Brugg-Umiken
«Die Perle findet ihren Besitzer»: Diese Ladenbesitzerin hat sich einen Lebenstraum erfüllt

Vor fünf Monaten eröffnete Bernadette Müller ihren Laden «Börnie’s», in dem es so Einiges zu entdecken gibt. Bereut hat sie dies bisher keine Sekunde.

Désirée Ottiger
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Im «Börnie’s» in Umiken, dem Laden von Bernadette Müller, gibt es viel zu entdecken.

Im «Börnie’s» in Umiken, dem Laden von Bernadette Müller, gibt es viel zu entdecken.

Désirée Ottiger

Ein Blechfrosch mit einem Willkommensschild, Spiegel mit Goldrahmen oder liebevoll aufgewertete Kommoden: Bei «Börnie’s» gibt es viel zu entdecken. Der kleine Laden in Umiken wurde im November des vergangenen Jahres von Bernadette Müller eröffnet.

Ihr Angebot ist breit gefächert. Im Mittelpunkt stehen aber vor allem die Möbel. Diese sind ihre grosse Leidenschaft, das wird schnell klar, wenn man mit ihr spricht.

Teilweise sind es antike Stücke, die sie einkauft, reinigt, auf Vordermann bringt und dann weiterverkauft. Die meisten der Möbel sind aber solche, die sie umgestaltet. Durch Kontakte zu Hausräumungsfirmen wird sie immer wieder gerufen, wenn ein Haus geräumt wird, in dem es geeignete Exemplare gibt. Seit sie ihr Geschäft habe, lerne sie die Schweiz viel besser kennen, sagt Bernadette Müller und lacht.

Neuer Glanz für alte Möbel

Wenn sie ein neues Möbel nach Hause bringt, überlegt sie sich genau, wie es am Schluss aussehen soll: «Es muss etwas sein, das mit dem Objekt korrespondiert, man muss die Gestaltung dem Möbel anpassen.» So schleift sie beispielsweise Möbel ab und verpasst ihnen, oft mit Kalkfarbe in Naturtönen, einen neuen Anstrich.

Sie wechselt die Henkel von Kommoden aus, bezieht Tische mit Tapeten oder bearbeitet einen Nachttisch mit Serviettentechnik. Dadurch entstehen neue, einzigartige Möbel, die teilweise auch sehr ausgefallen sind.

Manchmal sei sie selber überrascht, welch ausgeflippte Objekte gekauft werden, sagt Müller und fügt an: «Es ist wunderschön, das richtige Stück an die richtige Person zu bringen. Oft findet ein Sich-Verlieben in ein Möbel oder eine Handarbeit statt – die Perle findet ihren Besitzer.»

Möbel-Umgestaltungen nach Wunsch bietet Bernadette Müller ebenfalls an. Kürzlich hat sie einem Ehepaar weitergeholfen. Er bekam eine Vitrine von seinen Eltern und wollte diese nicht weggeben, die Frau aber fand die Vitrine nicht schön, dank einer Umgestaltung haben die beiden einen Kompromiss gefunden.

Nebst dem Arbeiten mit Möbeln lebt sich Bernadette Müller auch anderweitig kreativ aus. Sie strickt Kleidungsstücke oder arrangiert Blumen in aussergewöhnlichen Gefässen. Zeitweise stellen auch Gastkünstler bei ihr aus.

Hobby zum Beruf gemacht

Schon als Kind war Bernadette Müller gerne kreativ. Ihr Vater war Schreiner, mit ihrer Mutter machte sie Handarbeiten und es kam bei ihr der Wunsch auf, Architektin zu werden. Auch wenn daraus nichts wurde, kann sie ihre kreative Ader nun trotzdem beruflich ausleben.

Dass sie ihren früheren Beruf an den Nagel gehängt hat, bereut sie nicht einen Moment: «Früher als Gemeindeschreiberin hatte ich vorwiegend dann mit Leuten zu tun, wenn diese ein Problem hatten. Jetzt habe ich nur noch positive Gespräche und das Kreative hat Platz.»

Das Einzige, das fehle, sei ein geregeltes Einkommen. Sie fügt aber an: «Der Austausch mit den Leuten gibt mir viel mehr als Geld.»

Etwas aus ihrem alten Job ist aber noch übrig geblieben. Nebst dem kreativen Handwerk bietet Müller auch Korrespondenzen an. Sie hilft Leuten dabei, die Steuererklärung auszufüllen, Abklärungen zu treffen, Telefonate zu führen oder Briefe zu schreiben. Eine Frau mit dutzenden Talenten.

Inzwischen hat auch ihr Hund Onuk Gefallen gefunden an der neuen Tätigkeit seines Frauchens, während er am Anfang noch wild drauflos bellte, wenn Kundschaft kam, zeigt er sich mittlerweile von seiner braven Seite.