Brugg

Die «Number One»-Schliessung ist eine Hiobsbotschaft

Tagesnutzung statt Nachtleben: „Number One“-Bar soll schliessen

Tagesnutzung statt Nachtleben: „Number One“-Bar soll schliessen

Ein Feierabend-Bier in der „Number One“-Bar in Brugg gehört für viele dazu. Aber nicht mehr lange, wenn’s nach der Genossenschaft Altstadt Brugg geht. Die möchten statt einem aktiven Nachtleben lieber eine Tagesnutzung im betroffenen Haus. Das können Stammgäste gar nicht verstehen.

Die Genossenschaft Altstadt Brugg hatte im September beschlossen, den auslaufenden Mietvertrag mit dem Bar-Betreiber an der Hauptstrasse 66 - also dem «Number One» - nicht zu verlängern. Dies stösst bei Stammgästen auf Unverständnis.

Die Ankündigung hat für Aufsehen – da und dort für einen veritablen Aufschrei – gesorgt: Die Genossenschaft Altstadt Brugg hat beschlossen, den Mietvertrag mit dem Betreiber des «Number One» an der Hauptstrasse 66 nicht mehr zu verlängern. Angestrebt werde ein Wechsel vom abendlichen Barbetrieb auf einen Tagesbetrieb, hiess es in einer Medienmitteilung im September.

Gegenüber dem Fernsehsender Tele M1 äussern nun mehrere Stammgäste ihren Unmut über diesen Entscheid. Sie sei geschockt gewesen, sagt eine Frau. Sie habe schöne Stunden erlebt im Lokal.

Die Kollegialität wird dem Wirt fehlen

Ein Stammgast spricht von einem Trauerspiel, wie es nicht laufen sollte. «Brugg ist eine Schlafstadt.» Ein anderer bezeichnet den Aufenthalt im «Number One» als schönen Ausgleich zur Arbeitswelt, in der man nur eine Nummer sei. «Hier ist man jemand. Das wird mir fehlen.» Auch ein weiterer Mann betont, dass er sich hier schon bei seinem ersten Besuch vor bald 10 Jahren zu Hause gefühlt habe.

Wirt Yener Gürsel betreibt das «Number One» seit 14 Jahren mit viel Herzblut, hat nicht nur Zeit, sondern auch Geld investiert, renoviert und umgebaut. Aber nicht das Materielle, das er hinterlasse, schmerze, sondern die Menschen und die Kollegialität werden ihm fehlen, sagt er gegenüber Tele M1. «Ich habe mit jedem Einzelnen gemeinsame Geschichten. Das tut weh.»

Lange Öffnungszeiten und Wohnnutzung beissen sich

Der Mietvertrag läuft am 31. März 2021 aus. Ziel der 2012 gegründete Genossenschaft Altstadt Brugg ist gemäss Medienmitteilung die Eröffnung eines Lokals mit publikumsorientierter Nutzung, um die Räumlichkeiten an dieser speziellen Lage – in der historischen Altstadt direkt an der Aare – weiterhin für die Bevölkerung zugänglich zu machen.

Es gehe nicht darum das Nachtleben zu kippen, sagt Präsident Max Kuhn im Tele-M1- Beitrag. Aber lange Öffnungszeiten auf der einen sowie eine Wohnnutzung auf der anderen Seite beissen sich.

Aargauer Gastro-News 2020

(mhu)

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