Windisch
«Die Preisstifter wären sehr glücklich über diese Wahl»

Der Schweizer Hauenstein-Brunnenpreis 2015 wurde an die Gemeinde übergeben

Edgar Zimmermann
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Stiftungsratspräsident Max Grazzi gratuliert Ammann Heidi Ammon zur Auszeichnung und übergibt ihr den 20000-Franken-Check.

Stiftungsratspräsident Max Grazzi gratuliert Ammann Heidi Ammon zur Auszeichnung und übergibt ihr den 20000-Franken-Check.

Über 100 Besucher fanden sich zur musikalisch gehaltvoll umrahmten Preisverleihung der «Ernst und Hanna Hauenstein-Stiftung» beim Königsfelder Springbrunnen ein. Gemeindeammann Heidi Ammon verwies in ihrer Begrüssung auf die Bedeutung und Ausstrahlungskraft von Brunnen und Brunnenwasser. Sie lobte die Bemühungen des Stiftungsrates um Erhalt und Pflege von Brunnenanlagen. Die Preisübergabe sei für Windisch ein Freudentag. Sie dankte auch für die von der Stiftung herausgegebene schmucke Broschüre über die vielfältige hiesige Brunnenlandschaft.

Der Springbrunnen wird nach wie vor aus der römischen Wasserleitung gespeist. Stiftungsrat Peter Ulrich blickte in seiner mit Humor gewürzten Laudatio zunächst in die Zeit der Römer. Dass der Bund heute das Amphitheater verkaufen will, wäre eine Kaufchance für Privatleute, welche, vielleicht wegen der Negativzinsen, ein Anlageproblem haben. Denn wie sagten sich schon die Römer: Pecunia non olet – Geld stinkt nicht. Doch unabhängig davon: Der Brunnenpreis möge, so Ulrich, die weitere Pflege der schönen Windischer Brunnenanlagen erleichtern. Das Zürcher Wirte-Ehepaar Ernst und Hanna Hauenstein, welches den Brunnenpreis vor gut 20 Jahren im Sinne von Traditionspflege testamentarisch gestiftet hatte, wäre zweifellos «über die Wahl von Windisch als Preisträgerin 2015 sehr glücklich!»

Ein Stück Identität

Der Präsident der Stiftung, Max Grazzi, übergab Heidi Ammon unter dem starken Applaus der Zuschauer den auf 20 000 Franken lautenden Check.

Die Historikerin Barbara Stüssi-Lauterburg zeigte auf, dass der Springbrunnen 1872 mit der Eröffnung der damaligen «Irrenanstalt» gesetzt worden war. Dass er von der römischen Wasserleitung beliefert wird, gibt ihm eine zusätzliche Bedeutung. Im Laufe der Jahrhunderte haben auch andere für den Erhalt und Unterhalt der Leitung gesorgt, so die Klosterleute und die Berner Hofmeister. Sie war aber auch für die Gemeinde lange Zeit eine eigentliche Lebensader, bis Windisch Ende des 19. Jh. eine Wasserversorgung aufbaute. Die Römerleitung aber blieb «ein Stück unserer Identität».

Stiftungsrat Rolf E. Jeker schenkte den Mitwirkenden der Brunnenbroschüre ein Buch mit Beiträgen zu den bisherigen Preisträgern, und Rahel Göldi, Leiterin des Legionärspfades, lud abschliessend u. a. zur Besichtigung der neu eröffneten, attraktiven Legionärspfad-Station der Römerleitung ein.

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