Brugg
Die Stadt ist ein grosser Spielplatz – doch kaum jemand spielt

Rund 60 Spiele bereichern seit zwei Wochen das Zentrum – die Bilanz nach der Halbzeit fällt allerdings unterschiedlich aus.

Claudia Meier (Text) und Timea Hunkeler (Umfrage und Fotos)
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Beim Fischerspiel vor der Buchhandlung ist volle Konzentration gefragt.

Beim Fischerspiel vor der Buchhandlung ist volle Konzentration gefragt.

Timea Hunkeler

Federball, Fischerspiel, Strassen-Schach, Stelzen, Balancierkiste, Silver Rider oder Eisenbahnparadies: Wer in diesen Tag zu Fuss in Brugg unterwegs ist, stösst auf viele Spielmöglichkeiten. Die gelben Bodenmarkierungen vor den rund 60 Läden in der Brugger Altstadt und am Neumarkt erinnern auf den ersten Blick an Parkfelder. Eine in den letzten Wochen von Passanten oft gestellte Frage lautete denn auch: «Was hat das zu bedeuten?» Die Felder signalisieren Spiele für Jung und Alt, wie sie im Rahmen von «Piazza Brugg» (pro innovative Aktivitäten zur Zentrums-Animation) von Mitte Oktober bis zum 12. November angeboten werden.

Wie präsentiert sich diese Aktion nach der Halbzeit? Welche Erfahrungen machen Ladenbetreiber und Passanten damit? Ein Rundgang gestern Dienstagnachmittag zeigt: Trotz schönstem Herbstwetter ist kaum jemand am Spielen. Vor dem Cecil-Kleidergeschäft im Neumarkt 2 lockt ein Mega «4 gewinnt» zu einem spontanen Duell, das abrupt beendet wird, weil einige Steine unten hinausfallen.

Schlüssel zum Bahnparadies

Das Eisenbahnparadies in einem leerstehenden Ladenlokal im Obergeschoss ist geschlossen. Der Schlüssel dazu kann bei Heinz Trachsel besorgt werden. Betreut ist das Eisenbahnparadies am Mittwochnachmittag, am Freitag ab 16 Uhr sowie am Samstagmorgen und -nachmittag.

Wer im Interdiscount mit dem Riesen-Domino spielen will, kann es an der Kasse verlangen. Vor dem Uhren- und Schmuckgeschäft Boutellier fehlen neuerdings die gelben Streifen am Boden und die Kiste mit den grossen Bausteinen. Die Klötze seien gegen das Schaufenster geworfen worden, danach habe man das Spiel und die Markierung entfernt, heisst es auf Nachfrage.

Defekte Kegelbahn

Auch die Sommer-Kegelbahn auf dem Neumarktplatz kann nicht mehr genutzt werden. Schlusswand und Seitenabschlüsse sind defekt. «Piazza Brugg»-Initiator Christoph Heer zeigt sich überrascht: «In Zofingen, wo wir die gleiche Aktion durchgeführt hatten, gab es nie Probleme. Während vier Wochen wurde nichts zerstört. In Brugg ticken die Leute offenbar anders.»

Rege benutzt wird hingegen der Silver Rider, das «tricky» Vehikel mit der magischen Lenkung, das vor der Boutique Fil à Fil stationiert ist. Dadurch seien schon einige Passanten auf das Altstadtgeschäft aufmerksam geworden, sagt Inhaberin Doris Müller Erismann. Die Bodenmarkierung sei entfernt worden, weil sie sich ablöste und eine Stolpergefahr darstellte. Werkdienst-Leiter Roger Brogli ist mit der Ordnung der Spielgeräte zufrieden.

Wie finden Sie das Angebot der Spielwochen in Brugg?

Rolf Baumann, 63, Mülligen Rolf Baumann, 63, Mülligen «Die Aktion in der Stadt Brugg habe ich nur am Rande mitbekommen. Bis jetzt bin ich noch nicht wirklich auf die Spiele aufmerksam geworden. Es ist eine gute Idee und ich denke, dass es auch die Kinder freut.»
5 Bilder
Filiz Oezmen, 39, Gebenstorf «Die Spiele sehen nicht einladend genug aus. Ausserdem denke ich, die Leute haben das Prinzip nicht wirklich verstanden. Vielleicht hätte man es besser beschildern sollen oder jemanden gebraucht, der die Spiele betreut.»
Marie-Louise Deragisch, 71, Brugg «Ich habe schon oft Eltern mit ihren Kindern gesehen, die hier spielten. Schade finde ich, dass meist nur die gelben Felder vor den Geschäften, aber keine Spielmöglichkeiten zu sehen sind.»
Albert Topalli, 42, Birr «Ich habe die Spiele nur zufällig bemerkt. Für Kinder sind sie attraktiv gestaltet. So werden mehr Besucher angelockt.»
Markus Schneider, 47, Lupfig «Ich konnte viele Kinder beobachten, die mit der Kegelbahn spielten. Ich finde es toll, dass die Stadt sich etwas überlegt. Die Aktion wäre im Sommer vielleicht besser gewesen.»

Rolf Baumann, 63, Mülligen Rolf Baumann, 63, Mülligen «Die Aktion in der Stadt Brugg habe ich nur am Rande mitbekommen. Bis jetzt bin ich noch nicht wirklich auf die Spiele aufmerksam geworden. Es ist eine gute Idee und ich denke, dass es auch die Kinder freut.»

Aargauer Zeitung