Villigen

Die Kantonsstrasse vor dem PSI in Villigen wird nicht umgelegt

Die Kantonsstrasse vor dem Paul-Scherrer-Institut ist von der Nutzungsplanänderung nicht betroffen.

Die Kantonsstrasse vor dem Paul-Scherrer-Institut ist von der Nutzungsplanänderung nicht betroffen.

Die Projektierung der Hightech-Zone neben dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) in Villigen verzögert sich, weil der Nutzungsplan korrigiert werden muss. Eines ist aber klar: Die Kantonsstrasse wird aus finanziellen gründen nicht umgelegt.

In Villigen soll neben dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) eine Hightech-Zone entstehen (die az berichtete).

Spin-off-Unternehmen des PSI oder Firmen, die Anlagen oder Dienstleistungen des Forschungsinstituts nutzen, sowie international tätige Firmen mit einem Bezug zum PSI könnten hier dereinst heimisch werden.

Dazu bedarf es einer Teiländerung der Nutzungsplanung. Nachdem der Regierungrat im Jahr 2011 die neue Nutzungsplanung genehmigte, steht nun eine weitere Teiländerung an.

Am Montagabend informierten Vizeammann Thomas Meier und Projektleiter Manuel Basler von Steinmann Ingenieure und Planer AG aus Brugg in der Villiger Trotte über die wichtigsten Korrekturen.

Bedürfnisse vom PSI präzisiert

Der Hauptgrund für die erneute Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) sei die Erkenntnis, dass die Kantonsstrasse aus finanziellen Gründen nicht umgelegt werden könne, sagte Vizeammann Meier.

«Der Kanton ist nicht in der Lage, sich daran zu beteiligen.» Auch habe sich in der zweijährigen Planungsphase gezeigt, dass die Etappierung viel zu hohe Kosten für Erstmieter verursache, so Meier. Die Korrekturen betreffen also nicht nur die Beibehaltung der Strassenführung.

Auch der Bedarf des PSI wurde präzisiert. So ist festgehalten, dass neben Wohnungen auch «Unterkünfte für betriebliche oder dienstleistungsbezogene Bedürfnisse zulässig» sind.

Gemeint sind etwa Unterkünfte für Personen, die sich einer Protonentherapie unterziehen. Meier betonte: «Nur Unternehmen, die einen Bezug zum PSI haben, kommen zum Zug. Also nicht ein Gipsergeschäft, das eine Lagerhalle erstellen will.»

Projektleiter Manuel Basler vom Büro Steinmann zeigte auf, wie das Defizit beim Hochwasserschutz neu durch einen kleinen Erdwall behoben werden könnte.

Ein Stimmbürger wollte wissen, inwiefern die Hightech-Zone und eine allfällige Oberflächenanlage für Atommüll in unmittelbarer Nähe einander beeinträchtigten. Der Entscheid zur Oberflächenanlage sei noch lange nicht fällig, sagte Meier, so weit gehe der aktuelle Planungshorizont gar nicht.

Unklar war für die Anwesenden auch, ob sich genügend Firmen für die Ansiedlung in Villigen finden liessen. «Man muss ans Positive glauben. Forschung ist auch für die Gemeinde ein interessantes Gebiet. Aber ich bin auch kein Prophet», sagte Meier.

Die Hightech-Zone werde nicht in drei Jahren überbaut sein, das wäre eine utopische Vorstellung. «Die Nachfrage bestimmt das Tempo», so Meier. Die Gemeinde rechnet mit zusätzlichen Steuereinnahmen, allerdings nicht primär durch neue Firmen, sondern von Arbeitskräften, die im Dorf sesshaft werden.

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