Endlich, endlich ist die Brugger Fasnacht eröffnet. Am Donnerstagabend sind die Gäste willkommen geheissen worden von den Konfettispaltern und der Värslischmitte im liebevoll dekorierten Salzhaus. Thomas «Steini» Steinhauer, OK-Präsident der Brugger Fasnacht 2019, hob das Glas und wünschte eine schöne Zeit. Er bedankte sich bei Jonny Schneider aus Würenlingen, der für die Gestaltung der Fasnachtsplakette unter dem Titel «Mer göhnd as Fäscht» verantwortlich zeichnete.

Stadtammann Barbara Horlacher freute sich auf ein paar unbeschwerte Tage. Der Stadtrat habe das Zepter abgegeben, habe Ruhe, die Fasnächtler hätten das Sagen, stellte Horlacher fest. Und die Behörde, fügte sie trocken an, habe nicht alle Fettnäpfchen umgangen, damit auch die Schnitzelbänkler wieder genügend Material hätten.

Hexenrede zur Fasnachtseröffnung in Brugg

Hexenrede zur Fasnachtseröffnung in Brugg

Hexenrede im St. Galler Dialekt: Die Hexen – diesmal in kleiner Runde zu dritt – nehmen das Geschehen in der Region aufs Korn. 

Ein erstes Mal teilten in der Folge die Hexen kräftig aus. In ihrer Hexenrede kommentierten sie das Geschehen in der Region – diesmal in kleiner Runde nur zu dritt und in astreinem St. Galler Dialekt. Das gute Einvernehmen zwischen Barbara Horlacher und ihrer Amtskollegin Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin in Windisch, ist den Hexen aufgefallen:

D’Barbara hets guet mit em Häidi. Zämme schaffe über d’Gränze wänn si bäidi.

Dass die beiden Frauen die nötige Vorsicht walten lassen, ist für die Hexen verständlich, denn:

Do wird zämme öppis Nöis ufbaut. Me passt uf, das me nüt versaut. Konkuränz um jede Prys isch nümmen in, was me hüt suecht häisst: Win Win.

Auch um einen guten Ratschlag sind die Hexen nicht verlegen:

Doch es paar Sache Bärbeli muesch no lehre, mängmol tuesch di eifach z’wenig wehre. Wenn zwei Ywohnerröt so richtig Stuss tüen uselo, säisch Du nur: dr Stadtrot gseht das nid ä so.

Kommt die Rede auf die möglichen Standorte für eine neue Kantonsschule im Aargau, werden Barbara Horlacher und Heidi Ammon gar als BFF bezeichnet, als Best Friend Forever – ziemlich wortkarge allerdings:

Zwäi nöii Kantonsschulstandort wett d’Regierig ha. Heidi und Barbara gön das Problem grad zämmen aa. Noch umegrüble vo villne Stunde, hän sie fünf zentrali Plätzli gfunde. Mir wänn wüsse wo – das isch uns wichtig! Doch die BFF sage nüt , sie gän sich zickig!

Der Brugger FDP-Politiker und Lehrer Titus Meier, sind sich die Hexen einig, würde die Sache «biz direkter aago»:

Dr Titus isch ä taffe Lehrersmaa, het immer nätti Cläider aa. Ds Stadtrotsamt het är nid wölle mache, usswärts go schaffe, wär für ihn nid zum Lache. Drum wett är unbedingt in Brugg ä Kanti baue und dört go schaffe! – Är isch sooo en Schlaue.

An der Urne ist die Umsetzung von Tempo-30-Zonen abgelehnt worden in Brugg vor knapp einem Monat. Als Co-Präsidenten des Referendumskomitees «Tempo 30: pauschal (fast) überall? Nein – für bessere Lösungen!» bekommen Peter Haudenschild und Patrick von Niederhäusern ihr Fett weg:

Vo Namens wäge tuet är gärn uf Schilder umehaue. Und will är e Brave n isch, tuet är die nid klaue! Är fabuliert: dr Verchehr chönnti viel flüssiger laufe, wenn d’Stadt ihm ä paar Schilder würd verkaufe! Syn Kolleg vom nidrige Huus findet d’Streiffe müess me lo, Chind und Seniore wäre do drüber unändlig froh. Zäme meine si’s nume guet und wänd nüt schlächts. Eistimmig fordere sie: s’bruucht meh Vortritt vo rächts!!!!

Warum der von den Schnitzelbänklern gegründete Verein Värslischmitte dieses Jahr für die Fasnachtsbeiz im Salzhaus das Motto «Viva México» gewählt hat, ist für die Hexen ebenfalls sonnenklar:

D’ Värslischmitte isch das Johr in Mexico. Und wüssed ihr, warum das isch ä so? Dr Tramp het si bi sich nid yneglo.

Und zu guter Letzt kommt noch die AZ an die Kasse:

In dr AZ stoht ganz ä huffe Shit. Soll me die abonniere oder nit? Mir froge uns – könne die äifach nid schrybe oder sin d’Brugger ewig glychi Holzköpf blybe?