Bei Regen sieht das Gebäude an der Schöneggstrasse in Brugg noch trister aus als sonst schon. Doch die Tage des Betonklotzes mit den roten Fensterrahmen sind gezählt. Das Gebäude wird bald abgerissen, Bauprofile zeigen an, wo an selber Stelle die neuen Alterswohnungen entstehen. Von diesen Bauplänen ist auch die Spitex Region Brugg AG, die ihren Hauptsitz in diesem Gebäude hat, betroffen.

Für die Spitex ist es nicht überraschend, dass sie zügeln muss. «Es war schon beim Bezug der Räumlichkeiten in Brugg Ende 2012 klar, dass diese mittelfristig abgerissen und durch Alterswohnungen ersetzt werden», bestätigt Geschäftsführerin Rebekka Hansmann auf Anfrage der az. Der Umzug ist aber auch notwendig, weil das Team der Spitex gewachsen ist und die Räumlichkeiten «aus allen Nähten platzen», wie es Hansmann formuliert.

Praktisch: Gleich neben dem heutigen Spitex-Standort entsteht im Rahmen des Mammutprojekts «Akkord» ein Hochhaus mit Alterswohnungen inklusive Gewerbefläche im Erdgeschoss. Ideal, um Dienstleistungsfirmen wie beispielsweise Spitex, Pro Senectute, Schweizerisches Rotes Kreuz oder Alzheimervereinigung unterzubringen. Das Baugesuch für dieses Gebäude wurde von der Bauherrschaft Schönegg Brugg AG kürzlich eingereicht.


Die Kriterien für den Umzug

Es wäre also fast logisch, wenn die Spitex Region Brugg AG mit ihrer Verwaltung in dieses neue Gebäude einziehen würde. Bestätigen will das bei der Spitex noch niemand. «Bezüglich Miete von Gewerbefläche im Hochhaus stehen wir mit der Bauherrschaft in Kontakt», sagt Hansmann. «Die Frage betreffend die neuen Räumlichkeiten im Zentrum wird mutmasslich innerhalb der nächsten Monate geklärt werden.» Ausschlaggebend für den Entscheid sind folgende Kriterien: im Zentrum von Brugg, genügend Parkplätze sowie rasche Zu- und Wegfahrmöglichkeiten. «Pro Tag starten 16 bis 18 Mitarbeitende von Brugg aus zu ihren Touren», erläutert Hansmann.


Obwohl ein Umzug in neue Räumlichkeiten ansteht, hält die Spitex Region Brugg AG an den zwei Aussenstandorten Lupfig und Schinznach-Dorf fest. «Schon aus wirtschaftlichen Gründen macht es Sinn, an diesen festzuhalten. Die Nähe zu den Klienten ist erfolgsentscheidend», begründet Hansmann.


Ereignisreiches Geschäftsjahr 2015

Die Zukunft bringt der Spitex also noch einige Veränderungen. Viel Bewegung innerhalb der AG gab es auch im letzten Geschäftsjahr. Per 1. Januar 2015 stiess der Spitexverein Schenkenbergertal zur Spitex Region Brugg AG. Gemäss Jahresbericht haben in den letzten drei Betriebsjahren die Pflegeleistungen um über 50 Prozent zugenommen. «Das stellte neben dem Aufbau der Organisation eine zusätzliche grosse Herausforderung dar», schreibt Karsten Bugmann, Verwaltungsratspräsident. Entsprechend wurde primär das Pflegepersonal aufgestockt. «Während wir im Januar 2013 mit 28 Vollzeitäquivalenten gestartet sind, waren es Ende 2015 41», so Geschäftsführerin Hansmann. Sie ergänzt: «Es ist alles andere als selbstverständlich in einem ausgetrockneten Markt qualifiziertes Fachpersonal zu finden.

Unser guter Ruf, die Professionalität und die Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeitenden halfen uns dabei ebenso wie die Schaffung von insgesamt 14 Ausbildungsplätzen.» Zudem hätten sich junge Berufsfachpersonen entschieden, nach der Ausbildung bei der Spitex Region Brugg AG zu bleiben.


Besonders viel zu tun hatten die Mitarbeitenden letztes Jahr in Lupfig. In der Eigenämter Gemeinde wurden durchschnittlich gut 1,5 Pflegestunden geleistet – viermal mehr im Vergleich beispielsweise zu Mülligen. Hansmann ist überzeugt: «Nur dank unserer Grösse und Flexibilität ist es gelungen, diese Leistungsbezugsspitze von Lupfig abzudecken.» Insgesamt stiegen die bezogenen Pflegeleistungen pro Einwohner von 0,7 Stunden im Jahr 2013 auf 1,0 Pflegestunden im Jahr 2015.


Die Spitex Region Brugg AG will ihr Angebot weiter ausbauen. So ist geplant, in der Palliative Care ein spezialisiertes Team aufzubauen. Auch soll noch in diesem Jahr ein Angebot für Pflegedienstleistungen rund um die Uhr geprüft werden.