Brugg/Hausen/Scherz
Die Stadt Brugg will besser kommunizieren und lässt sich das 30'000 Franken kosten

Bei der Kommunikation wichtiger Infos gegenüber der Bevölkerung zeigen sich einige Gemeinden kreativ, andere eher zurückhaltend. Nachholbedarf gibts vor allem in Brugg.

Claudia Meier
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Die Brugger Stadtschreiberin Yvonne Brescianini: "Der Stadtrat wird im Rahmen der Erarbeitung des Kommunikationskonzepts seine Informationspolitik überprüfen."

Die Brugger Stadtschreiberin Yvonne Brescianini: "Der Stadtrat wird im Rahmen der Erarbeitung des Kommunikationskonzepts seine Informationspolitik überprüfen."

(az)

Wann findet die nächste Papiersammlung statt? Wo ziehen Asylbewerber ein und bis wann müssen die Bäume und Sträucher zurückgeschnitten werden? Diese und andere Fragen interessieren die Einwohner. Den Gemeinden stehen für die Information der Bevölkerung verschiedene Kanäle wie Mitteilungsblätter, Dorfzeitungen, Webseiten oder Anzeiger zur Verfügung. Die az hat bei den drei Gemeinden Brugg, Hausen und Scherz nach den Beweggründen für ihre völlig unterschiedlichen Kommunikationsstrategien gefragt. Dabei zeigte sich, dass der Handlungsbedarf bei der Stadt Brugg am grössten ist.

Zweimal statt einmal pro Monat
Die Gemeinde Scherz (650 Einwohner) lässt zweimal pro Monat ein zirka achtseitiges Mitteilungsblatt in alle Haushaltungen verteilen. Neben Informationen aus dem Gemeinderat gibt es weitere Rubriken wie Vereine und Veranstaltungskalender. «Unser Ziel ist es, dass unsere Einwohner zeitnahe und ansprechend über Aktuelles aus unserer Gemeinde informiert werden. Wir haben daher vor zirka einem Jahr auch den Rhythmus unseres Mitteilungsblatts von einmal monatlich auf zweimal monatlich angepasst», sagt Gemeindeschreiberin Michèle Bächli. Die Rückmeldungen darauf seien grösstenteils positiv.

Pro Ausgabe investiere die Gemeindeverwaltung zirka 4 Stunden Arbeit – das heisst pro Monat zirka 8 Stunden. Grundsätzlich liege die Kompetenz bei der Gemeindekanzlei. Bächli ergänzt: «Umstrittene Beiträge werden teilweise auch mit dem Gemeinderat abgesprochen.» Gedruckt werden die Mitteilungsblätter auf dem gemeindeeigenen Drucker. Für die Versandkosten per Post fallen pro Ausgabe 60 Franken an.

Zum Zusammenschlussprojekt Lupfig-Scherz wird eine separate Website betrieben. Dazu gab es wenig Rückmeldungen aus der Bevölkerung. «Auch das auf der Page vorhandene Forum wird leider nicht wie gehofft genutzt», so Bächli. «Besonders wichtig ist uns, dass sich die Einwohner gut und ausreichend informiert fühlen und dass die Informationen in einem Erscheinungsbild daherkommen, das zum Lesen anregt.» Endziel der Kommunikation sei, dass sich die Bevölkerung aktiv am politischen und kulturellen Dorfleben beteilige.

Kommission arbeitet ehrenamtlich
Modern und mit Inseraten kommt «Hausenaktuell» daher. Das 40-seitige Gemeindemagazin von Hausen (3400 Einwohner) erscheint seit 2014 sechsmal jährlich. «Wir möchten das Informationsbedürfnis der Bevölkerung abdecken und dazu einen Mehrwert bieten», sagt Gemeindeschreiber Christian Wernli. «Das Magazin soll einen Beitrag zur Identifikation mit der Gemeinde leisten.»

Die Redaktionskommission besteht aus acht Personen. «Die Mitglieder arbeiten grundsätzlich ehrenamtlich, werden jedoch pro Bericht entschädigt», fährt Wernli fort. Er schätzt, dass eine Ausgabe etwa drei Wochen Arbeit gibt. Netto kostet «Hausenaktuell» rund 38 000 Franken pro Jahr. Im Gegensatz zu den trockenen Informationen im Internet stelle das Magazin eine Art Chronik dar.

Die Stadt Brugg (11 170 Einwohner) ist bekannt dafür, zurückhaltend zu kommunizieren. «Ziel der Informationstätigkeit ist es, das Wirken des Stadtrats und der Verwaltung der Öffentlichkeit nachvollziehbar und im Interesse der Stadt Brugg zu vermitteln», heisst es im entsprechenden Reglement. Sieben Mitteilungen gab es vom Stadtrat im 2016 bisher (darunter zu Sirenentest und Termine der Ortsbürgergemeinde), diese werden auf der Website aufgeschaltet und an die Presse verschickt.

Stadtschreiberin Yvonne Brescianini hält fest: «Das Angebot wird als ausreichend erachtet. Der Stadtrat wird jedoch im Rahmen der Erarbeitung des Kommunikationskonzepts seine Informationspolitik überprüfen.» Im aktuellen Budget sind dazu 30 000 Franken eingestellt. Zu beachten sei, dass in der anschliessenden Umsetzung unter Umständen personelle Ressourcen benötigt werden, die noch nicht zur Verfügung stehen.

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