Böztal

Die Schule bleibt im Dorf – auch wenn die Gemeindefusion zustande kommt

Bözen beherbergt die Schule für Bözer und Elfinger Kinder.

Bözen beherbergt die Schule für Bözer und Elfinger Kinder.

Die Primarschulen in Bözen, Effingen und Hornussen werden auch bei einem Ja zum Fusionsprojekt Böztal weitergeführt. Die Gegner eines Zusammenschlusses sind aber skeptisch.

Am 24. November entscheiden die Stimmbürger von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) an der Urne, ob sie den Fusionsvertrag für die neue Einwohnergemeinde Böztal annehmen wollen. Während die Befürworter auf einem Flugblatt damit werben, dass die Schulen im Dorf bleiben, haben sich Fusionsgegner in Effingen zu diesem emotionalen Thema kritisch geäussert.

Denn bereits 2012 musste die Schule in der 300-Seelen-Gemeinde Elfingen dichtmachen. Seither fahren die Primarschüler und Kindergärtler mit dem Postauto ins Nachbardorf und werden in der Schulanlage Bözen unterrichtet. Für die Fusionsgemeinde Böztal ist vorgesehen, dass sich an den verbleibenden drei Primarschul- und Kindergartenstandorten nichts ändern soll.

«Wer garantiert uns einen mittel- bis langfristigen Fortbestand der Schule? Letztlich entscheiden nicht die vier Dörfer, sondern der Kanton, ob in einer Gemeinde mit gut 2500 Einwohnern gleich an drei Orten dieselben Schultypen angeboten werden», schreiben Fusionsgegner in einem Flugblatt, das in Effingen verteilt wurde. Eine Schulzusammenlegung sei früher oder später wohl kaum zu umgehen.

Gemeinde entscheidet über Zahl der Schulstandorte

Auf Nachfrage der AZ beim kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) sagt Sprecherin Simone Strub, dass die neue Gemeinde Böztal auch Trägerin der Volksschule vor Ort ist. Dann gibt es für die BEEH-Ortsteile noch eine Schulpflege und eine Schulleitung. «Es ist Sache der neuen Gemeinde, zu entscheiden, an wie vielen Standorten sie ihre Volksschule im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen führen kann und will», fährt Strub fort.

Auf der Stufe Kindergarten und Primarschule gebe es keine rechtliche Regelung, welche die Anzahl Schulanlagen oder Schulhäuser ins Verhältnis zur Schülerzahl setzt.
Die rechtlichen Grundlagen des Kantons Aargau enthalten nur Mindestschülerzahlen.

Im Kindergarten sind es 7 Kinder und auf der Stufe Primarschule 15 bezogen auf den gesamten Schulträger, also alle Schulanlagen zusammengezählt. «Auf der Stufe Kindergarten und Primarschule gibt es keine Vorgaben zu Mindestschülerzahlen an einzelnen Schulanlagen», präzisiert Strub.

Ein Blick in die Statistik zeigt für das Schuljahr 2018/19 folgende Zahlen an den drei Schulstandorten: 18 Kindergärtler und 58 Primarschüler in Bözen, 19 Kindergärtler und 40 Primarschüler in Effingen sowie 19 Kindergärtler und 58 Primarschüler in Hornussen.

Strategische Entscheide liegen bei der Schulpflege

Kann die Bevölkerung bei einer Reorganisation der Schullandschaft durch den Kanton mitreden? Die BKS-Sprecherin: «Aktuell ist beim Kanton Aargau keine Reform oder Reorganisation auf Stufe Kindergarten oder Primarschule geplant.»

Falls aufgrund irgendeiner Reform Veränderungen bezüglich der Primarschule in der neuen Gemeinde Böztal angezeigt wären, würde die verantwortliche Behörde, nach heutigem Stand die Schulpflege, die strategischen Entscheidungen vorantreiben müssen. «Ein Einbezug der Bevölkerung wäre in diesem Moment sicherlich möglich und in vielen Fällen auch sinnvoll», so Simone Strub.

Zudem müsste auch beachtet werden, was allenfalls im Fusionsvertrag bezüglich der Standortveränderungen festgehalten wurde. Darin heisst es, dass für einen allfällig notwendigen Transport zwischen den Ortschaften der öffentliche Bus genutzt würde.

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