Brugg

Die Hälfte der Velos hat Käufer gefunden

Viele kamen an die Velobörse 2020 in Brugg

Viele kamen an die Velobörse 2020 in Brugg.

Mit angepasstem Konzept hat die Velobörse von Pro Velo Brugg Windisch Corona getrotzt.

Velos, so weit das Auge reicht: Säuberlich gruppiert finden sich auf dem Eisi Velos für jeden Geschmack: filigrane Rennvelos, stabile Velos für den Alltag, sogenannte Bahnhofvelos oder Bikes für den sportlichen Einsatz. Zwischen Stadthaus und Eisi-Halle haben Kindervelos – vom «megacoolen» Bike bis zum hölzernen «Laufredli» – Platz gefunden. In der Eisi-Halle warten E-Bikes auf neue Besitzer. Feilgeboten werden zudem Kickboards, Skates und Zubehör. Und neben topmodernen Veloanhängern steht ein etwas mitgenommenes Exemplar. Das Angebot an der Velobörse von Pro Velo Brugg Windisch lässt kaum Wünsche offen.

Das Publikum scheint – zumeist wenigstens – recht klare Vorstellungen über das neue Velo zu haben. Zielgerichtet werden die einzelnen Sektoren angepeilt. Kaum ist der Verkauf eröffnet, ist eine junge Frau mit einem sogenannten Fixie – einem jener Eingang-Velos, die in den letzten Jahren Kultstatus erlangt haben – schon auf dem Weg zur Kasse. Schwerer dagegen scheint sich ein junger Mann bei den Rennvelos zu tun. Nach gründlicher Musterung des Gefährts schwingt er sich aber für ein Mini-Probefährtchen in den Sattel.

«Es läuft gut», freut sich bei Halbzeit Hörby Künzi, der Präsident von Pro Velo Brugg Windisch. «Letztes Jahr hatten wir zwar rund einen Drittel mehr Velos. Auch der Ansturm ist diesmal deutlich kleiner. Für uns steht nicht das Geschäft im Vordergrund. Wir verstehen die Börse als Dienst an der Allgemeinheit. Die Kommission, die wir verlangen, ist daher bescheiden. Und mit dem Erlös werden unter anderem Projekte wie ‹Bike2School› gesponsert.»

Neuer Rekord: 95 Velos gehen nach Rumänien

Coronabedingt musste die Velobörse in den August verschoben und das Konzept angepasst werden, um die Abstandsregeln gewährleisten zu können. «Wir brauchen zwar viel mehr Helferinnen und Helfer», stellt Hörby Künzi dazu fest. «Aber das Konzept bewährt sich.»

Auch nach Schluss der Börse ist er zufrieden: «Es ist, angesichts des Regens und der ungewohnten Jahreszeit der Börse, ordentlich gelaufen. Verkauft worden sind um die 250 Velos, rund die Hälfte der Velos, die zur Börse gebracht worden sind. 95 Velos gehen nach Rumänien. Das ist ein neuer Rekord.»

Während auf dem Eisi rundum Velos begutachtet werden und Käuferinnen und Käufer mit ihren Schnäppchen die Kassen ansteuern, scheint der Mann bei den Rennvelos immer noch unschlüssig. Nach der kurzen Probefahrt dreht er das Velo hin und her, hebt es hoch, prüft Vorder- und Hinterrad auf den Geradelauf – und stellt es wieder hin, um sich einem anderen Rennvelo zuzuwenden. Der «betagte» Veloanhänger dagegen hat rasch einen Käufer gefunden. «Ich liebe diese Dinger», verrät der glückliche neue Besitzer freundlich. «Vielleicht schleife ich ihn ein wenig ab und lackiere ihn neu.»

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