Aufgeregt stehen sie neben ihren Eltern, die neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler. Sie sind gut zu erkennen an ihren leuchtenden, bunten Schultheks, die schon jetzt prall gefüllt zu sein scheinen. In wenigen Minuten wird es so weit sein und sie werden zum ersten Mal das Stapferschulhaus betreten und offiziell Erstklässler sein. Es ist ein grosser Tag für rund 34 neu eingeschulte Kinder und ihre Eltern oder Grosseltern.

Zu Ehren der neuen Erstklässler singen die höheren Klassen mitsamt Lehrpersonen das neue Stapferlied. Dieses ist dem renovierten Stapferschulhaus gewidmet und wird an der offiziellen Einweihung am 1. September erneut vorgetragen werden. Voller Inbrunst singen die Kinder Passagen wie «S isch euses Stapfer, euse neu Palascht» oder «Es freut sich Gross und Chli, es chönnt net schöner si. Jetzt simmer äntlich zrugg, im wunderschöne Stapferschuelhus z Brugg.» Die Kinder selber hätten gesagt, das Schulhaus sehe aus wie ein Schloss oder Palast, erklärt Schulleiterin Barbara Iten später die eben erwähnte Passage.

Der erste Schultag im neuen Schulhaus

Der erste Schultag

Die Erstklässler wurden mit dem neuen Stapfer-Lied sowie einem Spalier empfangen. Nachher durften sie zum ersten Mal – gemeinsam mit ihren Eltern – ins Schulzimmer.

Die Älteren stehen Spalier

Nachdem auch der letzte Ton verklungen ist, ergreift Schulleiterin Barbara Iten das Wort. Auch für sie ist das Stapfer mehr ein Palast als ein Schulhaus. Sie spricht die diversen Neuerungen an und sagt: «Das ist ein anderer Ort, der nun entdeckt werden muss.» Dann wendet sie sich direkt an die Erstklässler, die immer noch bei ihren Eltern stehen. «Wer hat sich auf den ersten Schultag gefreut?» Zahlreiche Finger schiessen in die Höhe.

«Euse neu Palascht»: die Schüler singen das Stapferlied

Die Schülerinnen und Schüler singen das Stapferlied

Der erste Schultag im neuen Schulhaus wird musikalisch untermalt.

Iten lässt es sich nicht nehmen, die neuen Lehrpersonen vorzustellen. Sie erhalten eine Sonnenblume. Auch die vier Kinder, die ab diesem Sommer aufgrund ihres Zuzugs neu im Stapferschulhaus zur Schule gehen, begrüsst Iten einzeln. Sie dürfen ebenfalls eine grosse Sonnenblume in Empfang nehmen. Dann geht es für die Erstklässler los. Sie werden von ihrem Götti oder ihrer Gotte an der Hand genommen. Ihre Paten für ein Jahr sind die Sechstklässler, die Grossen. Diese werden den Erstklässlern in den kommenden Tagen und Wochen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die übrigen Kinder haben sich derweil aufgereiht und stehen Spalier. Ein Erstklässler nach dem anderen schreitet nun an der Hand seines Göttis oder seiner Gotte dem Spalier entlang und erhält dabei eine Überraschung. Die Zweitklässler schenken jedem ein Tontöpfli, die Drittklässler füllen das Töpfli mit Erde, die Viertklässler stecken einen Sonnenblumensamen hinein und von den Fünftklässlern erhalten sie schliesslich eine gebastelte Blume mit ihrem Namen darauf.

Anschliessend kommt der grosse Moment: Die Erstklässler dürfen hinter ihrer Klassenlehrerin ins Schulzimmer und sich einen Platz aussuchen. Im Schulzimmer von Käthi Weinhold geht das Platzsuchen der 15 Erstklässler gesittet vonstatten. Gespannt sitzen die Kinder da, die Eltern haben sich irundhereum aufgestellt. Alle lauschen Weinhold, die jetzt Namensschildchen und Filzstifte verteilt. Während die Kinder emsig ihren Namen ausmalen, erklärt die Klassenlehrerin den anwesenden Eltern einige organisatorische Dinge. Und dann ist es bereits Zeit für die Pause und die frischgebackenen Erstklässler haben ihren ersten Schultag schon fast hinter sich. Noch viele werden folgen.