Saint-Exupéry zeichnete als Kind eine Boa, die einen Elefanten verdaut. Erwachsenen sahen darin nur einen Hut. Daher liess er das Malen und wurde Pilot. Als er eines Tages eine Flugzeugpanne hatte und in der Sahara notlanden musste, erschien ihm ein kleines Kerlchen mit goldblondem Haar. «Bitte zeichne mir ein Schaf», sagte dieser zu ihm, und seine Geschichte rund um den kleinen Prinzen nimmt ihren Lauf.

Die Besucher in der nahezu voll besetzten katholischen Kirche in Schinznach-Dorf liessen sich von Beginn an vom Charme des aussergewöhnlichen Adventskonzertes gefangen nehmen. Auf einer Leinwand wurden Originalbilder aus dem Buch gezeigt, und die warme, wohltuende Stimme des Erzählers Urs Purtschert führte die Zuhörer sanft durch die Geschichte «Der kleine Prinz». Aber wie bei einem Film wurde das, was man hörte und sah, durch Musik noch viel lebendiger. Jedes Instrument der Musikgesellschaft Schinznach übersetzte die Gedanken der Zuhörer. Der kleine Prinz vom Asteroiden B 612, auf dem es nur eine Blume und drei Vulkane gab, begann zu leben. Die Trompeten, Saxofone, Klarinetten und Flöten gaben dem Schaf des kleinen Prinzen ein Gesicht. Die Bässe, Hörner und Posaunen vertonten die gewaltigen Affenbrotbäume und das Xylofon und Glockenspiel sorgten bei den 44 Sonnenuntergängen für Gänsehaut.

Der kleine Prinz machte sich eines Tages auf die Reise zu anderen Asteroiden und besuchte unterschiedlichste Typen. Als er auf die Erde kam, fand er nur Bekanntes vor. Das Orchester «spaziert» mit dem Prinzen über die Erde, wo er auf einen Fuchs trifft. Der Fuchs bittet ihn, ihn zu zähmen. «Was muss ich tun?», fragte der kleine Prinz. «Du musst viel Geduld haben», antwortete der Fuchs. Und so zähmte der kleine Prinz den Fuchs. Als sie voneinander Abschied nahmen, verriet er dem Prinzen ein Geheimnis: «Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.» Inzwischen hatte Saint-Exupéry vieles vom kleinen Prinzen erfahren. «Es ist gut, einen Freund zu haben, auch wenn man sterben wird», so der kleine Prinz. Der Pilot schaffte es, sein Flugzeug zu reparieren, und der kleine Prinz brach wieder lautlos auf zu einem Stern. Urs Purtschert endet damit: «Schaut hinauf zum Himmel. Fragt euch: Hat das Schaf die Blume gefressen?» Oder hat der kleine Prinz doch ein wachsames Auge auf die Blume? Kein Erwachsener wird jemals verstehen, warum das so wichtig ist. Erwachsene können keine Elefanten in Boas sehen – sie sehen nur einen Hut.