Graue Tristesse und unzählige Graffiti: Die Süssbachunterführung in Brugg macht derzeit wirklich keinen einladenden Eindruck. Die Umgestaltung der Fussgängerverbindung unter den Bahngleisen nach Windisch – unmittelbar beim Firmenareal der Kabelwerke – ist seit längerem ein Thema. Als Massnahme ist sie aufgeführt im Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV). Im Brugger Budget 2017 ist zudem ein Planungsbeitrag von 50 000 Franken in der laufenden Rechnung berücksichtigt für den Ausbau sowie für die Öffnung für den Veloverkehr.

Im Auftrag des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) bearbeitete ein Ingenieurbüro die Projektstudie für die Velowegverbindung. Nach der kantonsinternen Vernehmlassung, so die Absicht, kann das BVU den Brugger Stadtrat ins Bild setzen. In Aussicht gestellt worden ist die Information Ende August.

Termine werden erst festgelegt

Noch im Juli sagte Stefan Zinniker von der Abteilung Planung und Bau in Brugg gegenüber der AZ: «Der Stadtrat möchte baldmöglichst einen Projektvorschlag vorliegen haben, dem sowohl der Kanton als auch die SBB zustimmen können.» Dann könnte dem Stadtrat auch ein möglicher Kostenteilungsvorschlag präsentiert werden.

So weit ist das Vorhaben allerdings nicht. «Die Projektkosten können noch nicht abschliessend beziffert werden», sagt Giovanni Leardini, Leiter Kommunikation im BVU. «Einige kostenrelevante Punkte sind noch in Abklärung.» Leardini erwähnt in erster Linie die Anforderungen an den Hochwasserschutz Süssbach. Die Kostenteilung zwischen Kanton und der Stadt Brugg werde anschliessend geregelt. Ausserdem erhalte das Projekt einen kleinen Bundesbeitrag aus dem Agglomerationsprogramm. Kurz: Sowohl zum detaillierten Projektbeschrieb als auch zu den Kosten und zum Zeitrahmen könnten voraussichtlich im Frühjahr 2018 weitere, genauere Angaben gemacht werden. «Die Termine werden erst noch – abgestimmt mit der Stadt Brugg – festgelegt», fasst Leardini zusammen.

Bach erhält neue Röhre

Rückblick: Das BVU hat 2015 und 2016 ein umfangreiches Variantenstudium zum Thema Befahrbarkeit zugunsten des Radverkehrs in der Süssbachunterführung durchgeführt. Zwei Varianten wurden gemäss Leardini weiterverfolgt. Als Herausforderung – neben dem Hochwasserschutz – bezeichnet er die baulichen Massnahmen unter den Bahngleisen.

Ziel der Umgestaltung sei es, den Durchgang für den Veloverkehr sicherzustellen, verläuft doch die kantonale Radroute durch die Süssbachunterführung. Der Bach soll künftig westlich parallel zur Unterführung durch eine neue Röhre geführt werden. «Die Zugänge zur Unterführung werden beibehalten, auf der Seite Brugg wird zusätzlich eine zweckmässige Anbindung an das Strassennetz gesucht», ergänzt Leardini.