Bözen
Die Silvesterfackeln stammen aus Jeanshosen und Bierdeckeln

Dank einem österreichischen Arbeitskollegen lernte Markus Basler das Handwerk des Fackelbaus. Seit 2005 zaubert er in der Silvesternacht ein Fackelbild mit Jahreszahl auf den Hang beim Siegenhölzli in Bözen.

Claudia Meier
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Die Silvesterfackeln aus Bözen
7 Bilder
Fackeln im Gelände
Die Fackel brennt bei jedem Wetter
Markus Basler mit den selbstgefertigten Fackeln
Fackelbild 2011
Fackelbild 2010
Fackelbild 2009

Die Silvesterfackeln aus Bözen

AZ

Um in der Silvesternacht ein ganzes Dorf glücklich zu machen, benötigt Markus Basler diesmal neben einer guten Idee folgende Zutaten: Alte Jeanshosen, einige Kilogramm Kerzenresten, ausgediente Kartonröhren und gut 150 Bierdeckel.

Seit 2005 zaubert der zweifache Familienvater zum Jahreswechsel ein Fackelbild an den Hang beim Siegenhölzli in Bözen.

Die beste Sicht auf das Bild, mit dem das neue Jahr begrüsst wird, hat man von der Kirche aus. Das Sujet hat Markus Basler auf Millimeterpapier aufgezeichnet und bleibt geheim. Nur so viel sei verraten: Dieses Jahr setzt er auf über 30 Metern Länge und 12 Metern Breite eine Idee seiner siebenjährigen Tochter Maja um.

Handwerk von österreichischem Arbeitskollegen gelernt

Der gelernte Landmaschinenmechaniker hat schon einen Tannenbaum, ein Kleeblatt, einen Stern und ein Herz auf der Wiese dargestellt - immer verbunden mit der neuen Jahreszahl. Die Ideen gehen ihm nicht aus. Zum 725-Jahr-Jubiläum der Gemeinde im oberen Fricktal war das Sujet fast hundert Meter lang.

Basler fertigte dafür rund 450 Fackeln an. Entzündet werden die Fackeln gegen 23.30 Uhr. Sie brennen während zweier Stunden. Zurück bleibt nichts.

Das Handwerk zum Fackelbau erlernte der 38-Jährige von seinen österreichischen Arbeitskollegen. Sie waren es, die Basler manchmal baten, runde Bierdeckel zu besorgen. Das zuvor zugeschnittene Stück Kartonröhre – ein Abfallprodukt vom Geschäft – wurde auf die Bierdeckel geklebt.

In die Mitte kam ein Docht aus Jeansstoff. Aufgefüllt wurde das Ganze in mehreren Schritten mit flüssigen Wachsresten.

Was die Österreicher können, wollte Basler, der seit 15 Jahren im Tunnelbau tätig ist, auch probieren. Er fertigte selber 10 Zentimeter hohe Fackeln an. «Länger als zwei Stunden müssen sie ja nicht brennen», so Basler.

300 Fackeln pro Wochenende

Der Produktionsaufwand ist nicht zu unterschätzen. In einem gut eingerichtet Schuppen neben seinem Haus stellt der Bözener an einem Wochenende oder in mehreren Abendeinsätzen bis zu 300 Fackeln her.

Ab und zu gibt es private Anfragen für Fackelbilder. Im Winter, wenn die Natur ruht, ist die Realisierung auf der Wiese am einfachsten. «Schwierig wird es nur, wenn es stark schneit», sagt Basler.

Für heute Abend ist alles bereit. Die beiden Kinder, Maja und Jan, sowie Kollegen werden Basler begleiten. Seine Frau Sabrina gibt ihm von der Kirche her Anweisungen, falls noch etwas fehlt. Gegen Mitternacht wird sich der Fackelbild-Meister unter die Zuschauer mischen, bevor er dann mit seinen Liebsten aufs neue Jahr anstösst.

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