Brugg-Windisch
Die riesige Uhr im neuen Campus in Brugg-Windisch tickt anders

Die Würfel sind gefallen. Fünf Künstler werden die Lichthöfe im Campus-Neubau in Brugg-Windisch gestalten. Eine öffentliche Ausstellung zeigt alle 15 Finalisten.

Claudia Meier
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 Das Siegerprojekt des einzigen Aargauer Künstlers Stefan Gritsch aus Lenzburg heisst «Texturen». Gritsch will den Verputz auf den zwei gegenüberliegenden Wänden eines Lichthofs teilweise wieder abtragen. Er will den sandfarbenen Verputz gezielt entfernen lassen, um die entstandenen Lücken mit Acrylfarbfolien und Farbhäuten partiell neu zu überziehen. Sein Ansatz ist poetischer und nicht ökonomischer Natur. Der Raum soll so atmosphärisch aufgewertet werden.
5 Bilder
Bilder in den Lichthöfen des Campus Brugg-Windisch
«The Reflexion, the Image is me... but I am not the Reflexion» Daniele Buetti aus Zürich wird die Stirnwand eines Lichthofs mit fünf übereinander liegenden Spiegelplatten überziehen. Mit dem Projekt «The Reflexion, the Image is me... but I am not the Reflexion» vergrössert er den verfügbaren Raum, füllt ihn mit mehr Licht und verzerrt ihn zugleich. Davor montiert er eine 15 Meter lange Chromstahlstange. Diese filigrane Zeichnung als reales Objekt fordert den Betrachter heraus, die Stange zu erklettern. Ob das gelingt, wird die Realität zeigen.
«Reality Hacking» Der Vorschlag von Peter Regli aus Zürich mit den fünf Holzadlern ist Teil des Langzeitprojekts «Reality Hacking». Die überlebensgrossen Adlerfiguren werden vom Schweizer Meister für Motorsägenskulptur hergestellt und im Auftrag des Künstlers in zwei Teile zersägt. Damit werden die Figuren aus dem Zwangskorsett der Form befreit. Sie schweben gefangen und vor aller Augen kopfüber im Lichtschacht. Die Widerspenstigkeit des Konzepts hat die Jury überzeugt.
«Cluster» Kunst und Musik verschmelzen beim Projekt «Cluster» von Luigi Archetti aus Zürich. Der Lichthof wird zum Bildträger, in dem verschiedene Impulse – visuelle und klangliche – aufeinandertreffen. Die E-Gitarre wird sowohl mit Rock-Musik wie mit Konzertbesuchen in Verbindung gebracht; sie ist Zeichen einer gesellschaftlichen und ästhetischen Intervention, angesiedelt zwischen Revolte und Spass. Die Jury lobt den assoziationsreichen Erfahrungsraum und die visuelle Präsenz.

Das Siegerprojekt des einzigen Aargauer Künstlers Stefan Gritsch aus Lenzburg heisst «Texturen». Gritsch will den Verputz auf den zwei gegenüberliegenden Wänden eines Lichthofs teilweise wieder abtragen. Er will den sandfarbenen Verputz gezielt entfernen lassen, um die entstandenen Lücken mit Acrylfarbfolien und Farbhäuten partiell neu zu überziehen. Sein Ansatz ist poetischer und nicht ökonomischer Natur. Der Raum soll so atmosphärisch aufgewertet werden.

ZVG

Imposant ist nicht nur der 190-Millionen-Campus-Neubau beim Bahnhof Brugg. Eindrücklich wird sich auch die künstlerische Gestaltung der fünf 15 Meter hohen Lichthöfe (siehe Bilder) im Gebäudeinnern präsentieren.

Der Kanton Aargau, vertreten durch die Immobilien Aargau sowie die kantonale Kommission «Kunst im öffentlichen Raum» haben im letzten Jahr einen Kunstwettbewerb ausgeschrieben. Von den 63 eingereichten Bewerbungsdossiers haben 15 Künstler den Sprung in die engere Auswahl geschafft.

Eine Jury wählte fünf Projekte nach folgenden Kriterien aus: künstlerische Qualität, innovativer Gehalt, Bezug zum Kontext und Machbarkeit. «In der Jury führten wir kontroverse Diskussionen», sagt Kuno Schumacher, Leiter Architektur und Entwicklung, Immobilien Aargau, und ergänzt: «Die Auswahl war nicht einfach, aber sehr spannend.»

Vernissage am Mittwochabend

Die Wettbewerbsarbeiten «Campus-Neubau FHNW Brugg-Windisch; Kunst im öffentlichen Raum» der 15 Finalisten können vom 3. bis 9. April im Foyer der Hallerbauten, Klosterzelgstrasse 2, in Windisch besichtigt werden. Die Vernissage findet heute Mittwochabend um 17.30 Uhr im Beisein der Künstler statt. Vorgestellt werden auch die fünf unten abgebildeten Siegerprojekte. (AZ)

Der Regierungsrat ist der Juryempfehlung gefolgt. Er hat für die Umsetzung der fünf Sieger-Kunstobjekte ein Kostendach von 550'000 Franken aus dem Baukredit gesprochen. Pro Künstler und Kunstwerk stehen somit rund 110'000 Franken zur Verfügung. Die Installation der Kunstobjekte ist für August 2013 geplant. Der Campus wird im September seinen Betrieb aufnehmen.