Brugg
«Die Schweizer mögen ja hoffentlich auch Musik»

Am Sonntag tritt die deutsche Sängerin Anna Depenbusch im Salzhaus auf. Es wird ihr erstes Konzert in der Schweiz. Sie erzählt, was ihre Zuschauer erwartet und warum sie den Winter so gerne mag.

Luisa Bider
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Sonntag: Anna Depenbusch – solo am Klavier im Salzhausin Brugg. ho

Sonntag: Anna Depenbusch – solo am Klavier im Salzhausin Brugg. ho

ZVG

Anna Depenbusch kommt am Sonntag zum ersten Mal für ein Konzert in die Schweiz – nach Brugg. In Deutschland hat die Pop-Chanson-Sängerin aus Hamburg bereits verschiedene Auszeichnungen für ihre Songtexte erhalten. Zurzeit ist sie mit ihrem neuen Programm «Anna Depenbusch in schwarz-weiss» unterwegs und arbeitet an ihrem fünften Album.

Ihr einziges Schweizer Konzert auf Ihrer Tour spielen Sie in Brugg – wieso?

Anna Depenbusch: Ich war ehrlich gesagt auch erstaunt. Ich kenne Brugg nicht, war noch nie da und habe keine Beziehung dazu. Die Leute, die passende Konzertlokale für mich buchen, fanden, das Salzhaus passt zu mir. Das wird übrigens mein allererstes Konzert in der Schweiz.

Dann ist dieses Konzert ja etwas ganz Besonderes für Sie. Welche Erwartungen haben Sie an die Schweiz?

Ach, ich denke, das wird ganz gut gehen: Die Schweizer mögen ja schliesslich auch Musik, glaube ich (lacht). Ich denke, den Leuten wird mein Konzert gefallen. Auf dieser Tour bin ich solo unterwegs – so kann ich mehr auf das Publikum eingehen, Geschichten erzählen und mit den Zuhörern spielen.

Man sagt aber oft, Schweizer seien ein wenig zurückhaltend – machen Sie sich keine Sorgen, dass sie bei einem intimen Konzert wie Ihrem nicht mitmachen?

Ich habe da eigentlich keine Angst – schliesslich sagt man auch von den Menschen aus Hamburg, sie seien verhalten. Die kann ich aber auch immer begeistern. (lacht)

Was erzählen Sie denn für Geschichten?

Das erzähle ich jetzt nicht einfach so, da muss man schon vorbeikommen!

Was erwartet uns sonst an Ihrem Konzert?

Es gibt einige neue Songs – ich arbeite gerade an meinem nächsten Album – und auch sonstige Überraschungen. Mein Solo-Programm «Anna Depenbusch in schwarz-weiss» ist ganz anders als mein letztes Programm – ich habe zum Beispiel die Freiheit, ein Lied ganz neu zu arrangieren, sodass es die Leute im ersten Moment gar nicht wiedererkennen.

Ihr letztes Album, «Sommer aus Papier», war viel farbiger und auf Tour hatten Sie Ihre ganze Band dabei – ist es nicht schwierig, jetzt plötzlich nur am Klavier aufzutreten?

Nein, gar nicht. Ich geniesse und brauche diese Abwechslung. Mal mit Band, mal ohne – ich finde das schön. Und obwohl meine Musik auf dieser Tour reduzierter ist, ist sie sehr abwechslungsreich.

Sie wurden für Ihre Songtexte schon mit dem deutschen Fred-Jay-Preis für Songtexte ausgezeichnet – was macht Ihre Texte denn so speziell?

Meine Texte sind nicht gradlinig und haben oft spezielle Wendungen – sie machen sozusagen poetische Bögen. Es sind ganz kleine Situationen, die mich inspirieren: Freunde, die etwas sagen oder eine Situation, die sich auf der Strasse abspielt.

Sie haben in einem früheren Interview gesagt, Sie seien ein Winterkind – wieso?

Ich mag den Winter und bin dann auch am produktivsten. Es entstehen neue Dinge, weil es so ruhig ist und man Zeit zum Nachdenken hat. Im Inneren entsteht dann viel Neues, das dann im Frühling herauskommt. Bei mir sind das neue Lieder – im November und Dezember schreibe ich besonders viele. Zurzeit bin ich auch gerade im Studio – ich finde das immer spannend, wie etwas Neues entsteht.

Und wenn Sie selber nicht gerade Musik schreiben oder machen, was hören Sie?

Ich bin dabei sehr launisch (lacht). Das geht über klassische Musik von Debussy über alte Musik von The Police, bis hin zu modernen Klängen und skandinavischer Musik – eigentlich höre ich alles, was Herz hat.

Skandinavische Musik?

Björk finde ich beispielsweise super – sie produziert auch alles selbst. Ich habe ihre Musik schätzen gelernt, als ich einmal drei Monate lang in Island war. Das war eine Orientierungsphase für mich, um meinen Weg zu finden. Die Zeit hat mich dazu inspiriert, meine eigene Musik zu machen.

Reisen Sie oft, um Ideen für Ihre Musik zu sammeln?

Nicht unbedingt. Ich habe dazu ein Musikzimmer hier in Hamburg, wo ich Musik höre, mache und entspanne. Wenn ich aber reise, dann lieber in den Norden als in den Süden. Ich liebe diese saftigen, grünen Blätter – das Vertrocknete im Süden gefällt mir hingegen nicht so.