Die Situation ist bekannt: Wenn es pressiert, ist weit und breit keine öffentliche Toilette in Sicht. Die Idee ist bestechend: Die Restaurants stellen ihre WC-Anlagen kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung, werden im Gegenzug von der Gemeinde finanziell unterstützt – und gewinnen vielleicht sogar den einen oder anderen neuen Gast dazu.


Das Konzept unter dem Titel «nette Toilette» stammt ursprünglich aus Deutschland und scheint für alle Beteiligten ein Gewinn. Die Gemeinden sparen Geld, weil sie sich den Bau und die Pflege von – teuren – öffentlichen Toiletten sparen können. Auch Vandalismus ist kein Thema mehr. Die Restaurantbetreiber ihrerseits erhalten eine Entschädigung für ihre sowieso schon bestehenden WC-Anlagen. Und die Bevölkerung schliesslich kann auf ein flächendeckendes Netz an frei zugänglichen, sauberen Toiletten zählen. Darauf hingewiesen, dass eine Restaurant-Toilette umsonst benutzt werden kann, wird mit einem Aufkleber beim Eingang.


Nicht die erhoffte Resonanz

In der Schweiz stiess die Idee der «netten Toilette» in einigen Städten – Luzern, Thun, Solothurn oder Bern – auf offene Ohren. Grund genug für den Verein Tourismus Region Brugg, das Konzept ebenfalls zu prüfen. Per April 2016 soll die «nette Toilette» in der Region eingeführt werden, hiess es im Januar.


Allerdings: «Wir brechen die Übung ab», sagt jetzt Jürg Hässig, seit März dieses Jahres neuer Präsident des Tourismusvereins. Er habe dieses Thema von seinem Vorgänger übernommen und die entsprechenden Gespräche geführt. «Mit der Stadt sind wir nun übereingekommen, das Projekt nicht weiterzuverfolgen», hält er fest.

Die Anfrage des Tourismusvereins stiess bei den Wirten und Gewerbetreibenden nicht auf die erhoffte Resonanz, sagt Hässig zu den Gründen. «Nur sehr wenige wollten mitmachen.» Komme hinzu, dass in Brugg ein gutes Angebot an öffentlichen WC-Anlagen bestehe. Nicht zuletzt, fügt Hässig an, fehlen beim Konzept «nette Toilette» konkrete Erfahrungswerte aus anderen Schweizer Städten. Bei Erfolgsmeldungen könne das Vorhaben auch in Brugg dereinst durchaus wieder aufgegriffen werden.


Höhepunkt ist der slowUp

Der neue Präsident will sich nun mit seiner ganzen Energie um die bevorstehenden Anlässe kümmern – mit dem slowUp Brugg Regio am 7. August als Höhepunkt. Bereits am Donnerstag, 9. Juni, wird zusammen mit der Bad Schinznach AG eine gemütliche Velotour durchgeführt. Treffpunkt ist um 18.30 Uhr beim Aquarena Schinznach-Bad, die Strecke führt über 8,5 Kilometer entlang am idyllischen Aareufer nach Schinznach-Dorf, über Wallbach und Villnachern und via Badschachen zurück.


Weiter anpacken will der Präsident den Aufbau einer neuen Homepage für den Tourismusverein. An Ideen und Tatendrang, ist im Gespräch mit dem bestens gelaunten 65-Jährigen zu spüren, mangelt es jedenfalls nicht. Er habe sich, stellt Hässig denn auch fest, im Tourismusverein schon gut einleben können. «Die Übergabe des Präsidentenamts erfolgte reibungslos und ich erfahre grosse Unterstützung. Das ist sehr erfreulich.»