Eigenamt

Die Jugendarbeit läuft auf Sparflamme

Wie es mit der Jugendarbeit weitergeht, ist noch nicht klar. Im Moment werden die Räumlichkeiten an der Wydenstrasse 32 in Birr von Freiwilligen geöffnet.

Wie es mit der Jugendarbeit weitergeht, ist noch nicht klar. Im Moment werden die Räumlichkeiten an der Wydenstrasse 32 in Birr von Freiwilligen geöffnet.

Seit dem unrühmlichen Abgang des Jugendarbeiters und dem Ende der Stiftung fällt das Angebot für die Jugendlichen schmal aus. Das soll sich aber bald ändern, wie die zuständige Gemeinderätin Irene Ulmann sagt.

Das vergangene Jahr war für die Eigenämter Jugendarbeit eines zum Vergessen. Zuerst wurde im vergangenen Frühling ein Strafverfahren gegen den damaligen Jugendarbeiter eingeleitet (die az berichtete). Der Jugendarbeiter wurde vom Stiftungsrat Pro Jugend angezeigt – ihm wurde ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Es steht ein Schaden von 250 000 Franken im Raum. Einige Zeit später kam auch das Ende der Stiftung Pro Jugend. Sämtliche beteiligten Personen wurden im Dezember gemäss Handelsregisterauszug gelöscht, der Jugendarbeiter bereits Anfang März. Die Stiftung wird vom Eidgenössischen Departement des Innern beaufsichtigt.

Rückblende: Im Juni 2015 wurde die Stiftung Pro Jugend mit dem Ziel, in der Region Eigenamt Jugendarbeit zu erbringen, gegründet. Die Gemeinden im Eigenamt haben mittels Leistungsvereinbarung die Jugendarbeit bei der Stiftung Pro Jugend bezogen. Seit Mitte letztes Jahr war aber auch dies – aufgrund der eingangs erwähnten Probleme – nicht mehr möglich. «Ein Team von vier Personen hatte es jedoch möglich gemacht, dass die Öffnungszeiten im Jugendhaus abgedeckt werden konnten», sagt die Lupfiger Gemeinderätin Irene Ulmann. «Sie taten dies freiwillig.» Zudem wurde das Haus an der Wydenstrasse 32 in Birr, in dem der Jugendtreff und das Generationen-Pub untergebracht sind, vom Vermieter gratis zur Verfügung gestellt.

Kaum Einfluss auf Finanzen

Der Zusammenbruch der Stiftung hatte Folgen: Die Gemeinden konnten das Leistungsangebot nicht mehr von der Stiftung beziehen und somit keine eigentliche Jugendarbeit mehr anbieten. Auf die Finanzen der Gemeinden hatte das Ende der Stiftung «nur marginal» Einfluss, wie Ulmann sagt. «Die Zahlungen wurden halbjährlich getätigt.»

Für den Moment wird die Jugendarbeit also von Freiwilligen angeboten. So schliesst beispielsweise eine Person aus Windisch jeweils die Tür des Hauses auf, damit die Jugendlichen die Räumlichkeiten nutzen können. «Für die Mithilfe aus der Nachbarschaft sind wir sehr dankbar», sagt Irene Ulmann.

Verein ist gegründet

Die Jugendarbeit im Eigenamt muss einmal mehr von Grund auf neu aufgebaut werden. Wie die Gemeinden künftig Jugendarbeit anbieten wollen, ist zurzeit allerdings noch unklar. «Eine Gruppe von drei Personen hat sich zusammengetan und einen Verein gegründet», verrät Irene Ulmann, «so dass es schnell wieder ein Gefäss gibt, das sich für die Jugendarbeit einsetzen kann». Man stünde noch am Anfang «und so vieles ist unklar und noch nicht verhandelt», ergänzt die Gemeinderätin. Der Verein heisst «Verein Jugendarbeit Eigenamt». Gegründet wurde er von Irene Ulmann sowie von Stefan Bamberger und Daniel Nussbaum, zwei Vertretern aus der Bevölkerung. Nussbaum war bereits Vizepräsident der Stiftung Pro Jugend. Unklar ist, ob wieder alle Eigenämter Gemeinden bei der Jugendarbeit mitmachen werden. «Wir hoffen, dass sich alle beteiligen werden», sagt Irene Ulmann. «Die Anträge sind aber noch nicht ausgearbeitet.»

Finanzierung noch nicht gesichert

Ideen, wie die Jugendarbeit künftig aussehen soll, seien viele vorhanden. Konkret wird Ulmann aber nicht. «Eines ist klar: Wir müssen auf kleinem Feuer kochen, die Finanzierung ist noch nicht im Detail gesichert.» Auch eine Zusammenarbeit mit Windisch oder Brugg ist offenbar nicht ganz auszuschliessen. «Sobald wir Klarheit haben», so Ulmann, «sind wir immer offen für Zusammenarbeit.»

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