Maestro-Karte

Die neue Jahresgebühr bei der Raiffeisenbank Regio Frick wirft Fragen auf – das steckt dahinter

Für die Maestro-Karte verrechnet die Raiffeisenbank Regio Frick ihren Mitgliedern dieses Jahr 50 Franken Gebühr.

Für die Maestro-Karte verrechnet die Raiffeisenbank Regio Frick ihren Mitgliedern dieses Jahr 50 Franken Gebühr.

Die Raiffeseibank Regio Frick will Maestro-Karten-Inhaber mit einem unerklärten Preisaufschlag zu einem Kartenwechsel bewegen.

Der Finanzbranche weht schon seit einer Weile ein rauer Wind entgegen. Die Zeiten, als es auf dem Sparkonto noch mehrere Prozente Zins gab, gehören der Vergangenheit an. Neu dürfen Privatkunden – je nach Bank – auch die vorgeschriebenen Belege der dritten Säule für die Steuererklärung selber ausdrucken. So jedenfalls präsentiert sich die Situation für Raiffeisen-Kunden. Die Bank ist in der Schweiz in Genossenschaften organisiert.

Zum Jahresanfang gibt die Bank ihren Kunden jeweils die aktuellen Dienstleistungspreise bekannt und belastet diese beispielsweise für die Bancomat-Karte auch gleich auf dem Konto. E-Banking-Kunden bekommen das mit, wenn sie die Informationsfenster vor der Zahlungsabwicklung genau beachten. So ist bei der Raiffeisenbank Regio Frick zu lesen: «Wir weisen Sie insbesondere auf die angepassten Kontoführungsgebühren bei Privatkonten und die leicht erhöhten Jahresgebühren der Maestro-Karten hin.»

Jede Genossenschaft darf die Gebühren eigenständig festlegen

Tatsächlich kostet die Jahresgebühr für die Maestro-Karte aus dem Haus Mastercard bei der Raiffeisenbank Regio Frick statt wie bisher 40 Franken neu 50 Franken. Die V Pay-Karte kostet weiterhin 40 Franken. Im ersten Jahr sind beide Karten kostenlos, sofern sie über das Mitglieder-Privatkonto laufen.

Anders ist es etwa bei den Raiffeisenbanken Wasserschloss, Aarau-Lenzburg, Aare-Reuss, Wohlen, Würenlos, Siggenthal-Würenlingen, Walenstadt SG, an der Limmat in Dietikon ZH, Berneck-Au SG oder Schwarzwasser in Köniz BE: Bei all diesen Genossenschaften kostet die Jahresgebühr
sowohl für die V Pay-Karte wie für die Maestro-Karte je 40 Franken.

Auf die Frage der AZ zum Preisaufschlag von 25% bei der Maestro-Karte sagt Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung bei Raiffeisen Regio Frick: «Das ist ein Entscheid der Geschäftsleitung. Jede Raiffeisen-Genossenschaft ist autonom und darf die Gebühren eigenständig festlegen.»

«Man könnte immer besser kommunizieren»

Die höhere Gebühr für Maestro-Karten habe damit zu tun, dass die Raiffeisenbanken über Maestro schlechtere Bedingungen haben als via V Pay-Karte, die von Visa herausgegeben wird. Marc Jäger betont, dass es der Raiffeisenbank Regio Frick nicht darum gehe, mit der Maestro-Karte einfach 10 Franken mehr zu verdienen. Deshalb biete die Raiffeisenbank Regio Frick auch allen Kunden, die sich wegen der höheren Gebühr melden, einen unkomplizierten Wechsel zur V Pay-Karte mit einer Gebühr von 40 Franken an.

Die Bank habe ein Interesse daran, Kunden zum Kartenwechsel von Maestro auf V Pay zu bewegen. Die beiden Karten seien für den Bargeldbezug oder das bargeldlose Bezahlen praktisch deckungsgleich einsetzbar und zwar weltweit. Zudem weist Jäger auf den Sicherheitsgewinn hin: Denn im Gegensatz zur Maestro-Karte hat die V Pay-Karte keinen herkömmlichen Magnetstreifen mehr, was das Risiko für Skimming-Fälle reduziert. Laut Jäger ist nicht vorgesehen, dass die Jahresgebühr für die V Pay-Karte im nächsten Januar steigen wird.

Doch warum hat die Raiffeisenbank Regio Frick ihre Kunden nicht besser informiert über den Grund für den Gebührenaufschlag bei Maestro? Marc Jäger sagt: «Man könnte immer besser kommunizieren.» Da die Bank den Papiereinsatz maximal reduzieren wolle, habe man auf einen Briefversand an alle Kunden verzichtet – auch weil etwa drei Viertel der Briefe ungelesen im Abfall landeten. Auf der Bank-Website steht bei den Dienstleistungspreisen der Zusatz: «Gerne zeigt Ihnen Ihr Kundenberater alternative Lösungen auf.»

Die Raiffeisenbank Wasserschloss orientiert sich am Mutterhaus

In Brugg tönt es etwas anders. Patrick Keller von der Raiffeisenbank Wasserschloss sagt zu den Jahresgebühren von 40 Franken für die beiden Debitkarten: «Das war eine Empfehlung von der Raiffeisen Schweiz. Eine Gebührenerhöhung war für uns kein Thema.»

Aktuell befindet sich das Kartenwesen im Umbruch. Debit- und Kreditkarten dürften demnächst zu einer Karte verschmelzen. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, will Raiffeisen ab dem zweiten Halbjahr 2021 die neue Visa Debit in einem Pilotprojekt starten.

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