Schinznach-Bad
Die neue Abteilung für geriatrische Rehabilitation stösst an ihre Grenzen

Im Februar eröffnete die aarReha Schinznach eine neue Abteilung für geriatrische Rehabilitation. Damit übernahm sie eine Vorreiterrolle im Aargau. Der Zuspruch ist enorm: Die 24 Betten waren von Beginn weg stets zu 100 Prozent belegt.

Elisabeth Feller
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Noch sind nicht alle Arbeiten fertig: So sah es kurz vor der Eröffnung der Abteilung für geriatrische Rehabilitation aus.

Noch sind nicht alle Arbeiten fertig: So sah es kurz vor der Eröffnung der Abteilung für geriatrische Rehabilitation aus.

Alex Spichale

«Wir hatten schon immer geriatrische Patienten bei uns», sagt Beat Schläfli, Direktor der aarReha Schinznach. «Aber wir merkten im Laufe der Jahre, dass wir ihnen mit einer normalen Therapie nicht gerecht werden.» Deswegen gibt es für Patienten im vierten Lebensabschnitt seit 1. Februar eine eigenständige Rehabilitation mit
24 Betten: Dort sind Personal, Infrastruktur und Behandlungsprozesse auf die Bedürfnisse betagter Menschen ausgerichtet (siehe Box).

Der typische Geriatrie-Patient

Senioren sind die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe. Eine Studie der Universität Basel (2004: 3248 Antworten) zeigt, dass 72 Prozent der Befragten selbstständig in einer Alterswohnung im Quartier leben wollen. Dahin zielt auch die Spezialreha für Senioren.
Was kennzeichnet den geriatrischen Reha-Patienten?
Er ist älter als 75 Jahre.
Er ist multimorbid: Zusätzlich zur Hauptdiagnose bestehen weitere Erkrankungen, Einschränkungen, Behinderungen. Oft zusätzlich erschwerend: Dementielle Entwicklung.
Die geriatrische Rehabilitation will einen vorzeitigen Pflegeheimeintritt vermeiden und/oder den individuellen Pflegebedarf soweit reduzieren, dass eine Rückkehr nach Hause in eine betreute Wohnform möglich ist. Nur 10 Prozent der Senioren können sich vorstellen, in einer Wohngemeinschaft zu leben. (AZ)

Sechs Wochen nach Eröffnung der neuen Abteilung stellt Beat Schläfli fest, dass die Nachfrage enorm ist. «Die Betten waren von Beginn weg zu 100 Prozent belegt.» Zuweiser der Patienten sind primär Spitäler, vereinzelt auch Hausärzte. Für den Direktor zeigt der Zuspruch, dass «unser neues Angebot einem Bedürfnis entspricht». Und das so sehr, dass die neue Abteilung bereits an Grenzen stösst. Ihre Vergrösserung ist allerdings Zukunftsmusik. Vorerst sollen Erfahrungen mit dem neuen Angebot gemacht werden; zudem muss laut Schläfli die Nachfrageentwicklung längerfristig beurteilt werden. Bloss soviel: «Falls die Nachfrage unsere Kapazitäten auf Dauer übertreffen sollte, werden wir uns sicher Überlegungen machen und Optionen prüfen», betont der Direktor.

Im Vordergrund stehen derzeit die Erfahrungen nach den ersten Wochen: «Die Patienten, die ihre Rehabilitation im Februar begonnen haben, sind inzwischen nach Hause zurückgekehrt.» Welche Erfahrungen die Patienten mit der geriatrischen Reha gemacht haben und wie sich diese auf ihren Alltag auswirkt, lässt sich noch nicht abschätzen. Bis in einigen Monaten werden erste Auswertungen vorliegen: Basierend zum einen auf der Basis systematischer Patientenbefragungen; zum andern auf Qualitätsindikatoren, welche die während dem Reha-Aufenthalt erreichten Funktionsverbesserungen und Zielsetzungen für jeden Patienten messen und dokumentieren.

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