Brugg

Die Stadt erachtet das Hotel Terminus und die Alte Brücke als schützenswert

Die Liegenschaft Hotel Terminus ist über 100 Jahre alt.

Die Liegenschaft Hotel Terminus ist über 100 Jahre alt.

Bau- und Nutzungsordnung: Die Spezialkommission will in Brugg mehr Bauten unter Schutz stellen als die Regierung.

Die Traktandenliste für die bevorstehenden Einwohnerratssitzungen diesen und nächsten Freitag in Brugg ist zwar kurz, die Geschäfte sind aber von grosser Tragweite mit der Gesamtrevision Nutzungsplanung (BNO) und dem Erlass des Altstadtreglements. Gemäss kantonalem Kulturgesetz sind die Gemeinden zuständig für den Schutz und die Pflege der Baudenkmäler von kommunaler Bedeutung.

Bei dieser Aufgabe werden die Gemeinden von der kantonalen Denkmalpflege unterstützt, die dazu ein Kurzinventar der Baudenkmäler erarbeitet. Zu den Aufnahmekriterien zählen der Eigenwert, der historische Zeugenwert sowie der Situationswert. Bauten unter kommunalem Schutz dürfen nicht ohne weiteres abgebrochen werden. Aus- und Umbauten sind zulässig, sofern mit den Schutzzielen vereinbar.

Es geht um Gebäude, die vor 1920 erbaut wurden

In diesem Zusammenhang seien die bestehenden Bauinventare von Brugg (1995) und Umiken (1996) aktualisiert worden, schreibt Präsident Titus Meier von der BNO-Spezialkommission in seinem Schlussbericht an den Einwohnerrat. Betrachtet wurden Gebäude, die vor 1920 erbaut wurden.

Die Fröhlich-Scheune soll auch geschützt werden.

Die Fröhlich-Scheune soll auch geschützt werden.

«Zu den 24 bisherigen Objekten sind 13 neue Objekte aufgenommen worden. Von diesen insgesamt 37 schützenswerten Objekten (Gebäude, Brunnen und Grenzsteine) will der Stadtrat 21 kommunal schützen», bilanziert Titus Meier in seinem Bericht. Im Vorprüfungsbericht listet die Denkmalpflege sieben Objekte auf, deren Nichtaufnahme sie aus fachlicher Sicht für nicht nachvollziehbar halte.

Ein Blick in die entsprechende Liste zeigt, dass in Brugg etwa die Brunnenmühle, das Vindonissa-Museum sowie die Villa Simmen an der Renggerstrasse bereits unter kommunalem Schutz stehen. Laut neuer BNO sollen beispielsweise auch die Alte Brücke, das Eisenbahnviadukt der Bözberglinie sowie gegenüber des Bahnhofs das Hotel Terminus (1912–1926) und die Turnhalle Schützenmatt als kommunal schützenswerte Bauten aufgenommen werden.

Die Mehrheit der Spezialkommission ist ausserdem der Meinung, dass von der Liste der kantonalen Denkmalpflege weitere kommunale Schutzobjekte in die BNO aufgenommen werden sollten. Als Beispiele erwähnt Titus Meier die Fröhlich-Scheune an der Zurzacherstrasse 38, die Liegenschaft Ammelemähli an der Baslerstrasse 13 und das ehemalige Maschinenhaus EW Brugg.

Die Scheune gehört der Eidgenossenschaft

Die Fröhlich-Scheune kennen alle, die regelmässig auf der Zurzacherstrasse unterwegs sind. Der Kernbau des herrschaftlich gestalteten Ökonomiebaus entstand zirka 1760. Ursprünglich im Besitz einer der mächtigsten Brugger Familien, war die Scheune mit Stall Teil des Landguts Sonnenberg.

«Es handelt sich um den letzten Zeugen eines Landwirtschaftsbetriebs der Brugger Führungsschicht im Ancien Régime», hält der FDPler und Historiker Titus Meier in seinem Schlussbericht weiter fest. Heute gehört das Gebäude gegenüber des Kasernenareals der Eidgenossenschaft. Die Schutzwürdigkeit werde durch ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege gestützt.

Bei der Ammelemähli handelt es sich um ein biedermeierliches Wohnhaus von 1835. Das Ensemble an der Baslerstrasse dokumentiere auf einzigartige Weise ein Stück Gewerbe- und Sozialgeschichte. Im ehemaligen Maschinenhaus des EW Brugg beim Freudenstein ist heute eine Trafostation der IBB.

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