Was die Stadt Brugg und die Gemeinden aus dem Eigenamt sowie Windisch innert gut zwei Jahren zustande brachten, dürfte noch zu reden geben. Sie gründeten am Mittwoch unter notarieller Aufsicht die gemeinnützige Aktiengesellschaft Spitex Region Brugg AG.

Gemeindeammänner und Gemeindeschreiber aus den zehn Partnergemeinden fanden sich zum Unterschriftenmarathon im Rathaussaal Brugg zusammen. Unter der Aufsicht von Notar Michael Hunziker unterschrieben je zwei Gemeindevertreter die Gründungsurkunde und wählten damit gleichzeitig den neuen Verwaltungsrat für ein Jahr.

Neue Rechtsform ab 1. Januar 2013

Der abtretende Vorsitzende des Fusionsausschusses, Roland Keil, rekapitulierte den gut zweijährigen Fusionsprozess. Keil zeigte sich über das Ergebnis erfreut. Begleitet wurden die Fusionsbemühungen vom externen Berater Johannes Zuberbühler. So galt es in Arbeitsgruppen, die ideale Rechtsform und die künftigen Standorte in Brugg und Lupfig zu definieren.

Schlussendlich ermöglichten alle beteiligten Gemeinden im demokratischen Prozess die Gründung der neuen Rechtsform. Die neue regionale Spitex AG tritt ab 1. Januar 2013 als gemeinnützige Aktiengesellschaft auf.

Vier Gründe für die erfolgreiche Fusion

Die neue Rechtsform erforderte einen umfassenden Businessplan, so Zuberbühler. Die Spitex ist sehr personalintensiv und die Anforderungen an die Informatik machten sogar ein Projekt im Projekt nötig.

Roland Keil ortete vier Gründe für die erfolgreiche Fusion: Erstens sei der Wille, das Ziel zu erreichen, bei allen Beteiligten vorhanden gewesen. Zweitens habe die heterogene Zusammensetzung des Fusionsausschusses und der Arbeitsgruppen sehr viel Fachwissen vereint. Als dritten Grund wies Keil auf die regelmässige Information der wichtigsten Player hin und nicht zuletzt habe man von der grossen Erfahrung des externen Beraters Zuberbühler profitiert.

Ein bedeutender Arbeitgeber in der Region

«Die neue Firma wird ein bedeutender, regionaler Arbeitgeber sein», sagt Zuberbühler. Die neue Grösse verbessere den Austausch unter den Angestellten und biete auch Aufstiegs- sowie Spezialisierungsmöglichkeiten. Die Spitex Region Brugg AG habe Potenzial für neue Dienstleitungen. Neu ist, dass kein Verein mehr über der Spitex sein wird. Künftig können die Gemeinden und die Stadt Brugg mittels Verwaltungsrat die Spitex direkt steuern, so Zuberbühler weiter.

«Sie ist ein Glücksgriff»

«Die neue Geschäftsführerin Rebekka Hansmann wurde aus 80 Bewerbungen ausgewählt», sagt Verwaltungsratspräsident Karsten Bugmann. «Sie ist ein Glücksgriff.» Die 48-Jährige baute in den letzten sechs Jahren als Geschäftsführerin den Branchenverband OdA GS im Aargau auf und setzte sich mit Bildungsfragen im Gesundheits- und Sozialbereich auseinander.

Zuvor war sie während 17 Jahren am Kantonsspital Baden in einer Führungsposition tätig. Hansmann nimmt ihre neue Arbeit am 1. November offiziell auf. Sie hat ein 80-Prozent-Pensum. Berufsbegleitend absolviert die zweifache Mutter den Masterstudiengang «Management im Gesundheitswesen» an der Universität Bern.