Brugg
Die Regionalpolizei Brugg ist gefordert und braucht Verstärkung

Der Brugger Einwohnerrat entscheidet über jährliche wiederkehrende Kosten von 118 000 Franken für eine neue Stelle für die Regionalpolizei.

Michael Hunziker
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Mehr Verkehr, mehr Kontrollen: Die Anforderungen für die Polizei werden umfangreicher.

Mehr Verkehr, mehr Kontrollen: Die Anforderungen für die Polizei werden umfangreicher.

Michael Hunziker

Einbruchdiebstähle in Wohn- und Geschäftshäuser, Autoaufbrüche, häusliche Gewalttaten, Verkehrsinstruktionen an den Schulen: Die Polizistinnen und Polizisten sind gefordert. Die Anforderungen werden umfangreicher, die Belastung nimmt zu. Auch werden immer mehr Fahrzeuge in Betrieb gesetzt, gefragt sind also zusätzliche Kontrollen. Nicht zuletzt wirkt sich die steigende Migration sowie der Wandel der Gesellschaft mit dem veränderten Ausgehverhalten auf die Polizeiarbeit aus. Nötig sind zunehmend Einsätze ausserhalb der Bürozeiten, in der Nacht und am Wochenende.

Aktuell kalkuliert ist für die Regionalpolizei Brugg ein Korpsbestand von 21 Polizistinnen und Polizisten (2100 Stellenprozente) sowie von 3 Verwaltungsangestellten (210 Stellenprozente). Vorgesehen ist, die Stellenprozente für die Vertragsperiode 2017–20 um ein 100-Prozent-Pensum zu erhöhen. Für die beantragte Stelle wird mit wiederkehrenden jährlichen Kosten von 118 000 Franken gerechnet. Die einmaligen Kosten – Ausbildung, Uniform inklusive Zubehör, Schutzweste, Bewaffnung – belaufen sich auf voraussichtlich 56 000 Franken. Über die Kredite entscheidet der Brugger Einwohnerrat an der nächsten Sitzung am Freitag, 26. Juni.

Basis für Pro-Kopf-Beiträge

Die Personalplanung für die Zeit von 2017 bis 2020 ist bereits vorgenommen worden, damit der neue Finanzplan – die Kalkulationsbasis für die Pro-Kopf-Beiträge – den beteiligten Gemeinden rechtzeitig vorgelegt werden kann. Anders gesagt: Der Entscheid des Einwohnerrats wird im Finanzplan berücksichtigt. Und dieser dient als Grundlage für die Verhandlungen über die neuen Gemeindetarife. Das Resultat schliesslich wird im Dezember dieses Jahres der gesamten Kommission der Regionalpolizei – die aus Vertretern der Vertragsgemeinden besteht – vorgestellt. Ab 2016 können die Gemeinden die neuen Gemeindebeiträge für das Jahr 2017 budgetieren.

Wachstum hält an

In seiner Botschaft an den Einwohnerrat weist die Behörde darauf hin, dass sich die Vorgaben des Kantons seit der Gründung der Regionalpolizei Brugg im Jahr 2007 stark verändert haben. Heute müssten in jedem Korps während 24 Stunden und 365 Tagen immer mindestens zwei Polizistinnen oder Polizisten sowie ein Chef erreichbar sein. «Dies hat nach der Einführung dieser Standards dazu geführt, dass kleinere Korps Zusammenarbeitsverträge abschliessen mussten, um diese Forderungen erfüllen zu können», führt der Stadtrat aus.

Überdies sei in den 19 Gemeinden im Einzugsgebiet der Regionalpolizei Brugg seit dem Start ein Zuwachs von insgesamt knapp 4000 Personen auf über 44 100 Einwohner zu verzeichnen gewesen. Die Mehrzahl der Zuzüge erfolgte in der Stadt Brugg sowie in den Agglomerationsgemeinden Birr, Hausen, Lupfig und Windisch. Aber auch gewisse ländliche Gemeinden – Müllligen, Villigen, Villnachern oder Riniken – sind gewachsen. Der Stadtrat erwartet, dass diese Wachstumstendenz anhält.

Einwohnerrat Freitag, 26. Juni, 19.30 Uhr, Rathaussaal.