Oper Schenkenberg
Die Seifenblase ist geplatzt

Die Oper Schenkenberg hat die Bilanz beim Konkursamt deponiert. Viele Lieferanten gehen leer aus.

Claudia Meier
Claudia Meier
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Die Oper Schenkenberg ist Konkurs.

Die Oper Schenkenberg ist Konkurs.

Aargauer Zeitung

Die Oper Schenkenberg ist Geschichte. Ihr Intendant war ein Visionär. Sein Ziel war es, an neuen Standorten qualitativ hochstehende Opern zu realisieren. Dabei konnte er – zu Beginn jedenfalls – auf die Unterstützung von vielen Sponsoren, Unternehmern, freiwilligen Helfern, Gemeinden und Oper-Liebhabern zählen. Die erste Produktion «Carmen» war ein Erfolg.

Mit «Il Trovatore» drei Jahre später wurde alles noch imposanter angerichtet. Zurück blieben ein Loch in der Kasse und viele verärgerte Leute. Einige Lieferanten mussten auf Einnahmen verzichten. Mit ihnen wurde Stillschweigen vereinbart und mit einigen Hauruck-Übungen (Stück- und Regiewechsel, Kaufmännischer Direktor) die dritte Produktion – «Rigoletto» – geplant.

Kritische Fragen und gut gemeinte Inputs prallten beim Intendanten in der Regel ab. Wer ihm aber einen Finger reichte, musste beide Hände geben. Oder anders gesagt: Wer Sänger kostenlos bei sich übernachten liess, musste diese wie selbstverständlich auch noch bekochen und zu den Proben chauffieren, weil es nicht organisiert war.

Genau diese Dominanz und Arroganz des Intendanten waren es, die dazu führten, dass sich immer mehr Leute von der Freiluft-Oper abwandten. Nicht kritik- und lernfähig sind Stichworte, die in diesem Zusammenhang fallen. Dass es zum Konkurs kam, soll jetzt also an den fehlenden Zuschauern und nicht an der zu gross angerichteten Produktion liegen. Doch viele
Beobachter sagen: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.