Regionalkonferenz
Die Oberflächenstandorte für das mögliche Tiefenlager Jura Ost werden verglichen

Die Mitglieder der Regionalkonferenz Jura Ost haben dem Bewertungsinstrument für die Oberflächenanlagen mit 46 zu 16 Stimmen zugestimmt. In den folgenden Monaten werden die Kriterien optimiert und von den elf Mitgliedern der Fachgruppe Oberflächenstandort für alle vier Standortvorschläge angewendet.

Claudia Meier
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Der Bözberg ist ein möglicher Standort für ein geologisches Tiefenlager
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Regionalkonferenz Jura Ost
Grundwasser- und Thermalquellenschutz werden unterschiedlich gewichtet
Urs Leuthard (l.) und Diego Salméron erklären das Bewertungsinstrument.
Mitglieder der Regionalkonferenz diskutieren wie der Bewertungskatalog optimiert werden kann
Donat Gubler von der Fachgruppe Oberflächenanlagen erklärt die einzelnen Kriterien
Postenlauf an der Regionalkonferenz Jura Ost

Der Bözberg ist ein möglicher Standort für ein geologisches Tiefenlager

Gerry Thönen

Im Zentrum der vierten Plenumsversammlung am Donnerstagabend stand die Optimierung und Verabschiedung des Bewertungsinstruments für die Oberflächenanlagen eines möglichen Tiefenlagers Jura Ost. Im Rahmen des Sachplanverfahrens des Bundes nimmt die vor einem Jahr gegründete Regionalkonferenz die Interessen der Region Jura Ost wahr. Sie hat momentan 95 Mitglieder. Rund 70 von ihnen setzten sich bei einem Postenlauf mit dem Bewertungsinstrument auseinander.

Neues Bewertungsinstrument

Die «Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle» (Nagra) hat im Januar 2012 vier Gebiete für Oberflächenanlagen in der Region Jura Ost vorgeschlagen. Auf der Westseite des Bözbergs stehen die Standorte Hornussen und Bözen/Effingen zur Diskussion. Im Nordosten wurden die Standorte Würenlingen und Villigen/Böttstein vorgeschlagen. Die Regionalkonferenz hat den Auftrag, diese Vorschläge zu prüfen und bis Ende Jahr einen Bericht zur Beurteilung abzugeben.

Die Fachgruppe Oberflächenanlage - eine Arbeitsgruppe der Regionalkonferenz - hat zusammen mit dem Büro für Raum- und Umweltplanung LEP Consultants ein Bewertungsinstrument erarbeitet. Fachgruppen-Mitglieder haben das Instrument am Donnerstag erläutert und mit den übrigen Mitgliedern diskutiert.

Vorschläge werden in den nächsten Monaten verglichen

Die Kriterien wurden in die fünf Dimensionen Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft, Technik/Logistik/Sicherheit und politische/rechtliche Anforderungen eingeteilt. Ist der Grundwasserschutz höher zu gewichten als der Thermalquellenschutz? Warum haben die Finanzen mehr Gewicht als Arbeits- und Forschungsplätze? Ist das nachhaltig? Die Gewichtung der einzelnen Fragen wurde in einem Testlauf durch die Fachgruppe ermittelt.

Nach der Diskussion an vier Posten und dem Sammeln von Optimierungsvorschlägen stimmten 46 Mitglieder dem Bewertungsinstrument zu. 16 waren dagegen. Nun werden einzelne Fragen präzisiert, teilweise neu gewichtet. Anschliessend werden die Mitglieder der Fachgruppe alle vier Vorschläge mit dem gleichen Bewertungsraster beurteilen und jede Frage auf einer Skala von 1 bis 4 beantworten. Der dazu verfasste Bericht wird das Hauptthema der fünften Regionalkonferenz am 10. November sein.