Windisch

Die Reformierte Kirchgemeinde Windisch hat die Chance auf einen Neuanfang

2016 wurde der Turm der reformierten Kirche Windisch saniert. Nun kommt es auch intern zu grossen Veränderungen.

2016 wurde der Turm der reformierten Kirche Windisch saniert. Nun kommt es auch intern zu grossen Veränderungen.

Ein neuer Wind soll wehen: Die Reformierte Kirchgemeinde Windisch ist auf der Suche nach drei Pfarrpersonen und einem Sozialdiakon.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Harmonie im ehemaligen Pfarrteam der Reformierten Kirchgemeinde Windisch in letzter Zeit getrübt war. Es schwelte schon länger, jetzt besteht die Chance auf einen Neuanfang. Denn sämtliche bisherigen Pfarrpersonen sowie der Sozialdiakon verlassen die Kirchgemeinde oder haben dies bereits getan.

Konkret: Patrizia Weigl ging bereits Ende August, Edlef Bandixen wurde Ende November pensioniert, Brigitta Frey und Ruedi Kümin verlassen Windisch per Ende Januar (der Abschiedsgottesdienst findet diesen Sonntag um 10 Uhr statt) und Peter Weigl verlässt die Kirchgemeinde per Ende Juni. Inzwischen sind Pfarrerin Sonja Zryd und Pfarrer Arnold Bilinski als Stellvertreter im Einsatz.

Um Ersatz für die weiterziehenden Ordinierten zu finden, sind die Stellen ausgeschrieben worden. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 15. Januar. «Auf gutem Grund zum Umbruch bereit», heisst es im Stelleninserat. Und weiter: «Unsere Kirchgemeinde erfährt, wie das Leben spielt, dass Menschen weiterziehen, in Pension gehen oder sich beruflich neu orientieren.»

Drei Pfarrpersonen mit einem Stellenpensum von insgesamt 230% (bisher 280%) sowie ein Sozialdiakon oder eine Sozialdiakonin zu 70% sind gesucht. Dass die Aufteilung weiterhin so aussehen soll, hat die Kirchgemeindeversammlung im November entschieden. Ein neues Modell mit zwei Pfarrpersonen und zwei Sozialdiakonen haben die Stimmberechtigten abgelehnt.

Findungskommission kümmert sich um Auswahl

Eine Kommission kümmert sich um die Bewerbungen. «Die Kirchenpflege war bestrebt, die Findungskommission so zusammenzusetzen, dass die Gemeinde möglichst gut abgebildet ist», sagt Barbara Stüssi-Lauterburg, Präsidentin der Kirchenpflege. Die Mitglieder seien unterschiedlichen Alters, vertreten verschiedene Zielgruppen, haben unterschiedlich ausgeprägte Glaubenshaltungen und auch die politischen Gemeinden sind – bis auf Habsburg – abgedeckt.

Mitglieder der Findungskommission sind: Susanne Dietiker (Mülligen), Amira Lang (Hausen), Ruedi Läuchli (Windisch), Tanja Ott (Windisch), Thomas Ruckstuhl (Windisch) sowie die Vertreter der Kirchenpflege Mario Ptak (Windisch) und Barbara Stüssi-Lauterburg (Windisch, Vorsitz). Eine beratende Stimme hat Pfarrerin Sonja Zryd.

Die Ansprüche an die neuen Pfarrpersonen werden klar, wenn man das Stelleninserat liest. So sollen die Ordinierten ihren Beruf als Berufung verstehen, mit Freude und einer lebensnahen, verständlichen Sprache predigen oder auch gerne Zugang zu unterschiedlichen Menschen suchen und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Besonderes Augenmerk legt die Findungskommission auf die Teamfähigkeit. «Die hat höchste Priorität», sagt Stüssi-Lauterburg. «Die Kirchenpflege legt in der Zusammenarbeit mit den Ordinierten Wert auf gegenseitige Achtung und ebenbürtige Kommunikation.»

Ordinierte sind Teil der Gemeindeleitung

Explizit wird im Inserat darauf hingewiesen, dass in der Reformierten Kirche Aargau das Prinzip der Partnerschaftlichen Gemeindeleitung (PLG) gilt. Heisst: Die Pfarrpersonen und der Sozialdiakon sind Mitglied der Kirchenpflege. Das ist eine Besonderheit der Kirche Aargau. «Wir rechnen mit Bewerbungen aus anderen Kantonen und auch aus dem Ausland», erklärt Stüssi-Lauterburg den Grund, warum man diesen Fakt hervorgehoben hat. Entsprechend tragen Ordinierte und Nichtordinierte die Verantwortung für die Gemeindeleitung gemeinsam. «Das ist bei der Bandbreite der Geschäfte zuweilen herausfordernd und je nachdem Vor- oder Nachteil. Auch sind die Ordinierten sozusagen ihre eigenen Chefs.»

Damit der Neuanfang gelingt und es nicht wieder zu Unstimmigkeiten im Team kommt, wird das Auswahlverfahren sehr sorgfältig durchgeführt. «Es braucht Geduld. Wenn nötig, schreiben wir die Stellen ein weiteres Mal aus», sagt die Präsidentin der Kirchenpflege. Sie hofft indes, dass die Unruhen kein schlechtes Bild auf die Gemeinde geworfen haben. Denn: «Das Gemeindeleben funktioniert. Es ist nichts aus dem Ruder gelaufen.» Darum müsse in Windisch auch nicht «a priori alles anders werden».

Gerade jetzt würden die Kirchgemeindemitglieder sehr klar ihre Bedürfnisse und Wünsche äussern. Es komme zum Ausdruck, was ihnen wichtig ist oder was beibehalten werden soll, sagt Stüssi. Ein Thema sind zum Beispiel die Seniorenferien oder auch die Angebote für Jugendliche und Familien. Viele Mitglieder hätten zudem spontan ihre Unterstützung angeboten. «Daran kann und soll ein neues Team anknüpfen. Die Weiterentwicklung geschieht gemeinsam», betont Barbara Stüssi-Lauterburg.

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