Lupfig
«Die Schule Lupfig hat die Krise überwunden»

2012 noch gab es schlechte Noten für die Qualität an der Schule – mittlerweile wurde so einiges geändert. Bei der Nachevaluation von Anfang Jahr stehen alle Ampeln auf Grün.

Janine Müller
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Monika Zimmermann, neue Schulleiterin: «Den Lehrpersonen fehlt eine Schulleitung, von der sie sich unterstützt fühlen.»

Monika Zimmermann, neue Schulleiterin: «Den Lehrpersonen fehlt eine Schulleitung, von der sie sich unterstützt fühlen.»

ZVG

Die Liste mit den Mängeln der Schule Lupfig nach der Evaluation im Jahr 2012 war lang: Die organisatorischen Abläufe stimmten nicht, das gesamte Qualitätsmanagement war unklar oder vielen gar nicht bekannt, die Personalführungspapiere waren teilweise nicht vorhanden und die Kommunikation zwischen Schulleitung und Lehrpersonen funktionierte auch nicht so, wie sie eigentlich sollte. All diese Faktoren führten zu Missverständnissen, Kommunikationsproblemen und Instabilität.

«Aufgrund der vielen Unklarheiten in der Organisation und in den nicht vorhandenen Abläufen resultierte eine instabile Situation», erklärt die heutige Schulleiterin Monika Zimmermann. «Den Lehrpersonen fehlte eine Schulleitung, von der sie sich unterstützt fühlten.» Das habe dann zu überlasteten Lehrern geführt, weil jeder Einzelne Verantwortung übernahm, damit die Schule einigermassen stabil blieb. Dadurch verschlechterte sich aber das Arbeitsklima. Das schlug sich auch in der Schulevaluation nieder. Die Folgen: Die Schule Lupfig musste über die Bücher und sich massiv verbessern.

Nun fand Ende Januar 2015 die Nachevaluation statt, Anfang März wurden die Lehrpersonen über die Resultate informiert. Diese sind positiv: Alle Ampeln stehen auf Grün. «Die Schule Lupfig hat die Krise überwunden», sagt Schulleiterin Monika Zimmermann. Man habe die Wende geschafft.

Führungswechsel war nötig

Massgeblich dazu beigetragen hat der Führungswechsel in der Schulleitung, hält der Bericht der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) fest. Mit Monika Zimmermann konnte per 1. Februar 2014 eine erfahrene Führungspersönlichkeit gewonnen werden. Die 50-Jährige war bereits in den Kantonen Solothurn und Zürich als Schulleiterin tätig. Obwohl es schwierige Zeiten für das Personal waren, gab es erstaunlicherweise kaum Wechsel im Lehrerkollegium. «Ich konnte mit einem langjährigen, engagierten Team starten», sagt Zimmermann.

Um die Situation zu verändern, wurden Qualitätsgruppen geschaffen. Im Herbst 2013 starteten die Lehrpersonen mit einer Weiterbildung. Diese sieht gegenseitige Unterrichtsbesuche mit Beobachtungsaufträgen vor. So geben sich die Lehrpersonen gegenseitig Rückmeldungen und tauschen sich in Unterrichtsteams zu pädagogischen Fragen aus. «Nach jedem Treff geht dann ein Kurzprotokoll an die Schulleitung», erklärt Zimmermann. «Die Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen werden dann nach einigen Monaten präsentiert. Daraus werden weitere Ziele definiert.» Dies diene der Qualitätssicherung, führt die Schulleiterin weiter aus.

Neue interne Organisation

Auch die interne Organisation wurde gänzlich überarbeitet. Heute liegen für die Mitarbeitergespräche und Schulbesuche detaillierte Unterlagen vor. Dazu wurde ein neues Funktionen-Diagramm geschaffen. «Aus der Not geboren musste die Schulpflege damals ausserordentlich viel in der operativen Leitung übernehmen. Das führte zu einer Vermischung der Rollen», erklärt Zimmermann. «Dies war mit ein Grund, dass die Lehrpersonen nicht mehr wussten, bei welchem Anliegen sie wen kontaktieren müssen.»

Diese Massnahmen haben dazu beigetragen, dass die Nachevaluation positiv ausgefallen ist und die Schule Lupfig heute mehrheitlich über den kantonalen Werten liegt bei der internen schriftlichen Befragung, wie Schulpflegepräsident Markus Wyss und die Schulleitung in einem Schreiben mitteilen. Zimmermann ist klar, dass Papiere und Fragebögen nicht das sind, was die Schule ausmacht. «Trotzdem erlebte ich immer wieder», so Zimmermann, «dass gerade in schwierigen Situationen, Papiere Fundamente und Strukturen bilden und somit Sicherheit vermitteln.» So habe sie auch in Lupfig erlebt, «dass sich eine Last in eine lebendige Motivation verändern kann».