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Die «Kollibri"-Fahrt fällt aus – der Kunde weiss von nichts

Insgesamt sind lediglich 19 von 8000 «Kollibri»-Fahrten ausgefallen. Das Pilotprojekt läuft noch bis 17.Oktober. Bild: zvg

Insgesamt sind lediglich 19 von 8000 «Kollibri»-Fahrten ausgefallen. Das Pilotprojekt läuft noch bis 17.Oktober. Bild: zvg

Der Tür-zu-Tür-Shuttle Kollibri ist bei den Kunden in der Region Brugg beliebt – einige Szenarien sind aber nicht ganz durchdacht.

Eine Frau aus der Region (Name der Redaktion bekannt) muss zur Arzt-Kontrolle im Kantonsspital Baden. Weil die öV-Verbindung von Brugg Bahnhof via Baden relativ lange dauert, bucht sie via App eine Fahrt beim Tür-zu-Tür-Shuttle Kollibri. Der taxiähnliche Shuttledienst in der Region Brugg hat sein Gebiet erweitert und fährt auch das KSB an.
Ist eine Fahrt gebucht, erscheint in der App die ungefähre Abholzeit am vereinbarten Ort. Die Frau begibt sich pünktlich zum Abfahrtsort. Sie wartet. Und wartet. Und wartet. Via App besteht die Möglichkeit, den Fahrer zu kontaktieren. Die Frau ruft an – und wird auf die Combox umgeleitet. Weil die Zeit fortgeschritten ist und die öV-Verbindung keine Option mehr ist, nimmt sie das Taxi.

Verschiedene Gründe führten zu den Ausfällen

Wenige Wochen später bucht die Frau erneut eine «Kollibri»-Fahrt über die App für die Strecke Brugg Bahnhof–KSB. Wieder erscheint sie pünktlich am Abholort, wieder erscheint kein «Kollibri». Wieder muss sie kurzfristig umdisponieren und das Taxi nehmen. Wie kann das passieren?

«Zum Glück sind es Einzelfälle», sagt Katharina Merkle, Mediensprecherin der Postauto AG. «Für die Kundin ist das ärgerlich und wir entschuldigen uns dafür.» Im einen Fall habe ein Fahrer seinen Dienstplan nicht korrekt gelesen, im anderen Fall habe ein anderer Fahrer seinen krankheitsbedingten Ausfall zu spät gemeldet. «Die Buchung lief ins Leere, da das Tablet, auf dem sie erscheint, im Auto ist», erklärt Merkle. «Zu einem Ausfall kann es auch kommen, wenn der Fahrer sehr viele Fahrten auf einmal erhält und er diese nicht mehr zeitgerecht fahren kann.» Dann habe er die Möglichkeit, eine Fahrt abzulehnen.

Dem Kunden wird in diesem Fall jedoch per App mitgeteilt, dass seine Fahrt nicht ausgeführt werden kann. Das Problem bei vorgebuchten Fahrten: «Wenn der Fahrer nicht rechtzeitig zur Arbeit erscheint, haben wir keine Automatik, die bei vorausgebuchten Fahrten dem Kunden eine automatische Meldung sendet», sagt die Mediensprecherin. «Wir betreiben ‹Kollibri› bewusst mit einer sehr schlanken Organisation, was sich generell bewährt. Für den sehr seltenen Fall, dass der Fahrer nicht rechtzeitig anwesend sei und gleichzeitig Vorausbuchungen bestünden, prüfe man derzeit einen Mechanismus, dass man dies umgehend erkenne und rasch reagieren könne. «Denn es darf nicht sein, dass eine Kundin vergeblich wartet.»

In einem solchen Fall ist es auch nutzlos, den Fahrer telefonisch zu kontaktieren. Denn dann läutet das Tablet im betreffenden Auto. Wenn der Fahrer aber gar nicht im Auto ist, geht dieser Anruf an die Combox. «Im Fall einer Vorausbuchung und eines zu spät erscheinenden Fahrers kann das leider aktuell passieren», sagt Merkle.

Taxikosten wurden zurückerstattet

Immerhin: Seit dem Start des Pilotprojekts «Kollibri» im Oktober 2018 sind lediglich 19 von 8000 Fahrten ausgefallen. Davon insgesamt 3 ins Kantonsspital Baden. «Kollibri» fährt noch bis 17. Oktober, anschliessend wird das Pilotprojekt in der Region Brugg eingestellt. Am Projekt beteiligt sind die Potauto Schweiz AG, die SBB, der Kanton Aargau sowie die Amag. Übrigens: Die Taxikosten wurden der Kundin widerstandslos zurückerstattet.

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