Brugg
«Die Nacht schärft unseren Fokus»

Die kantonale Eröffnungsfeier zur ersten «Langen Nacht der Kirchen» fand im Eisipark statt.

Irene Hung-König
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Die «Lange Nacht der Kirchen» wird eröffnet – welcher Ballon fliegt wohl am weitesten?

Die «Lange Nacht der Kirchen» wird eröffnet – welcher Ballon fliegt wohl am weitesten?

400 Anlässe in 80 Kirchgemeinden und Pfarreien standen auf dem Programm der ersten «Langen Nacht der Kirchen» – ein wahrlich vielfältiges Mammutprogramm unter anderem mit Theater, Film und Konzerten, Ausstellungen, kulinarischen Reisen und unkonventionellen Gottesdiensten.

Frauen, Männer und Kinder schnappten sich im Eisipark die mit Karten versehenen Ballone, um sie später gemeinsam in Richtung Himmel zu schicken. Beim auffrischenden Wind war es gar nicht so einfach, die Ballone respektive deren Schnüre auseinanderzuhalten. Zwei junge Trompeter komplettierten das Musikprogramm im Eisipark, ehe die Grussworte gesprochen wurden.

Dankbar für den Tipp

Luc Humbel, katholischer Kirchenratspräsident, wünschte den Gästen eine gute, lange Nacht der Kirchen. «Aber wieso eigentlich?», fragte er ins Publikum. Es gäbe ja schon die lange Nacht der Museen, beispielsweise. Die Landeskirche habe diese Nacht nicht erfunden. Vielmehr habe er von einem Religionslehrer einen Tipp erhalten: «Schau mal, was die in Graz machen.» Daraufhin erstellte die Landeskirche ein Konzept, fragte die Pfarreien an. «Die über 400 Projekte sind wohl Beweis genug, dass es eine solche lange Nacht der Kirchen braucht», erklärte er. «Ich bin überzeugt, wir feiern heute die erste, aber nicht die letzte lange Nacht der Kirchen.»

Überwältigt vom Ideenreichtum der einzelnen Gemeinden zeigte sich Christoph Weber-Berg, reformierter Kirchenratspräsident. «Da wird Gschwellti gekocht und gerappt», sagte er. Die Kirche biete Raum, um zu leben. «Die Nacht schärft unseren Fokus. Alles wirkt intensiver.» Und dass die lange Nacht der Kirchen über den Buss- und Bettag gehe, könne Zufall sein. Doch wir hätten Grund, dankbar zu sein.

Zum Abschluss der Eröffnungsfeier wurde gemeinsam getanzt. Einige Frauen starteten den «Freudentanz» und riefen dazu auf, mitzumachen. Da dies nur zögerlich geschah, wurden die Gäste kurzerhand aus dem Publikum geholt. Lachend stellten sie sich ihrer Aufgabe. Nach der Feier spazierten die Gäste in Richtung «Chrischonagemeinde», um sich dort das Musical zum 175-Jahr-Jubiläum anzusehen. In der Kirche St. Nikolaus konnten Holzpuzzleteile bemalt werden, die später zu einem grossen Kreuz zusammengefügt wurden. Familien mit Kindern schritten in Richtung reformierte Stadtkirche, um sich dort humorvolle Kurzfilme und Kinderfilme anzusehen – Popcorn inklusive.

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