Campus
Die Region setzt sich für den Campus ein

Im Februar wird der Aargau in einer Referendumsabstimmung über den Kauf der Campusräume in Brugg-Windisch – Kostenpunkt knapp 190 Millionen Franken – zu befinden haben.

Louis Probst
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«Es sind letztlich die Menschen, die es ausmachen»

«Es sind letztlich die Menschen, die es ausmachen»

Nach der Bildung eines kantonalen Komitees, das sich für den Kauf einsetzt, ist jetzt auch ein regionales Komitee «Ja zum Campuskauf» gegründet worden.

«Der Kauf war im Grossen Rat völlig unbestritten», stellte Bildungsdirektor Alex Hürzeler fest, der an der Gründungsversammlung des regionalen Komitees «Ja zum Campuskauf» die Haltung der Regierung darlegte. «117 gegen 2 Stimmen ist ein sehr deutliches Abstimmungsergebnis.

Daher war es für alle schon überraschend, dass unter dem etwas reisserischen Titel ‹Nein zur Geldverschwendung› das Referendum gegen diesen Beschluss ergriffen worden ist. Aber so ist eben die Demokratie. Grosser Rat und Regierungsrat sind jedoch entschieden für den Kauf der Campusräume. Das stärkt die Fachhochschule und auch den Kanton Aargau in seiner Führungsrolle innerhalb der Fachhochschule Nordwestschweiz.»

Geldverschwendung, aber wo?

Bis jetzt hat das Referendumskomitee mit dem Argument der «Geldverschwendung» recht erfolgreich operiert. Dieses Argument könnte sich aber sozusagen zum Rohrkrepierer entwickeln.

Das Komitee «Ja zum Campuskauf» kehrt den Spiess um und stellt in seinem Argumentarium für den Kauf jedenfalls fest: «Das vom Vermieter der Pädagogischen Hochschule in Aarau ergriffene Referendum dient seinen eigenen Interessen, verzögert das Campus-Projekt und verursacht so Mehrkosten und damit eine Geldverschwendung.»

Nach Ansicht von Fachleuten hat die durch das Referendum bedingte Verzögerung des baureifen Projektes bis jetzt immerhin zu Mehrkosten von rund einer halben Million Franken geführt. Das Komitee «Ja zum Campuskauf» wirft dem Referendumskomitee zudem vor, «mit gezielten Fehlinformationen und plakativen Aussagen zum Projekt, zu den Kosten und zu der Wirtschaftlichkeit» zu operieren.

«Kaufen ist klar günstiger»

Das Komitee «Ja zum Campuskauf» macht aber auch darauf aufmerksam, dass gewichtige Gründe für den Kauf sprechen: «Je nach Zinsentwicklung spart der Kanton beim Kauf jährlich 2 bis 4 Millionen Franken gegenüber einer Mietlösung. Kaufen ist klar günstiger als Mieten.»

Das Komitee argumentiert zudem damit, dass «nur ein Campus, wie er geplant ist, den Studierenden attraktive Studienräume, Verpflegungs- und Einkaufsmöglichkeiten und sportliche Aktivitäten bieten» könne. Zudem würden Synergien unter den drei Hochschulen – Technik, Wirtschaft und Pädagogik – genutzt, was der Verbesserung des Bildungsangebotes diene.

Kanton muss 18 Millionen übernehmen

Angesichts der Begehrlichkeit des Referendumskomitees nach einem Standort Aarau für die Hochschule Pädagogik weist «Ja zum Campuskauf» auch darauf hin, dass damit das vor allem für die Hochschule Pädagogik erstellte Sportausbildungszentrum Mülimatt – Kantonsanteil 18 Millionen Franken – zumindest teilweise zur «Investitionsruine» würde. Das Komitee «Ja zum Campuskauf» macht schliesslich auch regionale und gesellschaftliche Argumente geltend, die für den Kauf sprechen.

Wie geht es weiter?

Bis jetzt hat das Komitee «Ja zum Campuskauf», wie Kurt Wernli feststellte, bereits mehr als 100 Mitglieder. Nach dem formellen Gründungsakt am Donnerstagabend werden es zweifellos etliche mehr sein. «Ziel», so Kurt Wernli, «ist eine breite Abstützung des Komitees und eine Mitgliederzahl von 400. Oberstes Ziel ist aber natürlich ein Ja zum Kauf der Campus-Räume in der Volksabstimmung durch eine hohe Stimmbeteiligung in der Region.»

Das Komitee will auch nicht untätig auf den Abstimmungstermin warten. Am 7. Januar 2011 ist ein Aktionstag mit einer Demonstration auf den Campusgelände geplant. Und für den 13. Januar ist eine Podiumsveranstaltung vorgesehen, zu der auch der Initiant des Referendums eingeladen werden soll.