Schinznach-Dorf

Die Musikgesellschaft Schinznach-Dorf feiert ihre neue Fahne

Das Jahreskonzert der Musikgesellschaft Schinznach-Dorf hat ganz im Zeichen der Fahnenweihe gestanden. Gespielt wurden Hits aus Musicals, Oper und Operette.

Die Mehrzweckhalle in Schinznach-Dorf ist voll besetzt. Vom ersten Takt an schwingt Fähnrich Bruno Schnyder auf der Bühne die Vereinsfahne und die Musikgesellschaft Schinznach-Dorf spielt unter der Leitung von Christoph Vogt Bühnenhits. Alle fiebern dem Höhepunkt des Abends, der Fahnenweihe, entgegen.

Das Publikum wird mit bekannten Melodien unterhalten. Petra Kull führt dabei mit viel Charme und Witz durchs Programm. Bevor «The Phantom of the Opera» gespielt wird, gibt sie zu bedenken: «Vielleicht treibt auch eine Gestalt in der Mehrzweckhalle Schinznach-Dorf ihr Unwesen. Aber zum Glück haben wir hier keinen Kronleuchter.» So mancher Blick geht nach oben zu den Ringen, die sich aber kein bisschen bewegen. Dagegen leisten Querflöte, Xylofon und Becken auf der Bühne ganze Arbeit, um die Dramatik des Stücks zu untermalen. Danach singt Mezzosopran Désirée Pauli einfühlsam «Memory» aus dem Musical «Cats».

Ein Stück Heimat

Christoph Vogt kommt nach der Pause mit Frack und Lackschuhen auf die Bühne und dirigiert die bekanntesten Melodien aus der Operette «Das Land des Lächelns». Dann beginnt die feierliche Fahnenweihe.

Neun Fahnenträger der Vereinsdelegationen, Fahnengotte Theresia Berger und Fahnengötti Peter Kopp sowie eine Ehrendame kommen nun zu den Klängen des Triumphmarsches auf die Bühne. Der Fähnrich steht bereit. Vereinspräsident Michael Kopp tritt ans Rednerpult, erzählt aus der 160-jährigen Vereinsgeschichte. 1930 sei die erste Uniform angeschafft worden und 1959 gabs die erste Vereinsfahne. 1984 kam die zweite Fahne, die inzwischen von Fähnrich Bruno Schnyder aber jedes Jahr für viel Geld zum Flicken weggegeben werden muss. «Somit wurde die Neuanschaffung nötig», erklärt Michael Kopp. Die Fahne sollte drei Kriterien erfüllen: Es sollte ein Bezug zur Musik und zum Dorf sowie ein Notenschlüssel zu erkennen sein.

Gemeindeammann Urs Leuthard tritt vors Publikum und gratuliert zum 160-jährigen Bestehen. «Eine Fahne zeigt Herkunft. Sie zeigt, wer wir sind, wo wir herkommen und was wir machen», sagt Leuthard. Es sei positiv, dass der Verein zu einer Fahne stehe, die übrigens zu 100 Prozent Schweizer Handarbeit ist und von zahlreichen Sponsoren mitfinanziert wurde. Auch Urban Bauknecht vom Aargauer Musikverband überreicht einen Beitrag zur Fahne und betont, dass der Verein stolz sein könne auf seine Geschichte. «Ein Verein ist ein Stück Heimat», so Bauknecht.

Publikum geniesst Zeremonie

Feierlich wird nun die neue Fahne zum Fahnenmarsch von Berger und Kopp entrollt und dem Fähnrich übergeben. Mit Stolz empfängt Bruno Schnyder dann die anderen Delegationen zum Fahnengruss, angeführt von der in den Ruhestand entlassenen alten Vereinsfahne. Währenddessen klingt der Triumphmarsch, das Publikum geniesst die Zeremonie und kann nur erahnen, wie viel Luft vor allem die Trompeter benötigen, um diesen Moment würdevoll zu begleiten.

Anschliessend folgt «Largo al Factotum della Citta», der berühmte Barbier von Sevilla, gesungen von Bariton David Zürcher. Der Abend geht mit «Carmen», der «West Side Story» und zwei Zugaben dem Ende entgegen. Fähnrich Bruno Schnyder legt nach dem Konzert mit viel Würde die neue Fahne zur Seite und seine weissen Handschuhe weg.

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