stadt könnte das Wöschhuus öffentlich zugänglich machen

Das Wöschhuus an der Falkengasse gehört den Ortsbürgern.

Das Wöschhuus an der Falkengasse gehört den Ortsbürgern.

Altstadt-Liebhaber beantragen, Bruggs Zeitzeugnis in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen zu lassen.

In der Vergangenheit wurde das sogenannte Wöschhuus in der Brugger Altstadt, das der Ortsbürgergemeinde gehört, meistens als Atelier vermietet. Da der aktuelle Mietvertrag Ende März ausläuft, haben Lukas Huppenbauer, der in der Nähe wohnt, und zwei Unterzeichnende dem Brugger Stadtrat im vergangenen November eine Vision für die Liegenschaft an der Falkengasse 9 skizziert.

Das Trio würde es begrüssen, wenn die Ortsbürgergemeinde das Wöschhuus der Öffentlichkeit zugänglich machen würde. Um es zu einem authentischen Zeitzeugnis zu machen, sollte der etwa zehn Meter hohe Raum möglichst in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden und die Sicht vom Steinboden bis in den Dachstuhl offen zu lassen. So liessen sich in der aareseitigen Liegenschaft historische Spuren wie der Wasserhahn mit Becken und andere Strukturen zeigen.

Dazu braucht es laut Huppenbauer keine aufwendigen Restaurationen oder kostspielige Installationen. Im Gegenteil: Das unbeheizte Wöschhuus soll von allem Krimskrams befreit werden. Die künftige Nutzung müsste sich nach dem Charakter und den Möglichkeiten des Raums richten. So könnte das Wöschhuus beispielsweise in Stadtführungen integriert werden oder als Aussenstelle des Stadtmuseums sowie für Lesungen während der Literaturtage dienen. Mediale respektive skulpturale Inszenierungen im Zusammenhang mit dem Zimmermannhaus oder der Salzhaus-Ausstellung seien ebenso denkbar. Ausserdem könnten in dieser Liegenschaft der Glühwein-Anlass, ein monatlich offener Altstadt-Treff für verschiedene Gruppierungen und Akteure der Altstadt sowie einfache Steh-Apéros für Gäste der Stadt oder Private stattfinden. Die Erträge aus der Vermietung gingen vollumfänglich an die Brugger Ortsbürgergemeinde.

Es braucht eine aktive Bewirtschaftung

Die Initianten, die sich für eine Öffnung des Wöschhuus einsetzen, bieten an, in der Projektierung mitzuwirken sowie – falls das hilfreich und kostensparend wäre – Manpower für den Rückbau aufzubieten. Da es nicht ausreichen werde, das Wöschhuus als eines von mehreren mietbaren Objekten der Stadt Brugg passiv auf der Website zu präsentieren, würde sich ein verlässlicher Partner und Betreiber des Wöschhuus zur Verfügung stellen und den Ort aktiv bewirtschaften (bestehender Altstadt-Verein wie Initiative Altstadt, Quartierverein Altstadt und Umgebung oder eine gemischte Gruppe).

«Indem Bewohnerinnen und Bewohner der Altstadt Verantwortung und Pflichten übernehmen, möchten wir signalisieren, dass alle Seiten in dieses Projekt zu investieren bereit sind, um einen Wert für die Allgemeinheit zu generieren», hält das Trio in seinem Schreiben an den Stadtrat fest.

«Der Stadtrat hat das Gesuch der Gruppe um Lukas Huppenbauer zur Kenntnis genommen und mich beauftragt, mit den Gesuchstellern die Vorstellungen über die vorgeschlagene öffentliche Nutzung und die baulichen Anforderungen an den Raum zu vertiefen», sagt Vizeammann Leo Geissmann auf Anfrage. Ein geplantes Treffen vor Ort sei leider dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Ein neuer Termin werde vereinbart, wenn es die Situation wieder erlaubt. «Die Neuvermietung des Wöschhuus ist vorläufig sistiert», hält Geissmann fest.

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