Lupfig

Die Schweizer «Holzgass Borussen» sind bereit für die Saison

Sie hoffen auf einen starken Saisonauftakt ihres Klubs: Ein Teil des BVB -Fanclubs mit Präsident Kevin Bürgin (unten links).

Sie hoffen auf einen starken Saisonauftakt ihres Klubs: Ein Teil des BVB -Fanclubs mit Präsident Kevin Bürgin (unten links).

Im Eigenamt gibt es den einzigen offiziellen Borussia-Dortmund-Fanclub im Aargau – eine echte Liebe in Schwarz-Gelb. Ihr grösster Stolz ist eine Meisterflagge – von allen damaligen Spielern signiert.

Pauken- und Trommelschläge hallen durch die Katakomben des Signal Iduna Parks wie die Schläge eines Herzens. Die Fans johlen und schreien; hüpfen und stampfen auf der bekanntesten Stehplatz-Tribüne Europas.

Und spätestens, wenn sie «You’ll never walk alone», die Fussballhymne schlechthin, anstimmen, ist es um einige Eigenämter geschehen. Dann jagen Schauer über ihre Rücken. Gänsehaut pur. «Dann komme ich mir jeweils vor wie ein Poulet», sagt Renato Roth (24). «Es ist eine Sucht», ergänzt Martin Bürgin (46). «Das will man immer wieder erleben.»

«Man kann es nicht in Worte fassen»: Kevin Bürgin über seine Leidenschaft.

«Man kann es nicht in Worte fassen»: Kevin Bürgin über seine Leidenschaft.

Eigentlich ist er dafür verantwortlich, dass es jetzt in Lupfig den ersten offiziellen BVB-Fanclub im Aargau gibt. Bereits 1984, als der Schweizer Fussballer Andy Egli zu den Borussen wechselte, verfolgte Martin Bürgin den Klub.

Und als dann mit Stéphane Chapuisat 1991 ein Schweizer Fussballer in Dortmund für Furore sorgte, wuchs das Interesse. Martin Bürgin gelingt es, an Tickets für ein Spiel im damaligen Westfalen-Stadion zu kommen.

Die Aargauer BVB-Fans im Signal Iduna Park in Dortmund.

Die Aargauer BVB-Fans im Signal Iduna Park in Dortmund.

Es sollte ein Erlebnis werden, das er so schnell nicht vergessen wird. Bald überträgt sich der schwarz-gelbe Virus auch auf Sohn Kevin (22). Sie treten dann einem Fanclub in Basel bei, doch dieser löst sich bald auf.

Das veranlasst Vater und Sohn dazu, selber einen Verein zu gründen. Der Freundin von Kevin, Stephanie Zsidi (22), blieb nichts anderes übrig, als sich ebenfalls dem Verein anzuschliessen. «Wäre sie Bayern-Fan, wäre es wohl etwas schwierig gewesen mit einer Beziehung», scherzt Kevin.

Seit dem 31. Januar 2015 gibt es also in Lupfig den Verein «Holzgass Borussen». Zu Hause sind sie an der Holzgass, wo sie relativ unkompliziert zu einem Raum gekommen sind, den sie über ein Jahr lang selber umgebaut und gestaltet haben.

Es ist eine Welt in schwarz-gelb, wenn man in den Raum hineintritt. Schwarze Sofas und Hocker, Glastischchen und natürlich überall Fahnen, Fanschals, Fotos. Es gibt BVB-Servietten, BVB-Glasuntersetzer, BVB-Kissen. Der grösste Stolz der Gruppe: Die riesige Fahne von der Meisterschaft 2010/11, als die Borussen den Meistertitel in den Ruhrpott holen konnten. Sämtliche Unterschriften der damaligen Spieler sind darauf zu finden.

Damit die «Holzgass Borussen» auch als offizieller Fanclub gelten, mussten sie im Frühjahr extra nach Dortmund reisen und sich dort registrieren lassen. Vorweisen mussten sie die Statuten und das geplante Vereinsprogramm.

Als offizieller Fanclub kommen die «Holzgass Borussen» etwas leichter an Tickets. Martin Bürgin betont: «Ein gewisses Kontingent haben aber auch wir nicht zur Verfügung.» Wer also dem Verein nur beitreten will, um einfacher an Tickets zu kommen, sei bei den «Holzgass Borussen» am falschen Ort.

14 Mitglieder zählt der Verein bis jetzt. «30 Mitglieder wären schön», sagt Martin Bürgin. Wichtig sei ihm, dass man noch die Übersicht, die Kontrolle hat. «Wir wollen nicht riskieren, dass sich uns irgendwelche Chaoten anschliessen.»

Frauen sind willkommen

Willkommen sind auch Frauen und eher jüngere Fans. «Wir haben für alle einen Platz, die sich für den BVB interessieren», so Martin Bürgin. Die jährliche Abgabe beträgt 100 Franken. Damit bezahlt der Fanclub die TV-Gebühren, Strom und Wasser. Etwa sechsmal pro Saison reisen die «Holzgass Borussen» an ein Heimspiel ihres Herzensklubs.

Jetzt steht für die BVB-Fans aber zuerst die Saisoneröffnung an. Heute Freitag startet die Bundesliga. Dortmund spielt morgen Samstag zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach. Ein harter Gegner gleich zu Beginn, meinen Kevin Bürgin und seine Kumpanen. Sie hoffen, dass in dieser Saison mit Roman Bürki im Tor ein weiterer Schweizer die Dortmunder zu Erfolgen führen wird.


Interessierte, die gerne dem Verein beitreten möchten, melden sich bei holzgass.borussen@gmail.com

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