Windisch
Die «Harmonie» soll harmonisch ersetzt werden

Bald schlägt der ältesten Beiz in Windisch die letzte Stunde. Die Neubaupläne in geschützter Zone mit Gastronomiebetrieb und Wohnungen lassen aber noch viele Fragen offen.

EDGAR ZIMMERMANN
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Ende 2010 schloss das Restaurant Harmonie, die älteste Beiz der Gemeinde, ihre Türen. Daraufhin nutzten die Archäologen die Räume als Grabungsbüros. Bald schlägt dem Gebäude die letzte Stunde. Bei der Bauverwaltung liegt das Baugesuch der Grundeigentümerin und Bauherrin Rimaplan AG, Würenlingen, auf für einen Neubau, der auch die angebaute Liegenschaft Obrist umfasst.

Gemäss diesen Plänen der acb-Architekten Brugg würden beide Liegenschaften abgebrochen und ein einziger Neubau erstellt mit einem Gastrobetrieb im Erdgeschoss sowie zehn behindertengerechten Kleinwohnungen oder möblierten Studios in den drei oberen Geschossen.

«Gerade auch Studierenden der Fachhochschule oder Dozenten könnte hier Wohnraum angeboten werden», so Hanspeter Gabriel von der Rimaplan. Beim Gastronomiebetrieb schwebt Gabriel kein Speiserestaurant vor, eher ein Tagesbetrieb mit kleineren Imbissangeboten. Deshalb würde der Name Harmonie ersetzt. Das Restaurant könnte eine grössere Fläche als die «Harmonie» beanspruchen, falls das Nachbargebäude einbezogen werden kann. Auf der Südseite ist eine Gartenwirtschaft vorgesehen.

Das Ortsbild soll geschützt werden

Gemäss Gestaltungsplan muss sich der Ersatzbau harmonisch ins Ensemble dieser historisch gewachsenen «alten Zeile Windisch» einfügen. Bauherrschaft und Planer haben deshalb mit der Bauverwaltung und den Fachleuten des aargauischen Ortsbildschutzes zusammengearbeitet. Im Projektbericht wird festgehalten, dass der schlechte bauliche Zustand eine Sanierung ausschliesst.

Der Neubau soll dem Minergie-Standard Rechnung tragen. Auf dem Satteldach ist eine Photovoltaikanlage geplant, welche die Gasheizung unterstützen soll. Die gesamten Baukosten werden auf 2,69 Millionen Franken beziffert.

Die Realisierung soll parallel zur Dorfkernüberbauung erfolgen, also mit Bezug ab Frühling 2014. Durch eine Verlängerung der Dorfkern-Tiefgarage können Parkplätze bereitgestellt werden – zusätzlich zu einzelnen Parkplätzen hinter dem Haus.

Noch offene Fragen

Wie Hanspeter Gabriel wie auch Fritz Obrist erklärten, ist noch offen, ob das Gebäude Obrist integriert wird. Letzterer behält sich beide Möglichkeiten offen: Verkauf der Liegenschaft an die Rimaplan mit der Bestimmung, dass er eine Wohnung im Neubau belegen kann, oder aber Beibehaltung der Liegenschaft Obrist, die damit in dessen Besitz bleiben würde.

Der Neubau würde sich in diesem Fall auf das «Harmonie»-Ersatzgebäude beschränken, was die Zahl der Wohnungen und die Restaurantgrösse vermindern würde. Laut Projektbericht wäre der Abbruch der «Harmonie» mit Schutz des Obrist-Anbaues denkbar, aber aufwendig. Obrist wartet vor dem Entscheid die weiteren Verhandlungen ab. Das Uhrengeschäft bleibt weiterhin geöffnet.