Neuer Anlauf für das Projekt «Vorstadt und Baslerstich» in Brugg: Für die Sanierung der Kantonsstrasse steht im Einwohnerrat am 5. April ein Kredit von 811'000 Franken zur Diskussion. Dieser Betrag ist um 41'000 Franken höher als bei der ersten Vorlage Ende Juni des vergangenen Jahres.

Damals sind die Wogen hochgegangen. Angenommen wurden nach der lebhaften Debatte zwar die Kredite für die Abdichtung der Aarebrücke sowie für den Ausbau des Baslerstichs für den Fuss- und Radverkehr sowie den öffentlichen Verkehr. Zurückgewiesen wurden dagegen die 770'000 Franken für den Ausbau der Kantonsstrasse.

Auf Kritik stiess in erster Linie der geplante Bodenbelag im Bereich der alten Aarebrücke. Die Pflästerung, lautete die Meinung der Mehrheit, sei nicht geeignet für betagte Personen oder für Menschen mit einer Behinderung. Der Stadtrat wurde beauftragt, die Ausführung mit Natursteinpflästerungen neu zu überprüfen.

Für «Moderna» entschieden

Eingesetzt wurde in der Folge eine Fachgruppe, um die Anforderungen an den Bodenbelag im Bereich Vorstadt und Baslerstich noch einmal zu analysieren und weitere Alternativen auszuarbeiten. Als die kompromissfähigste Lösung erachtet wird nun die Variante «Moderna». Im Februar ist in einem wenige Meter kurzen Abschnitt auf dem Trottoir bei der alten Aarebrücke eine Musterpflästerung erstellt worden, die begutachtet und begangen werden kann.

Es handle sich um eine ebene Pflästerung mit erhöhten Ausführungsanforderungen für Menschen mit Gehbehinderung, führt der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat aus. «Die Steine sind geschliffen und geflammt und weisen eine gute Griffigkeit auf.» Wichtig sei aus Sicht des Ortsbilds auch, dass der historische Charakter gestärkt und mit der einheitlichen Bogenpflästerung die erwünschte Platzwirkung des Zollplatzes erzielt werden könne. «Mit einer leichten Differenzierung des Asphaltbelags auf dem Abschnitt der Kantonsstrasse innerhalb des historischen Perimeters kann der Gesamtraum der Vorstadt bis zum ehemaligen Nordtor noch verstärkt wahrgenommen werden.»

Deutliche Verbesserung erzielt

Der Stadtrat äussert sich in seiner Schlussbemerkung überzeugt, dass mit der «hochwertigen» Bogenpflästerung ein guter Kompromiss gefunden wurde. Gegenüber der Ursprungsvariante könne eine deutliche Verbesserung erzielt werden. Die Vorstadt, fügt die Behörde an, sei ein zentraler Ort der Brugger Stadtgeschichte. «Der Stadtrat möchte die historisch-städtebaulichen und touristischen Reize der Vorstadt in unmittelbarer Nähe zum Schwarzen Turm stärken und den Ort für die Öffentlichkeit wieder erlebbarer machen.» Die Realisierung der vorgeschlagenen Variante ermögliche dies.