Das Salzhaus ist rappelvoll, ehe es losgeht mit Crazy Diamond. Hier wird mit einem Bierchen angestossen, dort mit einem Drink. Die Vorfreude der Gäste auf zweieinhalb Stunden Cover-Musik der britischen Gruppe Pink Floyd ist spürbar.

Der Grossteil der Fans ist 40 Jahre oder älter, nur wenige junge Fans in Pink-Floyd-Shirts sind auszumachen. Von der ersten Sekunde an scheint das Pink-Floyd-Feeling auf die Gäste überzugreifen. Mit geschlossenen Augen geniessen sie tanzend und singend Songs wie «Empty Spaces», «Time», «Money» oder «Another brick in the wall». Jedes Lied sitzt.

Leidenschaft für eine Kultband

Die siebenköpfige Zürcher Band setzt Lieder aus der ganzen Schaffensphase der britischen Band um Roger Waters, David Gilmour, Nick Mason und Richard Wright von 1967 bis 1994 gekonnt um. Sänger und Gitarrist Üse Junger fragt: «Is there anybody out there?», was das Publikum mit Applaus beantwortet. «Dieses Lied und jedes weitere, ist für euch», erklärt er.

Fast jeder Song wird mit Zwischenapplaus belohnt: etwa wenn Sängerin Kata Bucher zunächst mit geschlossenen Augen, dann mit aussergewöhnlicher Stimme zu «The great gig in the sky» ansetzt. Dani Bucher überzeugt mit Klarinetten und Saxofon-Intros, Bryan Pfister wie Üse Junger an ihren Gitarren. Wenn sie Rücken an Rücken stehend ihre Gitarrenriffs spielen, tobt das Publikum. Sie sind es, die mit dem Publikum scherzen, ihre Mimik verrät die Leidenschaft für die Pink-Floyd-Musik. Bassist Andreas Neisser scheint der ruhende Pol zu sein, Drummer Felix Waldispühl und Keyboarder Thomas Fretz brillieren ebenso.

Die Fans im Salzhaus finden fast nur lobende Worte: «Die Atmosphäre ist toll und das Beste, hier im Salzhaus ist man nah an den Künstlern», meint eine Frau. Einen Kritikpunkt hat ein junger Fan ausgemacht: «Das Lied «Comfortably numb» kam nicht ganz originalgetreu daher, aber ansonsten wars toll.» Zum Ende des Konzerts preist Üse Junger das Salzhaus als idealen Konzertort an: «In den Duschen gibt’s Badtücher, man muss also nicht mit den Fussmatten vorlieb nehmen, das Catering und überhaupt alles war toll. Five stars für das Salzhausteam.»

Nach zweieinhalb Stunden Pink Floyd beziehungsweise Crazy Diamond pur verabschieden sich die Musikerinnen und Musiker mit «Wish you were here» und «High Hopes». «War das ein Konzert! Die beherrschen ihr Handwerk», sagt eine Frau beim Verlassen des Salzhauses.