Die Solidarität ist gross

Die Nachbarschaftshilfen in der Region Brugg ziehen positive Zwischenbilanzen.

Pascal Bruhin
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David Hunziker, SP- Einwohnerrat.

David Hunziker, SP- Einwohnerrat.

In der Coronakrise entstanden viele Angebote für Nachbarschaftshilfen. Die Weisung des Bundes, dass Risikopatienten möglichst zu Hause bleiben sollten, löste grosse Solidarität aus. Dies bestätigen David Hunziker und Manuel Meier, die mit ihren jeweiligen Projekten in der Region Brugg aktiv sind.

«Trotz Abstandhalten können wir einander gegenseitig unterstützen», so das Credo der Nachbarschaftshilfe Brugg um SP-Einwohnerrat David Hunziker, die sich über eine Whats­app-Gruppe organisiert. «Uns geht es darum, Leute, die nicht mehr nach draussen sollen, wollen oder dürfen, zu unterstützen.» Hunziker ist es wichtig zu betonen, dass das Angebot nicht eine Einzelaktion von ihm ist: «Es gibt viele Menschen, die sich dafür engagieren.» Rund 200 freiwillige Helfer haben sich gemeldet. 85 Anfragen von Menschen, die Hilfe benötigen, sind bislang eingegangen.

Die Zahl der Helfenden übersteigt jene der Hilfesuchenden. «Das Problem scheint zu sein, dass viele Menschen Hemmungen haben, Hilfe anzunehmen», sagt auch Manuel Meier. Mit der Plattform tickit.ch und seinen 28 Mitstreitern erledigte er mittlerweile Einkäufe im Wert von rund 5000 Franken für Risikopatienten im Schenkenbergertal, in Kaisten und in Brugg. Vor allem Personen über 65 Jahre würden das Angebot in Anspruch nehmen. Seit einigen Wochen nehmen die Gesuche ab. «Viele Aufträge sind seit Anfang unseres Projekts vermittelt und laufen seit dann wöchentlich oder öfters. Wir nehmen aber an, dass die wöchentlichen Aufträge teilweise nicht mehr nötig sein werden, da die Hilfesuchenden wieder selbst einkaufen möchten», sagt Hunziker. Auch Meier gibt an, dass die Nachfrage nachlasse.

Wie die Zukunft der bei­- den Projekte aussieht, ist denn auch ungewiss. «Wir werden die Plattform so lange weiter betreiben, wie eine Nachfrage besteht», sagt Meier. Die Nachbarschaftshilfe Brugg überlegt sich, ein Hilfsangebot aufzubauen, das auch nach der Coronakrise bestehen bleibt. Das persönliche Fazit ziehen beide sehr positiv. «Es ist schön zu sehen, wie viele unkomplizierte Menschen es gibt», sagt Meier. Und Hun­ziker: «Viele schöne und spannende Begegnungen sind dar­-aus entstanden. Diese Unterstützung über Generationen hinweg und die Hilfsbereitschaft in der Gruppe sind grossartig.»