Brugg
Die Kummerbuben sollen der Brugger Kulturmeile keinen Kummer bereiten

Das Odeon und das Dampfschiff in Brugg veranstalten erneut «Grenzgänge» – diesmal dauern sie einen Tag. Thema ist die Berner Band Kummerbuben.

Elisabeth Feller
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Auf der Leinwand des Cinema Odeon sind die Kummerbuben zu sehen. Sie stehen im Mittelpunkt der Brugger «Grenzgänge», die von Odeon und Dampfschiff organisiert werden. Von links: Stephan Filati und Gabi Umbricht (Odeon), Irene und Alex Simmen (Dampfschiff). Elisabeth Feller

Auf der Leinwand des Cinema Odeon sind die Kummerbuben zu sehen. Sie stehen im Mittelpunkt der Brugger «Grenzgänge», die von Odeon und Dampfschiff organisiert werden. Von links: Stephan Filati und Gabi Umbricht (Odeon), Irene und Alex Simmen (Dampfschiff). Elisabeth Feller

Die Kulturinstitutionen Odeon und Dampfschiff sind bloss einen Steinwurf voneinander entfernt. Beide Häuser sind an der Brugger Kulturmeile in Bahnhofsnähe beheimatet; beide haben ihre Stammgäste. «Das», finden Stephan Filati und Gabi Umbricht (Odeon) sowie Irene und Alex Simmen (Dampfschiff) «ist zweifellos sehr gut.» Aber: Wäre es nicht schön, wenn das Publikum zwischen den beiden Häusern pendelte und sich auf halbem Weg zu einer Mahlzeit und zum Austausch treffen könnte?

Grenzgänge in Brugg

Das Odeon und das Dampfschiff Brugg spannen auch für die zweiten «Grenzgänge» zusammen. Die Brugger Kulturinstitutionen stellen die Kummerbuben in den Mittelpunkt ihrer gemeinsamen Veranstaltung. Die Lieder der Berner Rockband werden aus kauzigem Rumpelrock gezimmert. Bei den «Grenzgängen» ist die Band sowohl im Film wie im Konzert zu erleben - und zwar am Sonntag, 4. November. Um 17 Uhr startet der Dokumentarfilm «Buebe gö z'Tanz» im Odeon; um 19 Uhr ist die Band live im Dampfschiff zu erleben. Zwischen den beiden Veranstaltungen gibt es Suppe und Brot - und zwar in der Mitte des Weges. Reservationen unter: www.odeon-brugg.ch (AZ)

Dieser Gedanke trieb die beiden Kulturinstitutionen schon lange um, bevor er letztes Jahr in die Tat umgewandelt wurde: «Grenzgänge» hiess das erste gemeinsame Kulturfestival von Odeon und Dampfschiff. Es dauerte drei Tage, was sich im Nachhinein als zu lange erwies. «Das Publikum hat zwar Gefallen gefunden an unseren Angeboten, aber überrannt wurden wir dennoch nicht», sagt Gabi Umbricht und betont: «Aufgeben? Nein, das kam für uns auf keinen Fall infrage.» Die Erfahrungen von 2011 fliessen nun ein in die zweiten «Grenzgänge». Diese beschränken sich auf einen Tag und widmen sich einem Thema – den Kummerbuben.

Zwei Welten prallen aufeinander

Klingelts in den Ohren? Sind das etwa die sechs Kummerbuben der Autorin Elisabeth Müller? Nein, um die Romanbuben handelt es sich nicht, wohl aber um die sechsköpfige Berner Rockband, die das Schweizer Volkslied erneuert hat und seit einigen Jahren für Furore nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland sorgt. 2007 haben die Kummerbuben ihre erste CD mit alten Volksliedern in neuer Bearbeitung veröffentlicht – seither klettern sie auf der Erfolgsleiter stetig höher.

«Die Kummerbuben haben uns schon lange interessiert», sagt Stephan Filati, der für die Film-Programmation des Odeon zuständig ist. «Als dann der Dokumentarfilm ‹Bube gö z’Tanz› herauskam, konkretisierte sich das Thema für unsere zweiten ‹Grenzgänge›: Es mussten die Kummerbuben sein, weil sie unser Motto so schön vorleben.» Der Film «Buebe gö z’Tanz» von Steve Walker erzählt von einem ganz besonderen Grenzgang, der ein Mitglied derart hergenommen hat, dass es die Band sogar verliess. Es mutet ja auch verwegen an, wenn eine Rockband auf klassische Tänzerinnen trifft, um gemeinsam ein neues Ballettstück auf die Bühne des Berner Stadttheaters zu stemmen.

Steve Walker zeigt, dass zwei anscheinend unvereinbare Welten doch zueinanderfinden können. Der Prozess ist zwar aufreibend, chaotisch, aber auch lustvoll. Wer das Odeon aufsucht, wird zwei Kummerbuben bereits im Foyer begegnen. Sie stimmen mit Musik ein auf den Film und auf den nachfolgenden Liveauftritt im Dampfschiff. Irene und Alex Simmen wollen nicht verraten, was die Berner Band dort spielen wird.

Hoffen auf den Campus

Auf Spekulationen über volle Häuser lassen sich weder Odeon noch Dampfschiff ein. Aber beide hoffen, dass die Kummerbuben der Brugger Kulturmeile keinen Kummer bescheren. Die Kulturinstitutionen betonen in diesem Zusammenhang, wie sehr ihnen an einer weiteren Zusammenarbeit liegt.

Und das nicht zuletzt im Hinblick auf die Eröffnung des Campus 2013, der dem Odeon sowie dem Dampfschiff neu¢e Zuschauer und Zuhörer bescheren soll. «Wir hoffen, dass die Studierenden merken, dass auf der anderen Seite des Campus kulturell einiges los ist», sagt Alex Simmen lächelnd.