Brugg
Die Instrumente der Brugger Musikschullehrer laufen heiss

Auf die Lehrerschaft der Brugger Musikschule wartet viel Arbeit: Blockflötenlehrerin Serena Raffi und ihre Kollegen hatten noch nie so viele Konzerttermine wie jetzt. Nun überlegt sich Jürg Moser, Leiter der Musikschule, Konzertreihen einzuführen.

Andreas Gregr
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Stets im Griff: Serena Raffi beherrscht viele verschiedene Blockflöten.

Stets im Griff: Serena Raffi beherrscht viele verschiedene Blockflöten.

Andreas Gregr

Von der Blockflöte bis zum edlen Flügel, vom traditionellen Cembalo bis zur Akustikgitarre: Die 450 Schüler der Musikschule Brugg werden in vielen verschiedenen Instrumenten und Musikrichtungen unterrichtet. Jetzt sind aber die Lehrer an der Reihe: In den zahlreichen Konzerten, die demnächst anstehen, stellen sie ihre Fähigkeiten unter Beweis.

Mehr Lehrerkonzerte denn je

«Wir hatten noch nie so viele Konzerte mit Lehrpersonen wie in der kommenden Zeit», schwärmt Jürg Moser, Leiter der Musikschule. Dabei sind die anstehenden Konzerte nicht einmal im Rahmen einer Konzertreihe, sondern unabhängig von einander entstanden. «Es hat sich einfach so ergeben», erklärt der 57-Jährige.

Für die Musikschule Brugg ist es durchaus üblich, dass nebst den eigenen Schülern auch die Lehrerschaft die Gelegenheit erhält, selbst an Konzerten aufzutreten . Jedes Jahr musizieren sie unter anderem im «Odeon» oder am Jugendfest. Zusätzlich präsentieren die Lehrer ihre musikalischen Fähigkeiten auch jeweils alle drei Jahre an der Serenade im Park.

Den Anfang der Lehrerkonzerte macht am Mittwochabend, 14. Oktober, Serena Raffi (Blockflöte) aus der Musikschule Brugg zusammen mit Benjamin Dottrens (Blockflöte) und Pierre-Louis Rétat (Cembalo) im Rathaussaal Brugg. «Wir benutzen eine Vielzahl von verschiedenen Blockflöten», verspricht Serena Raffi. Die Blockflöte werde von vielen auf ein Anfänger-Instrument reduziert, erklärt sie. Am Konzert vom will sie beweisen, dass mehr dahinter steckt: «Ich will zeigen, dass man mit der Blockflöte viel mehr machen kann, als das, was bekannt ist». Am Konzert wird laut Raffi neben einigen Stücken aus der Barock- und der Frühbarockzeit auch Zeitgenössisches zu hören sein.

Von der Schülerin zur Lehrerin

Serena Raffi steht sinnbildlich für die Vielseitigkeit der Musikschule Brugg: Die junge Boswilerin lehrt seit diesem August an der Brugger Musikschule, wo sie einst selbst unterrichtet wurde. Das Eigengewächs kann neben ihrer Paradedisziplin Blockflöte auch Cembalo und Gitarre spielen. «Ich habe zunächst gehofft, dass sie auf die Gitarre setzt. Nun ist es halt die Blockflöte», meint Gitarrenlehrer Jürg Moser, der sie früher unterrichtet hat, schmunzelnd. Neben den musikalischen Tätigkeiten konnte Raffi auch sportliche Glanzpunkte setzen: An den Nachwuchs-Schweizermeisterschaften stand sie im Dreisprung mehrmals auf dem Podest.

Die Freiämterin studiert zurzeit an der Zürcher Hochschule der Künste den Master-Studiengang Musikpädagogik. «Es stehen einige Pensionierungen bei unserer Lehrerschaft an», sagt Jürg Moser. Im Idealfall könne man stattdessen ehemalige Schüler der Musikschule Brugg nachziehen, so wie es bei Serena Raffi der Fall war. «Die Schule ist erst 26 Jahre alt. Jetzt beginnt der Zeitpunkt, an dem ehemalige Schüler zu Lehrer werden», meint Moser.

Weil der Terminkalender der Musikschule so gut gefüllt ist, kann sich der Leiter der Musikschule durchaus vorstellen, die Planung der Lehrerkonzerte zu erweitern: «Sofern die Nachfrage weiterhin besteht, ergeben sich möglicherweise geplante Konzertreihen. Ich sehe mich zwar eher nicht als Konzertorganisator», meint der Musikschulleiter schmunzelnd. «Auf die Herausforderung würde ich mich aber freuen.»