Die römisch-katholische Kirchgemeinde Brugg führt im Auftrag des Kantons Aargau eine der neu geschaffenen Regionalen Koordinationsstellen für Freiwillige, die sich im Flüchtlingswesen engagieren. Die anfallenden Kosten für die auf drei Jahre befristete 20%-Stelle werden durch den Kanton übernommen und durch Gelder aus dem Swisslos-Fonds gedeckt. Die neue Stelle ist in den Fachbereich «Soziales» der Kirchgemeinde Brugg eingebettet.


Ulrike Kirschbaum hat bereits am 1. Mai die Koordinationsstelle für Freiwillige im Flüchtlingswesen für den Bezirk Brugg angetreten. Als Ansprechperson für Freiwillige, Gemeinden und Flüchtlingsunterkünfte wird sie den Überblick über die bereits bestehenden und zukünftigen Angebote schaffen, Einsätze für Freiwillige vermitteln, bei der Umsetzung von Projekten helfen, neue Projekte initiieren, sicherstellen, dass die Mindeststandards der Freiwilligenarbeit eingehalten werden und sich für die Vernetzung mit weiteren regionalen und kantonalen Stellen einsetzen.


Mit Elan und Sozialkompetenz

Ulrike Kirschbaum, die viel Erfahrung in der Freiwilligen- und Flüchtlingsarbeit mitbringt, ist Mitinitiantin des Vereins Treff.punkt Wettingen, der die Integration von Flüchtlingen mit Deutschkursen und Kontaktmöglichkeiten unterstützt. «Sie bringt viel Elan, Interesse und Sozialkompetenz mit und freut sich, die neue Stelle für die Region Brugg-Windisch aufzubauen», heisst es in einer Medienmitteilung der römisch-katholischen Kirche Brugg. «Wir von der Kirchgemeinde Brugg freuen uns, dass der Kanton Aargau uns diese wichtige Aufgabe übertragen hat», sagt Fredy Siegenthaler, der als Kirchenpfleger für das Ressort Soziales zuständig ist. Mit entsprechender Vergütung aus dem Lotteriefonds von Swisslos wird die Stelle vorerst für drei Jahre betrieben. Damit werde unterstützt, dass sich Menschen in der Region im Sinne der Nächstenliebe unkompliziert für die Flüchtlingshilfe engagieren und tragfähige Netzwerke bilden können, heisst es weiter.


Ihr Engagement im Flüchtlingswesen begründet die Kirchgemeinde auf den drei Aufgaben der römisch-katholischen Kirche, die sie als gleichwertige Grundpfeiler ihres Wesens betrachtet: Neben der «Verkündigung» und der «Liturgie» ist das die «Diakonie», der Dienst am Nächsten.
Damit sei mehr gemeint als mildtätige Hilfestellung, heisst es in der Medienmitteilung. «Diakonie bedeutet im Alltag gelebte Solidarität, die Menschen über Unterschiede und Grenzen hinweg zusammenführt, sie zur Verantwortung gegenüber anderen ermutigt und zum gemeinsamen Teilen befähigt.»


Auf die Bedürfnisse eingehen

Im Pastoralraum Region Brugg-Windisch wird die Diakonie durch den Fachbereich «Soziales» geleitet und koordiniert. Zuständig ist Iris Bäriswyl, welche die Fachstelle seit vielen Jahren leitet und für die Kirchgemeinde sowie die fünf Kirchenzentren des Pastoralraums tätig ist. Sie kann Hilfsbedürftige, unabhängig von Religion oder Herkunft, aber auch Hilfsbereite unkompliziert unterstützen.


Je nach Bedürfnis kann sie ihnen die richtigen Beratungsdienste anbieten: etwa den Kirchlichen Regionalen Sozialdienst (KRSD), der in schwierigen Lebenssituationen oder finanziellen Notsituationen unentgeltlich professionell hilft, die ökumenische «Wegbegleitung», wo Menschen in schwierigen Lebenssituationen durch geschulte freiwillige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter unterstützt werden, und nun neu auch die Unterstützung durch die Regionale Koordinationsstelle für Freiwilligenarbeit im Flüchtlingswesen. (az)