Brugg

Die private Altstadt-Initiative trägt nun erste Früchte

Besitzerwechsel an der Hauptstrasse 66: Das orangefarbene Haus soll bald aufgefrischt werden.

Besitzerwechsel an der Hauptstrasse 66: Das orangefarbene Haus soll bald aufgefrischt werden.

Die Genossenschaft Altstadt Brugg hat die erste Liegenschaft gekauft und will diese bald energetisch sanieren. Die Genossenschaft, die im April 2012 gegründet wurde und rund 25 Mitglieder zählt, schlägt damit erste Pflöcke ein.

Seit einiger Zeit wird diskutiert, wie die historisch gewachsene Substanz der Brugger Altstadt als attraktiver Wohn- und Arbeitsort aktiviert werden könnte. Aus diesem Grund wurde im April 2012 auf private Initiative die Genossenschaft Altstadt Brugg (GAB) gegründet. Im Zweckartikel heisst es: «Die Genossenschaft bezweckt mit dem Besitz von Liegenschaften in der Brugger Altstadt die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in Richtung einer lebendigen und damit zukunftsfähigen Altstadt. Sie setzt sich für Baukultur sowie ein ausgewogenes Wohn- und Arbeitsgefüge in der Altstadt ein.»

Nun kann GAB bereits vermelden, dass sie die Liegenschaft an der Hauptstrasse 66 gegenüber dem Schwarzen Turm – dem Brugger Wahrzeichen – erworben hat. Mitglieder der Genossenschaft Altstadt Brugg konnten sich nach monatelangen Verhandlungen mit den Eigentümern des Hauses auf den Verkaufspreis einigen.

Der bekannte Architekt Carl Froelich entwarf die Liegenschaft Anfang der 1920er-Jahre. «Die Grundrisse der Wohnungen sind von zeitloser Qualität und bedürfen keiner Veränderung», sagt Samuel Flükiger, Architekt und Vizepräsident der GAB.

Kauf dank privaten Darlehen

In der Liegenschaft gibt es momentan eine Bar und drei Mietwohnungen. Zwei der Wohnungen sind sanierungsbedürftig. «Es geht aber nicht darum, jemanden aus der Liegenschaft zu werfen», sagt Flükiger. Wenn alles klappt, sollen die Fassaden und das Dach des Hauses im kommenden Jahr aufgefrischt werden. Der Dachbereich soll gedämmt und die Fenster ersetzt werden. Im Folgejahr könnte die Sanierung der Wohnungen aktuell werden.

Die Genossenschaft konnte dank privaten Darlehensgebern und der Unterstützung des schweizerischen Verbands für Wohnungswesen (SVW) so viel Geld zusammenbringen, dass der Kauf möglich wurde. Für die Sanierung der Liegenschaft wird aber weiterhin Geld gesucht. Interessierte können sich als Genossenschaftsmitglieder mit Anteilscheinen oder als Darlehensgeber finanziell beteiligen.

Spekulation verhindern

Die Genossenschaft, welche aktuell etwa 25 Mitglieder zählt, wolle Liegenschaften in der Altstadt langfristig der Spekulation entziehen und die wertvolle Bausubstanz im historischen Stadtteil durch Sanierungen erhalten, so Flükiger. Dabei soll die Heterogenität der Bewohner und Gewerbetreibenden in der Altstadt erhalten bleiben, respektive gefördert werden. «Wir wollen, dass sich Leute aus allen Schichten in der Altstadt wohlfühlen», betont Flükiger.

Die GAB hat bei der Stadt einen Antrag eingereicht und hofft auf finanzielle Unterstützung. «In vielen Gemeinden ist es üblich, Wohnbaugenossenschaften aktiv zu fördern», sagt Flükiger. Eine erste Stellungnahme zum städtischen Support und zusätzliche Informationen sind an der öffentlichen Veranstaltung im September (siehe Box) zu erwarten. Ob die Genossenschaft weitere Liegenschaften erwerben wird, steht noch nicht fest. Die Fühler werden aber sicher ausgestreckt bleiben.

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