Vergleich

Die Stadt Brugg unterstützt 340 Personen: So entwickelt sich die Sozialhilfequote in der Region

Im Bezirk Brugg liegt die Sozialhilfequote im 2019 im Durchschnitt bei 1,8 Prozent.

Im Bezirk Brugg liegt die Sozialhilfequote im 2019 im Durchschnitt bei 1,8 Prozent.

Nach dem Anstieg bis 2017 sinkt die Sozialhilfequote im Aargau. Die Entwicklung zeigt sich auch in mehreren Gemeinden im Bezirk Brugg. Ein Überblick.

Knapp 14300 Personen bezogen im Aargau Sozialhilfe im Jahr 2019. Die Sozialhilfequote beträgt 2,1 Prozent. Der Bezirk Brugg liegt mit 1,8 Prozent unter der gesamtkantonalen Quote. 937 Personen – verteilt auf 609 Dossiers – wurden unterstützt.

Sowohl die kantonale wie auch die nationale Sozialhilfequote war bis 2017 langsam aber stetig angestiegen, bis der Trend mit einem leichten Rückgang durchbrochen wurde, hält das kantonale Departement Finanzen und Ressourcen in einer Medienmitteilung fest. Diese Entwicklung zeigt sich auch in mehreren Gemeinden im Bezirk Brugg.

Strukturelle Veränderungen haben einen Einfluss

Im Jahr 2019 bezogen in der Stadt Brugg 340 Personen – verteilt auf 228 Dossiers – Sozialhilfe. Auf die Frage nach den Gründen für die höhere Sozialhilfequote als im Rest des Bezirks verweist Stadtschreiber Matthias Guggisberg als mögliche Erklärung auf Faktoren wie beispielsweise mehr Anonymität oder eine höhere Ausländer- und Randgruppenquote. Die Sozialhilfestatistik des Kantons Aargau, fügt er an, zeige eine klare positive Korrelation zwischen Gemeindegrösse und Sozialhilfequote. Zugespitzt gesagt: Mit der Gemeindegrösse steigt die Sozialhilfequote.

Als «hinlänglich bekannte» Gründe für den laufenden Anstieg der Sozialhilfequote in der Stadt Brugg bis zum Jahr 2017, analog der nationalen und kantonalen Entwicklung, nennt Guggisberg die strukturellen Veränderungen: Veränderung des Arbeitsmarkts, Abbau vorgelagerter Sozialversicherungen, Zunahme von Einpersonen- und Einelternhaushalten.

Während im 2018 auf natio­naler und kantonaler Ebene die Sozialhilfequote erstmals nach 10 Jahren wieder sank, stieg sie in der Stadt Brugg nochmals an. Die Ursachen dafür sind laut Guggisberg nicht bekannt und es könne von einer zufälligen Häufung ausgegangen werden. Danach aber folgte die Ver­änderung der Sozialhilfequote in der Stadt wieder dem nationalen und kantonalen Trend und sank.

Grossstädte werden zu teuer für Armutsbetroffene

Agglomerationsgemeinden mit Zentrumsfunktion, in denen es noch günstigen Wohnraum gibt, können eine höhere Sozialhilfequote aufweisen, heisst es auf Nachfrage im benachbarten Windisch. Grossstädte werden für Armutsbetroffene zu teuer, sodass sie vermehrt in ländlichere Gebiete ziehen, führen die Sozialen Dienste aus.

Windisch habe eine sehr gute Lage, gehöre zur Agglomeration Brugg, die mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen sei, ein grosses Freizeitangebot biete und in der auch die Kinderbetreuung gewährleistet sei. Mit welcher Entwicklung künftig gerechnet wird und wie sich die Coronasituation auf die Sozialhilfe auswirken wird, sei noch nicht absehbar, antworten die Sozialen Dienste auf die entsprechende Frage.

In Birr wurden im Jahr 2019 insgesamt 138 Personen – verteilt auf 72 Dossiers – unterstützt. Die Sozialkommission erwähnt die Bevölkerungsstruktur. Diese könne es mit sich bringen, dass die Sozialhilfequote über den Durchschnittswerten des Bezirks oder des Kantons liege. Dank Einführung des Arbeitsintegrationsprogrammes Mitte 2014 habe die Sozialhilfequote seither aber konstant gehalten werden können.

Die Sozialhilfequote in den restlichen Aargauer Gemeinden:

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Grafik: Sandra Meier

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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