Habsburg
Die Kinder sind auf einer Reise zur Vernunft

Am Samstag fanden in der Schulanlage das Brötliexamen und die Verabschiedung der Sechstklässler statt.

Samuel Frey
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Beim Brötliexamen in Habsburg sind Spiele, Festbeiz und Theater angesagt. SAF

Beim Brötliexamen in Habsburg sind Spiele, Festbeiz und Theater angesagt. SAF

«Wer erwachsen werden will, muss vernünftig sein», sagt der Vater des kleinen Drachen Tabaluga und schickt ihn auf eine Reise. «Verlass dich auf die Kraft, die alles bewegt, nämlich die Fantasie», fährt der Vater fort und schon ist Tabaluga auf einer Reise durch die grosse Welt, um vernünftig zu werden. Tabaluga, gespielt von einer Sechstklässlerin in der Aufführung der Schule Habsburg, fliegt hoch in den Himmel, bis er auf dem Mond landet.

Eröffnet wird das Brötliexamen auch mit etwas, das fliegen kann, aber wahrscheinlich viel weniger Fantasie als Tabaluga hat, nämlich mit einem Luftballonwettbewerb und dem Sieger des letzten Jahres. «Der Siegerballon flog 499 Kilometer weit bis weit hinter die deutsche Grenze», sagt Sabine Vos de Mooij, eine Lehrerin an der Schule Habsburg. Sie sagt weiter: «Mit diesem Stück – Tabaluga oder die Reise zur Vernunft von Peter Maffay – haben wir uns etwas Grosses vorgenommen. Alle Kinder mussten sehr viel Text lernen und singen, aber auch dank den Sechstklässlern hat das super geklappt.»

Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Debora Kim gibt als Storch Anweisungen an einem Spiele-Posten.
11 Bilder
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Sabine Vos de Mooij ist als Delfin verkleidet und leitet einen Posten am Spielenachmittag
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Alexandra Kölz leitet als Baum einen weiteren Posten.
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Am Samstag fand auf dem Schulgelände das Brötliexamen statt.
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: An diesem Posten mussten die Kinder Dosenwerfen.
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Diese Delphine lachen gern.
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Der Feuersalamander hat Angst vor dem Storch.
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Die Mehrzweckhalle ist rappel voll beim Theater.
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Die Schulkinder singen oft während des Theaters.
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Die Zuschauer und die Schulkinder singen zusammen das Brötliexamenlied.
Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Das sind die Brötli des Brötliexamnens.

Brötliexamen 2017 Brötliexamen Habsburg 2017: Debora Kim gibt als Storch Anweisungen an einem Spiele-Posten.

Samuel Frey

Nachdem Tabaluga den Mond besucht hat, über Zeit spricht, landet Tabaluga neben einem Ameisenhaufen. Prompt kommt die Königin hervor und erklärt Tabaluga, was sie für vernünftig hält: «Arbeit ist das halbe Leben und die Ordnung die andere Hälfte.» Der kleine Drachen weiss noch nicht genau, was das zu bedeuten hat und folgt einer Ameisenstrasse zu einem grossen Baum hin, unter dem er auch gleich ein Nickerchen hält, um alles Gehörte zu verdauen.

Von Posten zu Posten

Am Nachmittag vor der Aufführung machen sich die Schulkinder, ihre Freunde und Eltern auch auf eine Reise. Sie verlassen dabei das Schulgelände nicht, sondern reisen von Posten zu Posten, wo sie sich mit verschiedenen Spielen Punkte erkämpfen können. Die Sieger werden vor dem Apéro und dem gemütlichen Abend und nach dem Singen des Brötliexamenlieds verlesen.

Plötzlich ist die Sonne verschwunden und Tabaluga schlägt die Augen auf: Vor ihm steht ein gewaltiger Riese, auch von einem Sechstklässler gespielt. Der Riese erklärt Tabaluga, dass Angst nicht das Beste aller Gefühle ist und verschwindet. Tabaluga schläft wieder ein, nur um kurz drauf vom Baum selbst aufgeweckt zu werden, der über Leben, Wurzeln und wo man hingehört singt.

Ein kleiner Feuersalamander wird vom Gesang angelockt und erklärt dem Drachen, dass man sich auch akzeptieren kann, wenn man nicht befreundet ist. Der Feuersalamader führt Tabaluga zu einer Kaulquappen-Schule, die dem Drachen viel über das Wachsen erzählt. Aber da kommt ein Storch angeflogen, der den kleinen Drachen zu einer weisen 200-jährigen Schildkröte schickt. Tabaluga trifft auf seinem Weg zur weisen Schildkröte einige Delfine, die ihm erklären, dass die einzig gute Sache sei, sich der Welt zu erfreuen. Als er die weise Schildkröte findet, fragte diese zuerst Tabaluga: «Vernünftig, was heisst das schon? Erwachsen, wer ist das schon?» Sie antwortet sich gleich selbst: «Ich bin alt und du bist jung, trotzdem bin ich ein Kind geblieben.»